Nach 21 Jahren spielt Bernd Kruel erstmals gegen Hagen

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In 21 Jahren als Basketball-Bundesligaspieler hat Bernd Kruel viel erlebt, ein Pflichtspiel in seiner Heimatstadt Hagen als Spieler der Gastmannschaft allerdings nicht. Am Freitag wird sich das ändern, dann tritt der 38-Jährige mit den RheinStars Köln in Eilpe bei der BG Hagen an.

Hagen/Köln.. In 21 Jahren als Basketball-Bundesligaspieler hat Bernd Kruel viel erlebt, eines bisher nicht: Ein Pflichtspiel in seiner Heimatstadt Hagen als Spieler der Gastmannschaft. Am Freitag wird sich das ändern, wenn der 38-Jährige mit den RheinStars Köln um 20.15 Uhr in Eilpe zum Regionalliga-Duell bei der BG Hagen antritt. Ein Gespräch mit dem langjährigen Center von Brandt und Phoenix Hagen über seine neue Wirkungsstätte - und seinen Ex-Klub.

Bernd Kruel, beim letzten Heimspiel gegen die Artland Dragons haben sie erstmals seit Ihrem Abschied wieder ein Phoenix-Spiel vor Ort gesehen. Wie war Ihr Eindruck?

Bernd Kruel: Wir waren schon beim Crailsheim-Spiel da, aber da wollte Crailsheim ja nicht. Jetzt dachten wir, wir könnten Glück bringen, das hat leider nicht geklappt. Dass Phoenix schon so viele Heimspiele verloren hat, ist natürlich schwierig. Normalerweise bietet die Enervie Arena ja das Potenzial für einen Heimvorteil: Eine enge Halle, dazu Fans, die Gas geben. Und wenn man den neuen Spielern gleich am Anfang zeigen kann, was hier abgeht, wenn man gewinnt, prägt das. Doch die Neuen in dieser Saison kennen dieses Gefühl ja fast gar nicht, sie gehen meist als Verlierer vom Feld. Das setzt sich allmählich auch im Hinterkopf fest.

Im Sommer sind Sie nach Köln gewechselt, weil das Spieler-Dasein nicht mehr im Fokus stehen sollte, sondern auch die Perspektiven nach der aktiven Karriere. Haben sich diese Erwartungen erfüllt?

Phoenix-Abgang Bernd Kruel: Es ist schon so, wie ich es mir vorgestellt habe. Klar ist es hier wichtig, dass ich auch noch spiele. Aber bei den RheinStars bin ich auch als Assistent Marketing und Organisation angestellt. Nach und nach werde ich hier in die Strukturen eingeführt und in Köln bei Partnern des Vereins vorgestellt, schaue Geschäftsführer Stephan Baeck dabei über die Schulter. Es macht Spaß, hier das Produkt Basketball zu verkaufen. Das Ziel des Vereins ist ja, sich Schritt für Schritt hochzuarbeiten. Dazu sammelt Stephan Leute um sich, die Basketball leben und lieben.

Sportlich ist das Kölner Team Tabellenzweiter, muss für einen direkten Aufstieg auf einen Ausrutscher von Spitzenreiter UBC Münster hoffen. Wie sind die Perspektiven, dass es doch noch klappt?

Bernd Kruel: Wir haben es verpasst, in Münster zu gewinnen, das war unsere erste Niederlage gegen ein Top-Team. Leider haben wir einige Spiele gegen schwächere Mannschaften verloren, das tut weh. Gegen uns als vermeintlichen Liga-Krösus sind alle natürlich besonders motiviert. Es wäre schon schön, wenn wir Platz eins jetzt selber noch schaffen würden. Aber wir haben noch einige gefährliche Gegner, zum Beispiel am Freitag die BG. Und mal sehen, ob die Münsteraner überhaupt hochgehen wollen, falls sie Meister werden. Unser Plan ist schon der Aufstieg, auch in der ProB würden wir oben mitspielen wollen.

Auch weiter mit Bernd Kruel als Spieler?

Bernd Kruel: Im Moment macht es mir noch Spaß, Niveau und Trainingsaufwand der Liga sind genau richtig. Ich könnte mir auch die ProB noch vorstellen, allerdings muss ich da nicht mehr einer der Hauptakteure sein, sondern kann auch von der Bank kommen. Langsam sollte die Spieler-Rolle gedrosselt werden.

Freitag geht es erstmals nach Hagen. Ist das noch besonders?

Bernd Kruel: Natürlich. Nervös bin ich nicht, ich freue mich eher auf viele alte Bekannte, BG-Trainer Kosta Filippou etwa kenne ich ja von kleinauf. Und schon im Hinspiel in Köln war eine besondere Atmosphäre.