Mit 13 Jahren schon deutscher Serienmeister der Junioren

Ennepe-Ruhr..  Mathematik und Englisch sind nicht unbedingt die typischen Lieblingsfächer eines Sportlers. Bei Nils Rinas aber gibt zumindest die Fremdsprache einen kleinen Hinweis auf seinen großen Traum: „Irgendwann möchte ich in Amerika mit den Stars der Szene einen Contest fahren“, sagt er.

Nils Rinas ist 13 Jahre alt. Vor einigen Wochen hat er zum dritten Mal in Folge bei den Deutschen Meisterschaften der U16-Junioren im Inlineskaten gewonnen. Im Februar nahm er als einziger Deutscher an der WM in Eindhoven teil und landete auf Rang fünf. Bis heute nahm er bereits an 40 Wettbewerben im In- und Ausland teil. Eine beeindruckende Vita für einen, der erst seit vier Jahren skatet.

Angefangen hat alles an der Nordsee. Hier fand er einen Skaterpark am Strand, besorgte sich ein Paar Inline-Skates und begann mit leichten Tricks, „die er sich meistens im Internet angeschaut hatte“, wie Mutter Sandra erzählt.

Mittlerweile beschäftigt sich der Schüler der Wilhelm-Kraft-Gesamtschule (Gesamtschule des Ennepe-Ruhr-Kreises für die Städte Ennepetal, Gevelsberg, Schwelm, Sprockhövel und Wetter) nur noch selten mit den leichten Tricks, die er einst am holländischen Strand lernte. Heute geht es um Rampen, Grinds – das Rutschen auf dünnen Boxen – oder Drehungen. Dass das nicht ungefährlich ist, scheint jedem klar zu sein. Auch Nils selbst: „Ich überlege immer, was passieren kann. Ich habe keine Lust, mich zu verletzen. So kann ich noch länger skaten.“

Unterstützung von der Familie

Seine Mutter habe zwar am Anfang Angst um ihn gehabt, mittlerweile aber nicht mehr. „Die Skater lernen, richtig zu fallen“, sagt sie. Für den besten Schutz trägt Nils immer einen Helm und spezielle Schutzkleidung unter der Hose und an den Händen. Alles vermeiden können aber auch die Protektoren nicht: Vor einiger Zeit schürfte er sich eine Gesichtshälfte auf.

Der Urlaub in Holland verging, die Leidenschaft blieb. Mittlerweile trainiert der Achtklässler drei bis vier Mal pro Woche – wenn es die Schule zulässt. „Aber da habe ich Glück, weil ich meistens gute Noten schreibe“, erzählt der Haßlinghauser ein wenig verlegen. Die Schule spielt sowieso eine nicht ganz unbedeutende Rolle in seinem Sportlerleben. „Die Lehrer unterstützen ihn viel. Wenn er Wettbewerbe hat, darf er zum Beispiel früher gehen“, sagt seine Mutter.

Unterstützung erhält er auch von seiner Familie: Beide Elternteile fahren ihn, loben ihn – halten ihn aber auch auf dem Boden der Tatsachen. „Wenn wir meinen, dass ein Lauf nicht so gut war, sagen wir das auch“, sagte Sandra Rinas.

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