Mit Hilfe aus Türkei will SSV Hagen wieder in höhere Ligen

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Hagen..  Noch kickt der SSV Hagen neuntklassig, Ende des Monats soll das etwas besser aussehen. Und parallel zum Endspurt in der Fußball-Kreisliga A und der erhofften Aufstiegs-Relegation plant der Höing-Klub für eine noch höherklassige Zukunft. Dabei helfen soll Abdulkadir Bakirdöven, ehemaliger Profi-Spieler und Berufs-Schiedsrichter aus der Türkei, der kommissarisch in den Vorstand aufrückt. „Der SSV soll wieder zu einer Talentschmiede werden“, sagt der in Neuss wohnende Bakirdöven. Erste Maßnahme ist ein großes Sichtungsturnier für 15- bis 22-Jährige am 13. Juni auf dem Höing, mit türkischen Erstligisten verhandelt man wegen Kooperationen.

Als Präsident von TÜFAD, dem Verein für Trainer mit türkischen Wurzeln in Europa, hatte Abdulkadir Bakırdöven Kontakt zu den SSV-Vorständlern Ömür Turhan und Vedat Yavuz. Der Besuch in Hagen und am Ischelandstadion gab dann den Ausschlag. „Da hat er gesehen, dass Potenzial da ist und entschieden, uns zu unterstützen“, sagt Yavuz. Und Bakirdöven, der für den türkischen Fußballverband in der Talentsichtung tätig ist, bestätigt: „Der SSV hat mal in der zweithöchsten Liga gespielt und eine tolle Anlage. Ziel ist es, daran anzuknüpfen und wieder in höhere Ligen zu kommen.“ Wie in vergangenen Zeiten etwa bei Erdal Keser oder Giovanni Federico wolle man Talente aus Hagen und dem Umkreis sammeln und zu Profispielern ausbilden.

Eine erste Talentsichtung in Hagen findet am 13. Juni von 10-18 Uhr auf dem Höing statt. Interessenten der Jahrgänge 1993 bis 2000 können sich unter www.futbolturk.de anmelden, etwa 80 Jugendliche werden nach Hagen eingeladen. Und haben dann die Chance, sich wie bei ähnlichen Turnieren in Nürnberg, Stuttgart, Rotterdam und Antwerpen für eine Sichtung im August in der Türkei mit Spielen gegen den Nachwuchs von Galatasaray oder Fenerbahce Istanbul zu empfehlen. Nicht nur Nachwuchsspieler mit türkischen Wurzeln suche man, dort liege aber schon der Schwerpunkt. Immerhin sind Internetseite, Handzettel und Plakate ausschließlich in türkisch verfasst. „Primärziel ist es zunächst, Spieler für den SSV zu sichten und zu gewinnen“, sagt Yavuz, räumt aber auch ein: „Natürlich gehen die talentiertesten in die Türkei.“

Mit einigen Erstligisten dort spricht man beim SSV über Kooperationen, mit Besiktas Istanbul, Eskisehirspor, Gaziantepspor und besonders Konyaspor sei man über die Vorgespräche hinaus. Geeignete, in Hagen ausgebildete Talente könnten dann in die Türkei wechseln, gleichzeitig wirbt man für Vorbereitungs-Trainingslager der Erstligisten in Hagen. Darüberhinaus plant der SSV mit dem neuen Vorständler Vorbereitungsspiele gegen hochklassige Gegner, den Besuch bekannter Trainer und Spieler oder Jugend-Turniere mit internationalen Topklubs. „Wir wollen den Fußball hier beleben“, fasst Bakirdöven die ambitionierten Ziele zusammen.