Ligenreform schlägt hohe Wellen

Foto: heinz-werner schroth
Was wir bereits wissen
Ab kommender Saison ist die 2. Bundesliga der Ringer Geschichte. An ihre Stelle treten drei bis vier 1. Bundesligen, die nach Gebieten aufgeteilt werden.

Hohenlimburg..  Die Ringer des KSV Hohenlimburg wurden in der vergangenen Saison Meister in der Oberliga – der vorletzte Meister überhaupt, denn nach dieser Saison ist die Oberliga in dieser Art Geschichte. Die 2. Bundesliga wird zudem komplett abgeschafft. Und noch etwas ändert sich: Die Hohenlimburger verzichteten als Erster auf den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Auch Verfolger Neuss wollte nicht hoch. Dieser Verzicht ist künftig nicht mehr erlaubt. Wer Meister wird, muss hoch. Das alles wurde bei einer Tagung des Deutschen Ringerbundes (DRB) in Bad Mergentheim ab der Saison 2017 beschlossen.

Hohenlimburg auf Platz vier

Demzufolge soll es künftig drei oder vier 1. Bundesligen geben, aufgeteilt nach regionalen Gesichtspunkten. Darunter folgt dann eine gewisse Anzahl an Oberligen. Bereits vor acht Wochen war eine Änderung dieser Art im Gespräch. Darunter auch eine Begrenzung des Budgets auf 150 000 Euro.

Derzeit gibt es acht Erstligisten und 30 Teams in den zweiten Ligen. An der Spitze der Oberliga West rangiert aktuell der KSK Konkordia Neuss, mit 12:2 Punkten gleichauf mit der TSG Herdecke. Die Hohenlimburger stehen nach abgeschlossener Hinrunde mit 8:6 Punkten auf dem vierten Platz.

30 000 Euro Unterschied

Bislang hatte Hohenlimburgs Trainer Thorsten Busch eine Wahrnehmung des Aufstiegsrechts kategorisch ausgeschlossen. Zu groß wäre das damit verbundene finanzielle Risiko für den Verein, der bereits in der 2. Bundesliga gerungen hat und in Schieflage geraten war, die aber, zurück in der Oberliga, korrigiert werden konnte. Vier Punkte Rückstand auf die Spitzenteams – Entschieden ist auch in dieser Saison noch nichts. Zwar haben die Hohenlimburger das Derby gegen Herdecke verloren und auch gegen Neuss den Kürzeren gezogen, aber es folgt ja noch die Rückrunde, und hier will Busch, der nach der laufenden Saison sein Engagement an der Lenne beenden wird, noch einmal für Furore sorgen.

Die neuen Umstände haben aber auch ihn eiskalt erwischt. „Der Aufstieg in die 1. Bundesliga wäre der Tod der meisten Oberliga-Vereine. Wie sollen sich die Vereine das denn erlauben können? Der Unterschied von der Oberliga zur 2. Bundesliga beträgt doch schon mindestens 30 000 Euro“, gibt Busch zu bedenken, auch wenn es noch nicht die laufende Saison betrifft. „Die Vereine in der Bundesliga, wie Weingarten, haben einen Etat von 700 000 bis 800 000 Euro. Wie soll man das denn stemmen?“, fragt sich der KSV-Trainer. Besonders kritisch sieht er die Aufstiegsverpflichtung. „Das wird doch darauf hinauslaufen, dass niemand Meister werden will. Und am Ende dann wird gemauschelt.“

Schlafender Riese

Einzig dem KSK Konkordia Neuss, ohnehin schon Spitzenreiter, traut er zu, die 1. Bundesliga finanziell stemmen zu können. „Neuss ist ein schlafender Riese. Die sind bei den Trainern ganz hervorragend Aufgestellt“, meint Busch, der auch eine Budgetbegrenzung kritisch sieht. „In dem Falle müsste man überhaupt erstmal schauen, wie es dann mit der Ausländerbegrenzung aussieht. Werden die Vereine dann gezwungen, wieder komplett auf die eigenen Leute, die eigene Jugend zu setzen? Mit 150 000 kann man im Normalfall keine 1. Bundesliga stemmen. Man würde keinen Kampf gewinnen.“