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3. Handball-Liga West

Maystrenko rettet Eintracht einen Zähler

12.02.2012 | 21:34 Uhr
Maystrenko rettet Eintracht einen Zähler
g.

Duisburg/Hagen.(hof) Ein denkwürdiges Handballspiel fand keinen Sieger. 30:30 (13:13) trennten sich in der Sporthalle an der Krefelder Straße die Drittliga-Teams des OSC Rheinhausen und VfL Eintracht Hagen.

Eintracht-Trainer Khalid Khan hat schon viel erlebt. „Aber mit einem Feldspieler gegen sechs gegnerische zu spielen, das war für mich eine neue Erfahrung“, gestand der Übungsleiter der Grüngelben. Zum Glück mussten sich Mark Oberste und Torwart Sebastian Schmidt nur sieben Sekunden den Ball zupassen, bevor wenigstens wieder ein zweiter Eintracht-Feldspieler mitwirken durfte.

Obwohl der VfL Eintracht neben Arthur Giela (noch Sportverbot) auch die Rückraum-Kollegen Michael Wulf (verletzt) und Patrick Lütgenau (krank) ersetzen musste, lagen die Hagener im ersten Abschnitt zunächst vorn (1:3, 3:5, 5:7), ehe sich Szymanowicz (11/3) und Co. eine 9:7-Führung holten. Bis zur Pause glich der VfL aber wieder aus.

Im zweiten Abschnitt sah es zunächst noch besser aus für die Gäste, die sich mit einem guten Torwart Sebastian Schmidt Führungen von 19:15, 21:17 und 26:23 erkämpften. Dann wurde es turbulent. Rheinhausens Marcel Wernicke und Ruwen Thoke, der auf dessen Foulspiel nach Meinung der Referees überreagierte, sahen jeweils die Rote Karte. Die Eintrachtler Nikita Maystrenko (24.) und Ben Schütte (25.) handelten sich Zweiminutenstrafen ein, ehe Maciej Dmytruszysnki nach 25:08 Minuten „Rot“ sah. Er soll den zurücklaufenden Patrick Ranftler zu Fall gebracht haben. „Ranftler ist in ihn hineingesprungen, Dimi konnte ihn gar nicht sehen“, sprach Khalid Khan auch nach dem Spiel noch von einer „groben Unsportlichkeit“. Für seine Proteste in der Halle bekam der Eintracht-Coach eine Zeitstrafe. Es wurde übersichtlich auf dem Feld, aber unübersichtlich am Anschreibetisch.

Eintracht agierte 40 Sekunden mit drei Feldspielern gegen sechs des OSC, bevor moniert wurde, dass eigentlich nur zwei Eintrachtler auf dem Feld sein dürften. Der überzählige Mann musste ­hinunter, für den „Wechselfehler“ gab es weitere „zwei Minuten“. Marc Oberste blieb als einziger Feldspieler übrig.

Dass die Gäste in dieser Phase ihre Dreitore-Führung verspielten, überraschte nicht. Aus dem 26:23 wurde ein 27:30-Rückstand, den einzigen Eintracht-Treffer in dieser Phase erzielte Marc Oberste in dreifacher Unterzahl.

Aber die Grüngelben bewiesen eine unglaubliche Moral. Wieder komplett, brachte Jan Wilhelm sein Team mit zwei Treffern auf 29:30 heran. In den letzten 44 Sekunden war der VfL Eintracht nach einer Zeitstrafe gegen Ranftler einmal in Überzahl. Der junge Nikita Maystrenko, der als Halblinker begonnen hatte, aber auch am Kreis spielte, glich in letzter Sekunde aus. Der Jubel in den Eintracht-Reihen war unbeschreiblich.

„Das war mehr als ein Lebenszeichen“, freute sich Khalid Khan, „jeder hat heute zu 100 Prozent überzeugt.“

VfL: Schmidt; Gollor (2), Wilhelm (2), Oberste (3), Rosian (2), Maystrenko (2), Dmytruszynski (5), Schütte (5), Thoke (1), Schulte-Berthold, Kraus (8/4).

Rainer Hofeditz

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