Nach 20 Jahren ist Breckerfeld II wieder auf Weg in Kreisliga A

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Was wir bereits wissen
Dem Aufstiegs-Beispiel der ersten Mannschaft könnte die Reserve von Schwarz-Weiß Breckerfeld in diesem Sommer folgen. Sie führt mit sechs Punkten Vorsprung die Fußball-Kreisliga B2 an.

Breckerfeld..  1500 Zuschauer sahen zu, als Schwarz-Weiß Breckerfeld im Juni in Silschede den Sprung in die Fußball-Bezirksliga schaffte, der Jubel war überschwänglich. In diesem Sommer könnte die junge Reserve des Klubs dem Aufstiegs-Beispiel der ersten Mannschaft folgen. Mit sechs Punkten Vorsprung führt sie in der Winterpause die Kreisliga B2 an. „Das gab es schon 20 Jahre nicht mehr, dass die Zweite so weit oben steht“, freut sich Trainer Markus Kunisch.

Mitte der Neunziger, so erinnert sich Kunisch, schaffte die Breckerfelder Reserve bereits einmal den Aufstieg in die Kreisliga A. Er selbst war damals als Spieler dabei. Doch schnell stieg man wieder ab, stürzte zwischenzeitlich sogar zurück in die Kreisliga C. Erst zwei Jahrzehnte später könnte es nun zurück in die höchste Liga auf Kreisebene gehen. Und das mit einer sehr jungen Mannschaft, deren Spieler komplett aus dem eigenen Nachwuchs stammen. „Es sind fast alle hier aus dem Dorf, alle kennen sich untereinander schon lange“, weiß Kunisch, der das Team gemeinsam mit Co-Trainer Sven Dammköhler betreut: „Und die zwei Ennepetaler im Team haben auch bei uns in der Jugend gespielt.“

Der Altersdurchschnitt der Schwarz-Weiß-Reserve liegt bei 22,5 Jahren. „Das ist schon eine verdammt junge Truppe, das merkt man manchmal auch“, sagt der Coach - und verweist auf die bisher vier, aus seiner Sicht zum Teil unnötigen Niederlagen. So ist Kunisch froh, etwa in Kapitän Johannes Madsak und Angreifer Andreas Zukov - neben dem jungen Torhüter Niclas Devue („Er spielt eine überragende Saison“) zentrale Kräfte im Team - auch einige erfahrenere Spieler im Kader zu haben: „Nur mit 19-Jährigen geht es eben auch nicht.“

Dabei kann sich Kunisch bei der Mannschaft mit den wenigsten Gegentoren (19) auf die Defensivstärke verlassen. Und darauf, dass etliche Akteure torgefährlich sind. „Das verteilt sich bei uns auf mehrere Schultern“, sagt Kunisch, der auf mannschaftsdienlichen und technisch versierten Fußball setzt. „Meine Philosophie ist es, Fußball spielen zu lassen und nicht die Bälle hinten raus zu hauen“, betont er: „Es macht Spaß, den Jungs zuzugucken, weil kein Rumgebolze auf der Tagesordnung steht.“

Und offenbar haben auch die Breckerfelder Reservekicker Freude, die hohe Beteiligung an der Übungsarbeit ist Beleg dafür. „Training mit fünf, sechs Mann wie bei manch anderem Team, das kenne ich nicht“, sagt Kunisch. Im aktuellen Kader sind 27 Spieler, von denen zwischen 15 und 20 stets zum Training kämen. „Da wir aber immer nur 17 am Sonntag mitnehmen können, haben wir ein Luxusproblem“, räumt der Trainer ein. Es sei nicht leicht, einigen zu sagen, dass sie beim Spiel nur Zuschauer sind. Kunisch: „Da ist es natürlich schwierig, alle bei Laune zu halten. Mit Erfolg geht das deutlich leichter.“

Den haben die Breckerfelder. Nach etwas holprigem Start - so patzte man 0:7 bei BW Voerde II - gewannen die Schwarz-Weißen neun der letzten zehn Spiele. Und haben schon sechs Punkte Differenz zu VfL Gennebreck und SW Silschede II gelegt, die das breite Verfolgerfeld anführen. „In meinen Augen können uns nur zwei Mannschaften davon gefährlich werden“, sagt Kunisch - konkret benennen will er die Rivalen nicht. Zumal er und sein Co-Trainer nach dem Herbsttitel „die Jungs ein wenig erden“ wollten. „Wir müssen versuchen, auf dem Boden zu bleiben“, sagt er: „Zwei Spiele haben wir schon verloren, die wir nicht hätten verlieren müssen. Das war auch Überheblichkeit meiner Jungs.“