Leistung und Fleiß zahlen sich für Schürholz aus

Timo Schürholz, SV Hohenlimburg 1910
Timo Schürholz, SV Hohenlimburg 1910
Foto: WP

Hohenlimburg..  Bis auf eine halbjährige Liaison beim ASSV Letmathe, verbrachte Timo Schürholz sein fußballerisches Leben beim heimischen SV Hohenlimburg 1910. Das Hohenlimburger Eigengewächs schaffte zum Ende der vergangenen Spielzeit den Sprung aus der Reserve in den Kader der „Ersten“ und ist in dieser Saison fester Bestandteil des Landesliga-Kaders von Chefcoach Roman Reichel. Der waschechte Hohenlimburger spielt auf der Position des defensiven „Sechser“. In einem Interview mit dieser Zeitung sprach Schürholz unter anderem über die Jugendarbeit und die internen Strukturen beim SV 1910, sowie die Unterschiede zwischen Kreis- und Landesliga.

Timo, Sie haben beim SV Hohenlimburg 1910 alle Jugendmannschaften durchlaufen. Wie würden Sie die Arbeit in der Jugendabteilung rückwirkend bewerten?

Für mich ist das schwierig zu beurteilen, da ich eigentlich immer dieselben Trainer hatte. Über diese kann ich mich auch nicht beschweren. Ich weiß noch, dass besonders unter Matthäus Peterko Spaß und Ernsthaftigkeit verbunden wurde. Was mir weiter in Erinnerung geblieben ist, war der Spaß und Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft, auch außerhalb des Fußballplatzes.

Nach der Zeit beim ASSV Letmathe sind Sie wieder zum Heimatverein zurückgekehrt. Was war der ausschlaggebende Punkt?

Die Aufstiegsambitionen waren in Letmathe nicht mehr gegeben und auch innerhalb der Mannschaft lief es nicht rund. Ich habe mich entschieden, wieder zurück nach Hohenlimburg zu gehen, da ich dort viele Freunde habe und auch sehr nah am Platz wohne. Die Sportanlage ist natürlich auch ein Argument, das für diesen Verein spricht und darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, in der Landesliga zu spielen.

Sie haben schon zum Ende der letzten Saison beim damaligen Westfalenliga-Team mittrainiert. Wie funktioniert bei den Zehnern die Anbindung an die erste Mannschaft?

Aus meiner Sicht gut. Wenn man gute Leistungen abruft und Fleiß zeigt, wird man über kurz oder lang seine Chance in der ersten Mannschaft bekommen. Darüber hinaus kann ich nur sagen, dass mich Mitspieler, der sportliche Leiter Alfredo Pais, Ulrike Glania (Mannschaftsbetreuerin, Anm. d. Red.) und die beiden Trainer super aufgenommen und unterstützt haben. Ich habe nach einigen Trainingseinheiten sogar von Roman Reichel zwei Einsätze in der Westfalenliga bekommen. Insgesamt kann ich sagen, dass es mit Einsatz und Leistung möglich ist, sich in den Kader der ersten Mannschaft zu spielen.

Alfredo Pais sagte, dass er auch zukünftig Akteure aus der A-Jugend und der Reserve an die erste Mannschaft heranführen will. Sind die Strukturen dafür im Verein gegeben?

Die Zielsetzung ist natürlich gut aber ich denke, dass dies derzeit noch schwierig ist, da die Jugendmannschaften des SV Hohenlimburg alle in der Kreisliga spielen. Man sieht ja auch, dass derzeit nicht viele Aktive aus unseren Jugendmannschaften im Kader der ersten Mannschaft stehen.

Dazu sollte der Verein in Zukunft noch leistungsorientierter aufgestellt werden. Dafür wurden ja hoffentlich in diesem Sommer die Weichen gestellt, indem man neue Trainer verpflichtet hat und sich einige neue Spieler für die Jugendabteilungen gemeldet haben.

Was sind die größten Unterschiede zwischen der Kreis- und Landesliga?

Ganz klar die Fitness sowie die Spielgeschwindigkeit. Es geht halt alles viel schneller und man muss dementsprechend deutlich fitter sowie aufmerksamer im Spiel sein. Zusätzlich kommt natürlich auch das taktische Verhalten hinzu. Nicht nur, dass man für sich selbst taktischer agieren muss. Entscheidend ist auch, dass die ganze Mannschaft eine Taktik verfolgt und alle dies auch wirklich umsetzen.

Nach der hervorragenden Vorbereitung fiel die Hinrunde mit 24 Zählern und dem sechsten Tabellenplatz eher dürftig aus. Was kann das Team ihrer Meinung nach in der Rückrunde erreichen?

Ja, die Hinrunde fiel in der Tat dürftig aus. Wir haben es leider oft verpasst, das entscheidende Tor zu machen, obwohl wir oft ganz ordentlich gespielt haben. Somit sind wir zu Recht nicht unter den Ersten der Liga. Der erste Platz ist natürlich an Olpe vergeben, den Abstand wird wohl keiner mehr aufholen. Aber ich denke, dass der zweite Platz für uns noch drin ist. Es sind insgesamt fünf Punkte Abstand auf den Tabellenzweiten, und wenn wir gut in die Rückrunde starten, ist das für uns machbar. Das sollte für uns auch das Ziel sein, denn die Qualität ist dafür definitiv vorhanden.

Aufgrund der Anbindung ihrer Landesliga-Staffel an das Sauerland sind Stadtderbys zurzeit Mangelware, dazu müssen sie zu Auswärtsspielen weit reisen. Würden Sie sich eine Umstrukturierung wünschen?

Ja das wäre natürlich schön, wenn es ein paar Derbys geben würde. Derzeit kann man wohl nur die Partie gegen Borussia Dröschede als „Derby“ bezeichnen. Eine Umstrukturierung, welche uns mehr Derbys bringen würde, wäre natürlich toll, aber am wichtigsten wäre mir das Vermeiden von langen Auswärtsreisen.

Für was können Sie sich abseits des Kirchenberg-Stadions begeistern?

Ich fahre sehr gerne Mountainbike, aber das ist aufgrund des Fußballs sehr eingeschränkt. Ansonsten gehe ich gerne mit Freunden weg und gucke halt selbstverständlich viel Fußball, auch wenn das als Schalke-Fan häufig mit Stress und Ärger verbunden ist (schmunzelt).

Sie sind also Fan vom FC Schalke 04. Was ist für das Team von Roberto di Matteo in der Rückrunde drin und auf welchen Positionen muss der Kader in der Winterpause verändert werden?

Wenn die Verletzten alle wieder fit sind ist der vierte Platz definitiv drin. Dennoch denke ich, dass gerade auf den zentralen Positionen etwas getan werden muss. Die Spieler, welche für die „Sechs“ oder „Zehn“ infrage kommen, sind zwar alle ganz in Ordnung, jedoch fehlt es hier an ein oder zwei richtig guten Spielern.