Mit Routiniers gelingt Neustart beim TSV 1860

Foto: WP Michael Kleinrensing

Hagen..  Es waren düstere Zeiten angebrochen bei der Basketball-Herren-Abteilung des TSV 1860 Hagen. Die erste Mannschaft wurde Anfang 2014 vom Spielbetrieb der 2. Regionalliga abgemeldet. Der Trainer wurde entlassen, der Interimscoach verließ kurze Zeit später das sinkende Schiff, das sieglose Team war nicht konkurrenzfähig. Der Neuanfang wurde im Sommer letzten Jahres gewagt. Und er ist von Erfolg gekrönt: In der Oberliga ist das neue TSV-Team von Trainer Martin Miethling das Maß der Dinge. Und blickt zuversichtlich mit einem Auge nach oben.

„Wir wollten gerne oben mitspielen, haben wir vor der Saison gesagt. Dass es aber so gut läuft und wir nun sogar Tabellenführer sind, hätte ich nicht gedacht“, fällt Miethlings Zwischenfazit in der Winterpause daher äußerst positiv aus. Erst am vergangenen Spieltag wurden die 60er von den AstroStars Bochum geschlagen, davor gelangen neun Siege in Serie.

Der Erfolg des neu formierten Hoheleye-Teams fängt beim Coach an. Martin Miethling ist erfahren, in der Region ist er bestens vernetzt. Zuletzt hat er selbst bei Zweitregionalligist TuS Breckerfeld gespielt. „Entscheidend ist, dass wir Routiniers haben, die den Jüngeren etwas beibringen können“, sagt Miethling, der letztes Jahr mit den Damen der BG Hagen in die Regionalliga aufgestiegen ist. Damit setzt sich der Trainer bewusst ab vom TSV-Team der Vorsaison, das beinahe einem Jugendteam glich. Die Mischung soll es machen.

Die Erfahrung bringen besonders Christian Seybold, Oliver Kreiter und Maximilian Dittmann mit, die schon einige Regionalliga-Jahre auf dem Buckel haben. Davon profitieren Spieler wie Malte Dukatz und Mathis Mook. Dreh- und Angelpunkt in Miethlings System ist aber zweifellos der Kanadier Jordan Rose, der regelmäßig die 20- oder gar 30-Punkte-Marke knackt. „Jordan ist eigentlich zu gut für diese Liga“, weiß Miethling um die herausragenden Scorer-Qualitäten des Spielmachers.

Der TSV bringt alles mit, um den Sprung zurück in die Regionalliga schaffen. Aber will man das nach der Katastrophen-Saison 2013/14 auch? „Wenn wir ganz oben stehen sollten, dann nehmen wir auch das Aufstiegsrecht wahr“, sagt Miethling. Eine Klasse höher würde man gegen BG Hagen II, TuS Breckerfeld und SV Haspe 70 spielen. Die Attraktivität dieser Liga lockt. „Und die Auswärtsfahrten sind kurz“, schmunzelt Miethling.

Doch so weit will er noch nicht denken. Zumal er bei seiner Truppe noch viel Potenzial sieht. „Ich lasse gerne einen defensiv-orientierten Basketball spielen. Leider sind wir da noch nicht so weit, wie ich es gerne hätte“, bemängelt Miethling. „Wir verlassen uns zu sehr auf unsere Offensive. Aber wenn die Würfe nicht fallen, können wir verlieren. Das hat das Spiel gegen Bochum gezeigt“, mahnt der Trainer.

Aber ob man nun aufsteigt oder nicht: Die kurze, düstere Zeit der Herren-Abteilung ist vorbei. Dank eines guten Konzepts und Martin Miethling.