Nach Aufstieg die obligatorische Bierdusche für Trainer Sascha Simec

HSG Hohenlimburg, Verbandsliga Aufstieg 2015
HSG Hohenlimburg, Verbandsliga Aufstieg 2015
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Hohenlimburg..  Raus mit Applaus: Die Handballer der HSG Hohenlimburg haben sich ihren Traum tatsächlich erfüllt, feierten am letzten Spieltag der Landesliga in der prall gefüllten Rundturnhalle einen triumphalen 38:22 (19:8)-Erfolg über die SG Schalksmühle-Halver II und kehren somit nach 15-jähriger Abwesenheit in jene Verbandsliga zurück, die sie zur Jahrtausendwende freiwillig verlassen haben.

„Für mich schließt sich ein Kreis. Damals bin ich zum ersten Male abgestiegen. Und jetzt darf ich meine allererste Meisterschaft feiern“, gehörte Co-Kapitän Philipp Wittke zu den besonderen Glückskindern einer unglaublichen Saison, die die HSG mit ihrer vermutlich besten Saisonleistung krönte. Unter den Augen von Staffelleiter Hilmar Schöler (Netphen), der später die Meisterurkunde überreichte, brannten die Schützlinge von Trainer Sascha Simec ein wahres Handball-Feuerwerk ab und raubten dem abgelösten Spitzenreiter aus Halingen schon in den ersten 15 Minuten alle Hoffnungen, doch wieder auf Platz eins klettern zu können.

Obwohl die Gäste in Bestbesetzung angereist waren und durchaus ehrgeizig wirkten, hatten sie von ersten Moment an keine Chance, denn die Hohenlimburger setzten den Plan ihres Trainergespanns perfekt um. Aggressiv und beweglich in der Abwehr, schnell beim Umschalten, konsequent beim Abschluss – von Nervosität oder Erfolgsdruck war beim wie aus einem Guss kombinierenden Heimteam absolut nichts zu spüren. Der künftige Klassenunterschied wurde schon jetzt aufs Parkett gezaubert und nahm der Partie jegliche Spannung. 10:1 hieß es nach einer Viertelstunde. Und sogar 13:3 nach 19 Spielminuten, wobei der Treffer zum 11:2 (Kempa-Trick in Unterzahl durch den heranfliegenden Goebels nach Geisler-Pass) herausragte.

Mannschaftliche Geschlossenheit

Zu diesem Zeitpunkt hatte die erneut durch ihre mannschaftliche Geschlossenheit brillierende HSG mehr Unterzahltore, nämlich vier, erzielt als die völlig konsterniert wirkenden Schalksmühler. Dabei kann man wirklich nicht behaupten, das Selbecker Schiedsrichtergespann Cordts/Lorch hätte einen Spitzenreiter-Bonus verteilt. Die Gäste kamen nämlich ganz ohne Strafzeiten davon und bekamen auch deutlich mehr Siebenmeter zugesprochen, scheiterten aber je einmal an Ulf Hering und Sven Mang.

Die zu Beginn ohrenbetäubende Phonstärke bei eigenen Torerfolgen ließ im Laufe des Matches deutlich nach. Man hatte fast den Eindruck, als würden die HSG-Fans aus dem Staunen über die Darbietung ihrer Lieblinge nicht mehr herauskommen. Hin und wieder aber brandeten Schlachtgesänge auf wie „Hier regiert die HSG.“ Und auch der Jubel-Oldie „Oh wie ist das schön“ wurde Mitte der zweiten Hälfte angestimmt.

Schalksmühles Reserve blieb ein angenehmer, weil jetzt zwar besser mitspielender und öfter über den Kreis erfolgreicher, aber nach wie vor chancenloser Gast. Die HSG dachte nämlich gar nicht daran, eingangs der zweiten Hälfte den Fuß vom Gast zu nehmen, sondern trumpfte gleich wieder mit einem Sechser-Pack zum 25:9 auf. „Ich bin völlig sprachlos über die Leistung meiner Mannschaft. So wollten wir uns hier nicht abschlachten lassen“, kommentierte SG-Coach Dirk Pfaffenbach, während die Zuschauer entspannt die letzten Landesliga-Minuten der HSG-Spieler verfolgten.

Feier bis tief in die Nacht

Angenehme Begleiterscheinung: In den Katakomben konnten fleißig die mit dem vielsagenden Zusatz „Am Ende kackt die Ente“ versehenen Meister-Shirts gedruckt und schon in der der Endphase der Partie an die Protagonisten verteilt werden. Während die sieben Akteure auf dem Parkett ein letztes Feuerwerk abbrannten und nach dem 32:18 einen furiosen Schlussspurt hinlegten, stiegen die Teamkollegen auf ihre Auswechselbank und eröffneten die Feierlichkeiten, die erst tief in der Nacht endeten. Mit der finalen Sirene ergossen sich Hunderte von Pilskragen über die Spieler, gab es für Simec („Das war die Krönung einer grandiosen Saison. Halingen hätte es auch verdient, aber letztlich ist die beste Mannschaft aufgestiegen“) die obligatorische Bierdusche.