„Mannschaftsgeist muss einfach stimmen“

Mandy Taubert vom SC Berchum/Garenfeld im berliner Olympiastadion beim DFB-Pokalfinale.
Mandy Taubert vom SC Berchum/Garenfeld im berliner Olympiastadion beim DFB-Pokalfinale.
Foto: WP

Hohenlimburg..  Eigentlich müsste es nicht nur kreisweit der absolute Rekord sein. Im Internet steht, dass sie in der Saison 2014/15 für den Frauenfußball-Kreisligisten SC Berchum/Garenfeld 68 Tore erzielt hat. „Stimmt nicht, sind nur 67“, sagt Mandy Taubert und lacht. Die sympathische Hohenlimburgerin, die als Bürokauffrau arbeitet und auf der Position „10“ spielt, hat sich im Interview der Woche den Fragen dieser Zeitung gestellt.

Mandy, was hätten Sie mir geantwortet, wenn ich vor der Saison prophezeit hätte: Sie schießen etwa 70 Tore...

Mandy Taubert: Sie spinnen wohl (lacht). Damit habe ich nun wirklich nicht gerechnet.

Sind Sie mit dem Abschneiden des SC B/G zufrieden?

Wir können am Sonntag noch Tabellenzweiter werden, wenn wird gegen TSG Sprockhövel gewinnen. Das wäre natürlich ein hervorragendes Resultat. Leider ist es nicht realistisch, als Tabellenzweiter noch aufzusteigen.

Apropos Aufstieg - ist die Bezirksliga ein Ziel, welches sich die Mannschaft mittelfristig gesetzt hat?

Auf jeden Fall, wir können das erreichen. Es sieht für die Zukunft sehr gut aus. Wir bekommen noch einen Neuzugang von der ersten Mannschaft von BW Voerde. Für die kommende Spielzeit fehlt uns aber noch eine Torfrau.

Wie sind sie zum Fußball gekommen?

Ich habe vorher Judo gemacht, bis ich neun Jahre alt war. Ich war in meiner Kindheit immer nur mit Jungs zusammen und wollte immer Fußball spielen. Ich war zuerst beim SV Hohenlimburg 1910, da hat es mir nicht so gut gefallen. Durch eine frühere Freundin habe ich dann 2010 ein Probetraining beim SC Berchum/Garenfeld gemacht. Da hat es mir super gefallen und bin beim Verein geblieben.

Und Sie spielen auch nächste Saison im Waldstadion?

Definitiv!

Wie sieht denn der Unterbau aus? Eine Jugendmannschaft im weiblichen Bereich gibt es ja leider nicht mehr...

Was seitens des Vereins da geplant ist, weiß ich nicht. Es wäre schön, wieder ein Juniorinnenteam aufzubauen. Auch eine zweite Frauenmannschaft wäre wünschenswert.

Was macht das Team des SC B/G aus?

Der Mannschaftsgeist, die Geschlossenheit. Wir kämpfen immer nach dem Motto „Eine für alle, alle für eine!“. Das ist der Punkt, der einfach stimmen muss. Und so haben wir auch Erfolg.

Sind Sie ein Fan von einem Verein in der Männer-Bundesliga?

Ich muss ehrlich sagen, dass mich die Bundesliga überhaupt nicht interessiert. Ich schaue mir Spiele der Nationalmannschaft an. So zum Beispiel auch jetzt die Frauen bei der Weltmeisterschaft in Kanada. Mit 10:0 gegen die Elfenbeinküste sind die ja furios gestartet.

Was trauen Sie der Truppe von Trainerin Silvia Neid zu?

Unter die ersten drei Mannschaften werden sie auf jeden Fall kommen. Ich habe mich übrigens auch sehr gefreut, dass Alexandra Popp im ersten Gruppenspiel ein Tor geschossen hat. Sie stammt ja hier aus der Nähe.

Im Fokus stand, dass die WM-Spiele in Kanada auf Kunstrasen stattfinden.

Stimmt, das ist für die Profis natürlich recht ungewohnt. Aber ich sehe das nicht so dramatisch. Ich selbst kenne es auch nicht anders, wir spielen nur auf Kunstrasen. Zweimal in der Saison müssen wir auch auf Asche spielen.

Sie waren zu Gast beim DFB-Pokal-Endspiel in Berlin. Wie kam es dazu?

Das war der erste Preis eines Gewinnspiels der Zeitschrift des SC Berchum/Garenfeld, die zweimal im Jahr erstellt wird. Das war eine Art Kreuzworträtsel. Da habe ich dran teilgenommen und die Karten gewonnen. Ich war dann von Freitag bis Sonntag in Berlin, habe mir viel angeschaut, so zum Beispiel das Brandenburger Tor und den Fernsehturm. Die Atmosphäre im Stadion war natürlich superklasse. Ich finde auch, dass Wolfsburg verdient gewonnen hat.

Ich biete Ihnen zwei Eintrittskarten an. Eine ist für das DFB-Pokalspiel der Männer, die andere für das WM-Finale der Frauen. Welche würden Sie nehmen?

Da würde ich mich für die Frauen entscheiden, zumal es ja eine Weltmeisterschaft wäre. Mal ein Finale eines großen Turnieres anzuschauen, wäre schon reizvoll.