Manchmal geht Leon Sievert noch zu viel Risiko

Am Wochenende startet Leon Sievert  aus Breckerfeld
Am Wochenende startet Leon Sievert aus Breckerfeld
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Breckerfeld/Verdun..  Gips gab es auch in dieser Saison schon wieder, doch die sportlichen Erfolge überwiegen. Und am Wochenende steht für den jungen Breckerfelder Motocross-Fahrer Leon Sievert ein Saison-Höhepunkt an. Im französischen Verdun startet der Elfjährige bei den MX Master Kids. „Eine Art inoffizielle Mini-Weltmeisterschaft“, weiß Vater Michael Sievert, rund 750 Fahrer aus 24 Nationen treten an.

In drei Meisterschaften hat sich Leon Sievert für die aktuelle Saison eingetragen, 18 so genannte Prädikatsrennen stehen auf dem Programm. Nach seinem Umstieg von der 65-ccm-Maschine auf die 85-er startet er bei Läufen der deutschen und niederländischen Meisterschaften, dazu bei diversen regionalen Serien. Vor allem aber nimmt der junge Breckerfelder erstmals an den ADAC MX-Masters teil. „Das ist der Hammer“, sagt er, „hier wird es so saumäßig schnell.“ Die sechs Rennen hier seien die Höhepunkte der Saison, sagt Michael Sievert, sehr professionelle Veranstaltungen vor bis zu 12 000 Zuschauern: „Die Formel 1 organisiert ihre Rennen nicht besser.“

Dass Leon Sievert im Feld der bis zu vier Jahre älteren Fahrer bei Europas wohl leistungsstärkster Motocross-Serie nicht gleich vordere Platzierungen belegen kann, sei erwartbar gewesen. „Bei den regionalen Rennen ist er meist ganz vorn dabei“, erklärt Michael Sievert, „bei den Masters wird das noch ein bisschen dauern. Schon weil er von der Statur her einer der kleinsten ist, die da mitfahren.“ Sich jeweils für das „Last-Chance-Rennen“ jenseits des Finales der besten 34 zu qualifizieren, also 22 der 96 Starter hinter sich zu lassen, ist sein Ziel.

Das klappte bei den ersten drei Masters-Teilnahmen auf Anhieb. In Fürstlich Drehna zum Auftakt belegte Leon Sievert Endplatzierung 67, in Jauer war er schon zehn Plätze weiter vorne. Und beim dritten Start in Aichwald versuchte der Elfjährige es zu sehr mit der Brechstange. „Beim Kampf um Position 24 hat Leon an einer zu engen Stelle versucht, vorbei zu kommen“, berichtet Michael Sievert, „da haben sie ihn in die Wand geschickt.“ So fiel sein Sohn im „Last-Chance-Rennen“ auf Position 30 zurück, das bedeutete hinter den 34 Finalisten Endrang 64.

An Geduld mangele es Leon bisweilen, räumt Michael Siebert ein. „Manchmal geht er zu viel Risiko, um nach vorne zu kommen“, sagt er, „er müsste im richtigen Moment mal zurückstecken.“ Eigens deshalb arbeite sein Sohn seit sechs Wochen mit einer Mentaltrainerin zusammen. Zumal der ADAC-Westfalenmeister des Vorjahres, der bisher jüngste überhaupt übrigens, auch in der aktuellen Saison schon wieder mit Gips wegen einer Bänderdehnung nach einem zu weiten Sprung pausieren musste. Sein „Heimrennen“ in Wilnsdorf - Leon Sievert fährt für den MSC Oberes Weisstal - hätte er deshalb fast verpasst. Und war mit zweimal Rang 24 nach einem Minimum an Training so auch zufrieden.

Gut im Plan

Mittlerweile ist der Elfjährige, der in der Vorsaison gleich dreimal wegen Arm- oder Beinbrüchen pausieren musste, wieder fit. Und fiebert dem Start in Frankreich entgegen. „Da wollen wir auf jeden Fall am Sonntag im Finale fahren“, sagt Michael Sievert, einen Platz unter den ersten 20 seiner Gruppe muss sein Sohn dazu in Verdun belegen. Danach geht es erstmal in den Urlaub nach Italien, doch schon auf der Rückreise steht wieder Motocross auf dem Programm: Im österreichischen Ried findet am zweiten August-Wochenende das nächste Masters-Rennen statt. „In so einem starken Fahrerfeld muss Leon Erfahrungen sammeln“, findet Michael Sievert: „Aber er fährt ja auch erst ein Dreiviertel-Jahr auf der 85er-Maschine, dafür sind wir gut im Plan.“ Der läuft bei dem jungen Motorsportler darauf hinaus, in ein paar Jahren an Weltmeisterschaft und Supercross in den USA teilzunehmen.