Motivation und Hilfe für Nepal

Der Extremsportler Michele Ufer aus Herdecke hat auch schon am Mount Everest-Marathon teilgenommen.
Der Extremsportler Michele Ufer aus Herdecke hat auch schon am Mount Everest-Marathon teilgenommen.
Foto: Michele Ufer
Was wir bereits wissen
Marc Schulte organisierte einen Spendenabend für Erdbebenopfer in Nepal. Bei der Veranstaltung sprach Extremsportler Michele Ufer über sportliche Motivation.

Herdecke..  Motivation ist individuell: Für den einen ist es das Ziel, fünf Kilogramm abzunehmen, für den anderen ein Bungee-Sprung aus gewagter Höhe. Marc Schulte motiviert es, anderen zu helfen.

Seit einer Tour zum Himalaya 2013 ist er großer Nepal-Fan und möchte darum besonders dem „Sherpa“ Shreeram Adhikari, der ihm bei seiner Himalaya-Tour half und dessen Schule bei den zwei Erdbeben in Nepal völlig zerstört wurde, unterstützen. Die Sherpas sind ein nepalesisches Bergvolk, das unter anderem die Himalaya-Wanderer bei ihren Touren unterstützt und sie auf dem Weg auf den höchsten Berg der Welt, den Mount Everest, begleitet.

Marc Schultes Motivationsmotto: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“ Darum hatte er den Spendenabend am Donnerstag im Werner-Richard-Saal in Herdecke innerhalb kürzester Zeit und mit geringem Budget organisiert. Zu einer Gesprächsrunde eingeladen hatte Schulte, neben Gästen wie dem Honorar-Konsul für Nepal Ram Thapa und dem ehemaligen Radprofi Klaus-Peter Thaler, auch Michele Ufer, seinerseits erfolgreicher Motivationscoach und Extremsportler, der selbst schon mehrfach in Nepal unterwegs war.

Michele Ufers Ziel an diesem Abend war es, nicht nur Spenden für Marc Schultes Aktion zu gewinnen, sondern auch die Besucher auf das Land Nepal neugierig zu machen. „Nepal lebt zu einem großen Teil vom Himalaya-Tourismus. Der ist natürlich nach den Erdbeben völlig zusammen gebrochen und muss genau so wieder aufgebaut werden.“ 2011 nahm Ufer zum ersten Mal am „Tenzing-Hillary-Everest-Marathon“, dem höchsten Marathon der Welt in Nepal, teil. Er selbst bezeichnet sich als Genussläufer: „Der Weg ist für mich das Ziel. Mich interessiert nicht, wie schnell ich den Marathon laufe. Ich will die Natur genießen, Leute aus unterschiedlichsten Ländern kennen lernen und einfach ein Abenteuer erleben.“

Marathon auf 5000 Metern

Ein Abenteuer ist dieser Marathon allemal. Bevor die Läufer an den Start gehen, müssen sie zunächst eine zehntägige Wanderung zum Everest-Basislager, dem Startpunkt des Marathons, machen. Jedes Jahr nehmen etwa einhundert internationale und nepalesische Läufer an dem höchsten Marathon der Welt teil. Während die Nepali für die 42,195 km auf über 5000 Höhenmetern in der Regel nur knapp vier Stunden brauchen, sind die internationalen Läufer meist zwischen sechs und zwölf Stunden unterwegs.

Doch nicht jeder könne sich zu so einem Lauf motivieren. „Die Motivation kommt ganz auf die Person an“, so Ufer. „Das Ziel, das man sich setzt, muss zu einem passen. Es muss einen antreiben.“ Der Herdecker Motivationscoach nennt sein Motivationsgeheimnis selbst „eine Erinnerung an eine erfolgreiche Zukunft aufzubauen“ – sich also ein Ziel setzen, bei dem sich einem die Armhaare aufstellen und das man selbst in schlechten Zeiten nicht aus den Augen verliert. Denn: Jeder Mensch habe eine eigene Biografie, eine eigene Routine und eigene Gedanken. „Man kann in jedem Menschen eine Stellschraube finden, an der sich drehen, die sich verändern lässt. Dann ist ein individuelles Ziel gesetzt, das man erreichen will“, erklärte Ufer die Voraussetzung für Motivation.

Organisator Marc Schulte ist mit seinem Etappen-Ziel – einen erfolgreichen Spendenabend für Erdbebenopfer in Nepal mit spannenden Gästen zu veranstalten – zufrieden. Im Anschluss an die Veranstaltung wurden noch Bilder mit Herdecker Motiven für den guten Zweck verkauft. Schultes Spendenbox wird auch beim Herdecker Citylauf am 30. Mai für Läufer und Zuschauer bereitstehen.