Nach elf Jahren zurück in Bezirksliga
21.05.2012 | 18:41 Uhr 2012-05-21T18:41:00+0200
Breckerfeld. So ganz überraschend kam der Aufstieg ja nicht angesichts von elf Punkten Vorsprung. Der Partylaune der Fußballer von Schwarz-Weiß Breckerfeld tat dies indes keinen Abbruch, als mit dem 2:1-Sieg bei der SpVg. Linderhausen die Meisterschaft in der Kreisliga A2 vorzeitig perfekt war. „Es war ziemlich lange und ziemlich heftig“, berichtete der Sportliche Leiter Jan-Dirk Wittke am Tag darauf. Gut zwei Stunden feierte man noch in Linderhausen, wohin man eigens per Bus angereist war, danach ging es ins Vereinsheim. Wittke: „Wir haben für guten Umsatz gesorgt.“
Als Abwehrspieler war Wittke dabei, als die Breckerfelder Anfang der Neunziger schon einmal in die Bezirksliga aufgestiegen sind, ehe er beim Hasper SV in der Oberliga spielte. Wann es für die Schwarz-Weißen, zwischenzeitlich sogar Landesligist, wieder in die Kreisliga-Niederungen ging, daran kann er sich aber nicht genau erinnern. Es war am 27. Mai 2001, als sich man als Schlusslicht für elf Jahre aus der Bezirksliga verabschiedete. Zurück kehrt man nun mit einer 2006 errichteten, schmucken Sportanlage inklusive Kunstrasen, die nicht unwesentlich zum Breckerfelder Aufschwung beigetragen hat. „Früher auf der steinigen Asche musste man den Spielern ja Schmerzensgeld zahlen, damit sie kamen“, erinnert sich Wittke, der gemeinsam mit Rene Port und Carsten Jung die sportliche Leitung bei Schwarz-Weiß innehat.
Den größten Anteil an souveränem Titelgewinn und Aufstieg weist er Trainer Klaus Joraschkewitz zu. „Als Lehrer an der Realschule Breckerfeld hat er sich ein großes Netzwerk geschaffen“, sagt Wittke, „die meisten unserer Spieler waren früher Schüler bei ihm.“ Der als Pädagoge wie als Trainer offenkundig gleichermaßen beliebte Joraschkewitz schaffte es, ein Team über Jahre aufzubauen und fortzuentwickeln. Wittke: „Unser großes Plus ist, dass fast alle Spieler in den letzten drei Jahren dabeigeblieben sind.“ Wichtig sei dabei, dass man in dieser Saison auch die zuvor etwas löchrige Abwehr durch den Zugang von Pascal Vering und Marvin Tholen stabilisiert habe: „Das war unsere größte Baustelle.“
Aktuell indes weisen die Breckerfelder mit nur 20 die mit Abstand wenigsten Gegentore auf. Offensiv war man schon zuvor stark, diesmal hat sich das Team auf bisher 111 Treffer gesteigert. Einen Gutteil davon steuerte Sebastian Schmidt bei, der nach den beiden Toren in Linderhausen auf 27 Treffer kommt. Und das, obwohl der 23-jährige Student wegen zweier Auslands-Praktika in Frankreich und Spanien einige Partien verpasste. „Dafür ist das eine ganz starke Quote“, sagt Wittke.
Der Torjäger geht mit den Breckerfeldern in die neue Spielklasse, wie auch das Trainergespann Joraschkewitz/Heiko Zankana und ein Großteil des Teams. „Die Mannschaft bleibt zu 95 Prozent zusammen“, glaubt Wittke, kostspielige Zugänge indes kann man sich nicht leisten: „Die Rahmenbedingungen sind begrenzt.“ Der Klassenerhalt in der Bezirksliga, die angesichts der durch die Strukturreform bedingten Zusammenlegungen sicher nicht schwächer wird, ist so schon jetzt das absehbare Ziel. „Zuletzt sind ja viele Aufsteiger direkt wieder abgestiegen“, weiß Wittke. Zunächst indes genießt man auf der Breckerfelder Höhe den Erfolg, strebt noch drei Siege in den restlichen Spielen vor der offiziellen Meisterfeier an. „Das ist doch eine schöne Sache“, sagt Klubchef Jürgen Madsak, „zumal wir auch sehr schwere Jahre hinter uns haben.“
0mitdiskutieren