Mit dem Theraband gegen die Osteoporose

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Haspe..  „So, hat jeder sein Band gefunden? Wir wollen gleich starten.“ Doris Meise-Döring versucht ihre - heute rein weibliche - Gruppe zusammenzusuchen. „Wir haben auch mal Männer dabei, aber meistens bleiben wir unter uns Frauen“, sagt die Übungsleiterin des TuS Deutsche Eiche Kückelhausen. Dem Spaß in der Osteoporose-Gruppe tut das keinen Abbruch: Bevor die Übungen beginnen, haben die Damen viel zu reden und zu lachen, die größte Sorge gilt heute dem Erscheinungsbild: „Also heute sind meine Haare aber nun wirklich nicht vorteilhaft für ein Foto.“

Was passiert im Kurs?

Die Meinung in der Gruppe ist eindeutig: „Durch den Sport ist meine Osteoporose nicht verschwunden, aber ich habe sie doch deutlich in den Griff bekommen. Und Spaß habe ich auch noch dabei“, sagt Petra Baldé, die sich nach mehreren Beschwerden dachte: „Jetzt musst du was tun.“ Und so auf die Gruppe von Doris Meise-Döring aufmerksam wurde. Aber nicht nur akute Beschwerden von Osteoporose-Patienten werden angegangen, auch auf Prävention und soziale Kontakte wird großer Wert gelegt „Ich habe keine Osteoporose, aber ich bin trotzdem hier“, sagt etwa Christine Wolf. Wie bei ihr steht bei allen Gruppenmitgliedern der Spaß im Vordergrund, während der Übungen wird viel gelacht und gescherzt, auch wenn alle großen Wert auf den sportlichen Aspekt legen. „Eigentlich sind wir mehr, aber keine riesige Gruppe“, sagt Doris Meise-Döring: „Ich muss ja auch ein Auge auf alle haben können.“

Zum Aufwärmen greift sich jede der Frauen ein Theraband („rot sind die leichtesten, grün die schwereren“). Zur Musik wird mit dem Band in den Händen auf der Stelle gegangen, die Arme werden gekreist, die Schulter gelockert. „Haltet die Körperspannung. Atmet durch den Mund ein und durch die Nase aus! Und die Knie hoch und noch einmal“, motiviert die Übungsleiterin die Damen. Begleitend wird der Effekt hinter den Übungen erklärt: „Das stärkt eure Schultermuskulatur einschließlich des großen Trapezmuskels.“

Nach der Aufwärmphase werden die Matten verteilt, eine für jeden. Auch bei den folgenden Übungen kommen die Therabänder wieder zum Einsatz, um Stabilität - bei zum Beispiel Sit-ups - zu geben. Aber auch andere Übungsgeräte sind im Kurs zu finden, wie beispielsweise Redondobälle - weiche Schaumstoffbälle etwa zur Kräftigung der Fingermuskulatur oder als Nackenstütze - und Hanteln mit leichten Gewichten von 500 g und 1kg. Auch bei diesen Übungen weiß Doris Meise-Döring, wie sie ihre Gruppe motivieren kann: „Wir schaffen das jetzt noch vier Mal!“

Was unterscheidet Kurs von anderen Angeboten?

Osteoporose-Patienten leiden, in den meisten Fällen, an einer altersbedingten Erkrankung der Knochen, welche sie anfälliger für Brüche und Frakturen macht. Besonders betroffen sind Frauen (80 Prozent). „Bei uns werden nach einer Aufwärmphase alle Körperregionen trainiert. Wir machen aber viele Fingerübungen, da diese am ehesten betroffen sind.“ Außerdem lässt Doris Meise-Döring, eine gelernte Physiotherapeutin, immer wieder physio- und isometrische Elemente in ihre Übungseinheit einfließen. „Ich habe 1995 meine erste Ausbildung gemacht und bilde mich seitdem kontinuierlich weiter“, sagt sie: „Man muss ja immer auf dem neusten Stand bleiben. Ich selbst mache jeden Tag Sport und bin nach wie vor fit.“

Wann wird trainiert?

Und das möchte sie auch ihren Sportlern vermitteln: Spaß und Freude an der Bewegung haben. Trainiert wird an jedem Montag von 17.30 bis 18.30 Uhr in der Altbau-Turnhalle der Gesamtschule Haspe, Interessierte sind bei DE Kückelhausen jederzeit willkommen, sich einem Probetraining anzuschließen.