Mindestlohn verändert nichts beim SV 1910

Für die Fußballer des SV Hohenlimburg 1910 ändert sich trotz des Mindestlohn-Gesetzes nichts.
Für die Fußballer des SV Hohenlimburg 1910 ändert sich trotz des Mindestlohn-Gesetzes nichts.
Foto: WP

Hohenlimburg..  Seit Jahresbeginn greift in Deutschland das Mindestlohngesetz, das einen Brutto-Stundenlohn von 8,50 Euro vorschreibt. Davon betroffen sind nicht nur Arbeitnehmer, sondern auch Vertragsamateure bei Sportvereinen. Sieben Spieler des Fußball-Landesligisten SV Hohenlimburg 1910 besitzen in der aktuellen Saison einen solchen Kontrakt, der ihnen laut DFB-Statuten mindestens 250 Euro im Monat zusichert. Auswirkungen auf den Verein habe das neue Gesetz laut SV-Kassierer Hartmut Sonnenburg aber nicht: „Unsere Trainingszeiten waren und sind so, dass wir von der Änderung nicht betroffen sind.“

Aktive Zeit mit Formel berechnet

„Die für das Gerüst der Mannschaft wichtigen Spieler sind Vertragsamateure“, erläutert Sonnenburg, „damit beide Seiten sich an diesen Vertrag halten.“ Aber auch Ergänzungsspieler, die eine geringe Summe erhielten, seien beim SV 1910 sozialversicherungspflichtig angemeldet.

Schon seit Jahren arbeite der Verein mit einer Formel, mit der die monatlich aktive Zeit der Kicker ermittelt werde. Dabei würden die wöchentlichen Trainings- und Spielzeiten von durchschnittlich 5,25 Stunden hochgerechnet, sodass die Fußballer auf einen monatlichen Wert von 22,75 Stunden kämen. Und obwohl es sich bei allen betroffenen Spielern um geringfügig Beschäftigte handele, deren monatliches Salär auf höchstens 450 Euro begrenzt sei, „ist der Mindestlohn in jedem Fall zu 100 Prozent gewährleistet.“

Bei einer finanziellen Zuwendung in Höhe von 450 Euro errechne sich beispielsweise ein Stundenlohn von 19,78 Euro – deutlich mehr als die vorgeschrieben 8,50 Euro. „Und selbst wenn jemand nur 200 Euro im Monat bekommt“, fährt Sonnenburg fort, „ergibt sich immer noch ein Stundenlohn von 8,79 Euro.“

Aufgrund der Winter- und Sommerpause sowie der spielfreien Wochenenden läge die aktive Zeit tatsächlich sogar unter dem errechneten Wert; zumal die Zeit fürs Duschen oder die Fahrt zum Training nicht mit einberechnet werde: „Das gilt für normale Arbeitnehmer ja genauso.“

Aufgrund der klaren Verhältnisse beim heimischen Landesligisten würde auch kein Zehner Spieler Stundenzettel ausfüllen, um einen schriftlichen Nachweis in Händen zu halten. „Das müssen wohl nur Vereinsspieler machen, bei denen es nicht sicher ist, ob sie den Mindestlohn erhalten“, sagt Sonnenburg. „Für uns gilt das nicht.“

Etwas anders stelle sich die Situation für die Zehner Trainer dar, die eine Übungsleiterpauschale erhielten. Und bekomme ein ehrenamtlicher Mitarbeiter eine Aufwandsentschädigung, zum Beispiel für Auswärtsfahrten, laufe auch das im Rahmen der steuerfreien Pauschale. Das Mindestlohngesetz sei davon nicht betroffen.

Fußball steht im Mittelpunkt

Überhaupt will Hartmut Sonnenburg die Aufwendungen für geringfügig Beschäftigte auf dem Platz nicht überbewertet wissen: „Die Spieler gehen in erster Linie ihrem Hobby nach. Der Fußball steht im Mittelpunkt – und nicht der Stundenlohn.“