„Ma-Ma-Martinek“ feiert Freitag 70. Geburtstag

Die Hakenwürfe waren das Markenzeichen von Josef „Joschko“ Martinek, hier in einem Europapokalspiel gegen Helsinki.Foto:Willy Moll
Die Hakenwürfe waren das Markenzeichen von Josef „Joschko“ Martinek, hier in einem Europapokalspiel gegen Helsinki.Foto:Willy Moll
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Hagen..  „Ma-Ma-Martinek!“ Ältere Basketball-Freunde wissen sofort, von wem die Rede ist. Josef „Joschko“ Martinek war an den größten Erfolgen beteiligt, die Hagens Korbjäger jemals errungen haben. Und zwar maßgeblich. 1974 wurde der 2,04-m-Center mit dem SSV Hagen deutscher Meister, 1975 eroberte die Truppe von Trainer Jörg Trapp den nationalen Pokal. Als letzteres gelang, war Martinek 30 Jahre alt. Am morgigen Freitag feiert er seinen 70. Geburtstag.

Ein Jahr vor dem Gewinn der deutschen Meisterschaft hatte die Basketball-Karriere Martinek noch die Rolle des tragischen Helden zugedacht. „Im Viertelfinale gegen Bamberg lagen wir mit einem Punkt zurück, als ich in letzter Sekunde zwei Freiwürfe zugesprochen bekam“, das vergisst der gebürtige Tschechoslowake nie. „Den ersten habe ich verwandelt, den zweiten nicht.“ Das Spiel endete unentschieden - so etwas gab es damals noch - der SSV Hagen schied aus. Ein Jahr später waren Martinek & Co. deutscher Meister.

Der tschechische Nationalspieler verließ sein Heimatland 1968 und spielte drei Jahre als Profi in Belgien. 1971 kam er zum SSV Hagen. „Er war nicht unbedingt der Schnellste, aber er hat außerordentlich effektiv gespielt“, erinnert sich Martineks damaliger Teamkamerad Peter Krüsmann. Körperlich robust (Krüsmann: „Wenn er einen Block gestellt hat, dann war das auch ein Block!“), reboundstark und vorne vor allem mit seinen unnachahmlichen Hakenwürfen erfolgreich. Beim SSV war „Joschko“ Publikumsliebling und lange unverzichtbar, bevor er seine Erstliga-Karriere in Wolfenbüttel und 1980/81 bei Aufsteiger BG Hagen ausklingen ließ. Die BG, mit der er die Klasse nicht halten konnte, trainierte er später auch.

Zu den ehemaligen SSV-Mitspielern riss der Kontakt nie ab. „Der Sport prägt den Menschen“, sagt „Ma-Ma-Martinek“, wie ihn die Fans feierten. Der ehemalige Technische Angestellte lebt heute noch in Hagen. An Gratulanten wird es am Freitag nicht mangeln.

Nur Jimmy Wilkins traf besser im zweiten Finale

Im deutschen Finale gewann der SSV Hagen 1974 das Hinspiel gegen den USC Heidelberg mit 67:54. Josef Martinek steuerte neun Punkte bei. Beim 70:64-Rückspielerfolg in Heidelberg war er mit 17 Punkten zweitbester Schütze hinter dem Amerikaner Jimmy Wilkins (22).