Mal eben 1000 Kilometer nach Olmütz

Der HSG-Vorsitzende Stephan Willner (links) und Bezirksvertreter Holger Lotz fuhren zum U-21-Halbfinale.
Der HSG-Vorsitzende Stephan Willner (links) und Bezirksvertreter Holger Lotz fuhren zum U-21-Halbfinale.
Foto: WP

Hohenlimburg..  Nein, als Fußball-Maskottchen eignen sich die beiden wahrlich nicht. Denn Stephan Willner, Vorsitzender der HSG-Handballer, und Holger Lotz, seines Zeichens Mitglied der Bezirksvertretung und in jungen Jahren Kicker beim SV Hohenlimburg 1910, reisten zum Halbfinale der U-21-EM ins tschechische Olmütz, um mit einer 0:5-Klatsche im Gepäck wieder heimzukehren.

Es war ein Klassiker der Kategorie Schnapsidee: Am Montag, 22. Juni, schickte Willner an mehrere Kumpels eine SMS mit dem Wortlaut „Sollen wir Freitag nach Prag fahren?“ – und erhielt einzig von eine positive Antwort. Die tschechische Hauptstadt war als Ziel auserkoren worden, da die deutsche Elf am darauffolgenden Dienstag ja nur mal eben gegen den Gastgeber gewinnen musste, um ihr Halbfinale am Samstag in Prag zu spielen.

Doch daraus wurde nichts: Das DFB-Team kam über ein 1:1 nicht hinaus und musste deshalb in der Vorschlussrunde im 300 Kilometer weiter östlich gelegenen Olmütz antreten. „Egal – das ziehen wir jetzt durch“, ließen sich die Hohenlimburger von solchen Kleinigkeiten nicht beirren.

Haupttribüne für 7,34 Euro

Los ging’s am vergangenen Freitagmorgen schließlich nach Prag, wo die Herren ob des deutlich unterhaltsameren Nachtlebens eine Zwischenstation einlegten. Am Steuer saß bei der dreitägigen, 2000 Kilometer langen Tour übrigens ausschließlich Willner, denn der HSG-Präsi besitzt neben einem Faible für Hand- und Fußball auch eine ausgeprägte Leidenschaft fürs Autofahren. Nach einer Übernachtung in der Goldenen Stadt brach man am Samstag dann nach Olmütz auf, wo die Hohenlimburger – aufgrund eines Staus – relativ spät eintrudelten und von einem Greis erfuhren: „Ausverkauft!“ Ein kurzer Gang zum Kassenhäuschen verdeutlichte jedoch, dass selbst tschechische Senioren nicht alles wissen. Für je 200 Kronen kauften die Deutschen Haupttribünenkarten. „Das sind 7,34 Euro“, kann Willner den Preis auch im Nachhinein akzeptieren.

Luftige Rückfahrt

Ganz und gar nicht einverstanden zeigte sich die beiden aber mit dem, was sie und ein paar hundert weitere deutsche Fans für ihr Geld zu sehen bekamen: 0:5. „Die Portugiesen haben uns vorgeführt“, lautete das vernichtende Urteil des HSG-Chefs.

Am Sonntag stand die 1000 Kilometer lange Rückreise auf dem Programm, wobei das Cabrioletdach des Willner-Mobils aufgrund des sommerlichen Wetters geöffnet blieb. Abends erreichten die Hohenlimburger schließlich die Heimat. Sportlich auf dem Boden der Tatsachen, dafür aber gut gebräunt.