Mit Motivationsschub in die Vorbereitung

Ist froh, die Paddelhandschuhe ablegen zu können: Kai Spenner.
Ist froh, die Paddelhandschuhe ablegen zu können: Kai Spenner.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Der Herdecker Kanute Kai Spenner bereitet sich in Florida auf die Saison vor. Ein Jahr vor den Olympischen Spielen muss er auf den Punkt fit sein – schließlich geht es nun um Qualifikationsplätze.

Herdecke..  Wenig Sonne, Temperaturen um den Gefrierpunkt, eisiger Wind und Wellen: Die Trainingsbedingungen auf den heimischen Gewässern sind für Kanuten im Moment alles andere als optimal. Allerdings müssen sie gerade im Winter viele, viele Wasserkilometer absolvieren, um im bei den Wettbewerben Sommer bestehen zu können. Ein geflügeltes Wort unter Kanuten sagt: „Die Weltmeister werden im Winter gemacht.“

Qualifikation für Olympia

Und so heißt es für die deutsche Kanu-Elite, dem Winter hier zu entfliehen – nur so lässt sich das harte und intensive Pensum störungs- und erkältungsfrei absolvieren. Das gilt auch für den Herdecker Nationalmannschaftsfahrer und Bundeskadermitglied Kai Spenner. Nachdem er bereits Ende des vergangenen Jahres ein erstes Warmwassertrainingslager in Florida absolvierte und anschließend in St. Moritz auf Langlaufskiern Kondition tankte, ist derzeit erneut der Sonnenstaat Florida im Südosten der USA eine wichtige Station bei der intensiven Vorbereitung auf die anstehende Saison.

Die hat es ein Jahr vor den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro in sich: Bei der WM in Mailand geht es schon um die sogenannten Quotenplätze (also Startplätze) für Rio de Janeiro. Die Konkurrenz um die wenigen Plätze ist groß.

„Das vorolympische Jahr ist etwas Besonderes. In das WM-Team zu fahren, ist für mich das große Ziel. Das heißt, schon bei den nationalen Sichtungen eine sehr gute Leistung abzuliefern“, ist sich Spenner der Bedeutung der gesamten Wintervorbereitung bewusst. Denn schon bei den beiden Verbands-Ranglisten-Regatten Mitte April und Anfang Mai werden die ersten Weichen für den weiteren Saisonverlauf gestellt.

Neustart im Jahr vor den Spielen

Aber auch wenn die beiden letzten Weltmeisterschaften für Kai Spenner (jeweils im Viererkajak) nicht wunschgemäß verliefen, geht der Herdecker doch hoch motiviert in die anstehenden Aufgaben: „Es fängt in diesem Jahr wieder bei Null an. Die letzten Jahre gehören der Vergangenheit an“, so Spenner.

Einen nicht unerheblichen Anteil an Spenners „Motivationsschub“ hat der Wechsel bei den Bundestrainer. Der bislang Verantwortliche wechselt in den Nachwuchsbereich; Arndt Hanisch, bislang allein Sprint-Bundestrainer, ist in der anstehenden Saison auch für die 1.000-Meter-Herren zuständig. Gemeinsam mit dem für das tägliche Training am Essener Bundesstützpunkt zuständigen Herrentrainer Robert Berger eine „optimale Konstellation“, sagt Spenner. „Es macht derzeit einfach einen Riesenspaß, dabei zu sein. Alle haben ihren Fokus natürlich auf der Olympiaqualifikation. Und dabei würde ich gerne auch eine Rolle spielen“.

In Indian Harbor Beach in Florida trainieren derzeit nahezu alle deutschen Top-Paddler direkt nebeneinander. Dort absolvieren sie nun drei Wochen Grundlagentraining mit drei bis vier Einheiten täglich, unter optimalen klimatischen Bedingungen. „Ich bin froh, endlich aus den Paddelhandschuhen heraus zu sein, die in Deutschland etwas vor dem eisigen Wind schützen“, verriet Spenner vor der Abreise in die USA.

Nicht mehr dabei ist der Wetteraner Torben Fröse. Er legt seinen Schwerpunkt nun auf die berufliche Seite und zieht sich aus dem absoluten Spitzenbereich des Leistungssports zurück.