Mit einem Lächeln gewinnt Caroline Lange WM-Silber

Die Hagenerin Caroline Lange (links)
Die Hagenerin Caroline Lange (links)
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Mit allzu großen Erwartungen war Caroline Lange nicht ins russische St. Petersburg gereist. Doch ganz überraschend gewann die Pole Dancerin aus Hagen dort Silber bei der IPSE (International Pole Sport Elite), einer durch die Verbände organisierten Weltmeisterschaft.

St. Petersburg/Hagen.. Russland, St. Petersburg. Das Land der rhythmischen Sportgymnastik, in dem junge Frauen Höchstleistungen unter Drill und der russischen Strenge vollbringen. Wenige schaffen es, an das Niveau der russischen Schule anzuknüpfen, die härter ist als jedes Militär-Bootcamp. Zu diesen gehört die Hagener Pole-Dancerin Caroline Lange. Sie wurde in St. Petersburg Vize-Meisterin bei der IPSE (International Pole Sport Elite), einer durch die Verbände organisierten Weltmeisterschaft.

Das jährlich stattfindende Großereignis wird in den Gemäuern des St. Petersburger Sport- und Konzert-Komplexes ausgetragen und zählt zu einem der wichtigsten Ereignisse im Kalender der internationalen Pole-Sport-Meisterschaften. Als einzige vertrat Caro Lange dort das deutsche Team, sie wurde vom deutschen Verband (DPSV) zu diesem Event berufen. Und bewies, dass dieser Sport auch in Deutschland auf höchstem Niveau praktiziert wird. Dabei war ihre Erwartungshaltung zunächst klein, sie wollte lediglich einen guten Auftritt auf die Bühne bringen und mit einem guten Gefühl die Meisterschaften verlassen. Das gelang - und mehr. „Dass meine Intuition mich so bestätigte, hätte ich nicht gedacht. Besser hätte es nicht laufen können“, sagt Lange mit einem Lächeln.

Und genau dieses Lächeln könnte ihr Schlüssel zum Erfolg gewesen sein. Während besonders die russischen Akrobatinnen immer mit einer strengen Miene ihre Choreographie bestreiten, war sie die einzige, die auch die schwersten Tricks mit einem verzaubernden Lächeln präsentierte und damit die Jury in ihren Bann zog. Gegen 14 Konkurrentinnen aus fünf Nationen setzte die Hagenerin sich in der höchsten Kategorie durch. „Dort gibt es eine Unterteilung in Tänzerinnen, die zuvor rhytmische Sportgymnastik betrieben haben, und in die, die nicht diesen Background aufweisen können. Ich bin in der zweiten Kategorie gestartet“, erklärt die Akrobatin und ergänzt: „Aber auch dort war der Druck wahnsinnig hoch. Als meine Konkurrentinnen sich warm machten, zeigten sie schon die schwierigsten Tricks. Das motiviert einen natürlich noch mehr, setzt einen aber genauso sehr unter Druck.“ Dem sie eindrucksvoll standhielt.

Auf diesem Erfolg, der intensiven drei Monaten der Vorbereitung folgte, kann sich die Tänzerin aber nicht lange ausruhen. Am 6. Juni stehen in Gießen die deutschen Meisterschaften (Miss Pole Dance Germany) an. Schneidet Caroline Lange dort genauso gut ab, qualifiziert sie sich direkt für die tags darauf am gleichen Ort stattfindende Weltmeisterschaft (Miss Pole Dance Globe). „Die Weltmeisterschaft ist wieder mein Ziel. Ich bin hoch motiviert und kann es kaum erwarten, wieder an die Arbeit zu gehen“, sagt sie. Zu dieser Arbeit gehören noch schwierigere Tricks, eine neue Choreographie, eine neue Liedauswahl und ein neues Kostüm - alles Komponenten, die in die Bewertung mit eingehen.

Nach Gießen wird die Hagenerin aber nicht alleine reisen. Sie hat Unterstützung vom Championship-Team ihrer Pole-Garage, auch einige ihrer Schützlinge können sich bei den deutschen Meisterschaften prüfen lassen. „Es ist immer schöner, mit Menschen dieses Erlebnis zu teilen, die in der gleiche Situation sind wie ich“, ist Caro Lange erwartungsfroh: „Der Zusammenhalt und die Untersützung spornen zu neuen Leistungen an.“