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3. Handball-Liga

Nach 8:6-Führung erlebt VfL Eintracht ein 15-Tore-Debakel

10.11.2012 | 00:03 Uhr
Nach 8:6-Führung erlebt VfL Eintracht ein 15-Tore-Debakel
IIn der Anfangsphase konnten sich Dorian Gollor und die Eintracht-Kollegen gegen Wermelskirchens Abwehr mehrmals schön durchsetzten. Mit zunehmender Spielzeit aber immer seltener. Foto: Peter Pickel

Hagen.   Es begann vielversprechend und endete im Debakel. Handball-Drittligist VfL Eintracht Hagen ging gestern Abend in der Enervie Arena gegen Spitzenreiter TuS Wermelskirchen zwar mit 8:6 in Führung, lag zur Pause jedoch schon mit 12:19 zurück und verlor am Ende gar mit 24:39. „Ich habe dafür keine Erklärung, wir hatten eine gute Trainingswoche“, war Trainer Khalid Khan nach der höchsten Heimpackung seiner Amtszeit fassungslos.

Die rund 600 Zuschauer, darunter vielleicht 30 aus Wermelskirchen, waren gespannt darauf, wie sich der Tabellenführer präsentieren würde. Schließlich war unter der Woche bekannt geworden, dass im Fall der Meisterschaft der Zweitliga-Aufstieg aus finanziellen Gründen nicht wahrgenommen wird. Sogar der Rückzug in die Oberliga ist nicht ausgeschlossen. Trainer Lars Hepp wird das Team zum Saisonende nach sechs Jahren verlassen. 15 Minuten lang, eben bis zum 8:6, keimte der Eindruck auf, als hätte die ungewisse Zukunftsperspektive beim Gästeteam Spuren hinterlassen. Dann legte die Hepp-Truppe los. Und hörte bis zum Ende nicht mehr auf zu demonstrieren, warum sie an der Spitze steht. „Ich habe noch nie so eine starke Drittliga-Mannschaft gesehen“, staunte Jens Pfänder, Sportdirektor des VfL Eintracht.

Im Hallenheft hatte er die Bedeutung der Torwartposition herausgestellt. Hier ist der VfL mit den Routiniers Marco Stange und Björn Minzlaff normalerweise ja sehr gut besetzt, gestern jedoch war Wermelskirchens Schlussmann Almantas Savonis deutlich besser. Der frühere Düsseldorfer Bundesliga-Keeper wehrte serienweise Würfe ab, die manchmal allerdings auch zum Parieren einluden. Beim VfL dagegen bekam Stange Ende der ersten Halbzeit kaum noch eine Hand an den Ball und wurde zur zweiten Hälfte durch Björn Minzlaff ersetzt. Der begann mit einigen guten Szenen, bevor auch ihm die Bälle um die Ohren flogen. „Ein Großteil des Abstands hat heute die Torwartposition ausgemacht“, bilanzierte Jens Pfänder.

Aber auch die Wermelskirchener Feldspieler demonstrierten Drittliga-Handball auf höchstem Niveau. „Sie haben eine Spielidee, die sie 60 Minuten durchziehen. In der Anfangsphase, als es nicht so lief, ebenso wie in der Endphase, als die Partie längst entschieden war,“ lobte Pfänder. Schulbuchmäßige Tempogegenstöße und eine gute Wurfauswahl gehören ebenso dazu wie die individuelle Klasse beispielsweise eines Tobias Schwolow. Der junge Rückraummann wirft noch härter als Hagens Maciej Dmytruszynski, der gestern erst im zweiten Durchgang auftaute.

„Ich habe eine geile Mannschaft. Alle Spieler, vom ersten bis zum letzten Mann, sind charakterlich 1a“, war TuS-Trainer Lars Hepp vom gestrigen Auftritt seines Teams begeistert. „Hagen hat ja Qualität, aber ich finde nicht, dass der Sieg zu hoch ausgefallen ist, wenn man das so durchzieht wie wir es heute getan haben und der Gegner am Ende nicht mehr zurückläuft.“

VfL Eintracht: Stange, Minzlaff (31.-52.); Wilhelm (1), Jung (2), Lütgenau (1), Gollor (1), Rosian, Dudczak, Clausing (4/1), Thoke (4), Kraus (4/2), Dmytruszynski (7). - Hauptschützen TuS Wermelskirchen: Schwolow (11/1), Berblinger (8/3), Gelbke (7), Renninger (4).

Rainer Hofeditz

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