„KSV ist mein Herz und meine Seele“

Timo Golz (rot)
Timo Golz (rot)
Foto: WP

Hohenlimburg..  Etwas turbulent ging es bei der Jahreshauptversammlung der Ringer des KSV Hohenlimburg zu (diese Zeitung berichtete). Bekanntlich hat es dort um einige Vorstandsposten „Kampfabstimmungen“ gegeben.

Dort jetzt will der Verein wieder in die Zukunft blicken. Positiv ist vor allem, dass mit dem 22-jährigen Timo Golz ein noch sehr junges Mitglied Verantwortung im Vorstand übernommen hat. Der Baggerführer ist jetzt zweiter Vorsitzender. Über seine Motivation, Ziele und ein wenig über sich selbst sprach er in einem Interview.

Frage: Timo, ich glaube, jedes Kind wünscht sich mal das, was Sie beruflich machen...

Timo Golz: Ja, das war auch ein Kindheitstraum von mir, Baggerfahrer zu werden. Ich habe eine Ausbildung zum Baugeräteführer gemacht und fahre jetzt Bagger.

Wann hat der Vorstand mit Ihnen Kontakt aufgenommen, ob Sie sich vorstellen könnten, das Amt des 2. Vorsitzenden zu übernehmen?

Am Tag vor der Jahreshauptversammlung (schmunzelt)! Beisitzer war ich ja schon seit der letzten Tagung. Da hat mich Rolf Behrendt gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, die Ämter zu tauschen.

Was war Ihre Motivation?

Ich bin seit meinem sechsten Lebensjahr im Verein. Jetzt habe ich ein Alter erreicht, wo ich auch mitbestimmen kann und möchte. Bisher habe ich mich ja immer um die zweite Mannschaft gekümmert, das werde ich auch weitermachen. Da kann ich auch jetzt welche von meinen Jugendlichen einbauen.

Was haben Sie sich primär auf die Fahne geschrieben?

Der KSV Hohenlimburg war immer eine große Familie, und da müssen wir auch wieder hinkommen. In den zwei Jahren, wo der KSV zweite Liga gerungen hat, kamen viele Leute von außerhalb. So hat es nicht so viele gemeinsame Aktivitäten gegeben. Wir müssen wieder zusammenrücken. Wir haben früher beispielsweise immer am Großcanadierrennen des Hohenlimburger Kanu-Vereins teilgenommen. Das werden wir in diesem Jahr auf jeden Fall wieder machen.

Glauben Sie, dass der Verein langfristig noch einmal in der 2. Liga ringen kann?

Ich glaube nicht, die zweite Bundesliga hat dem Verein eher geschadet. Wir werden in der Oberliga schöne Kämpfe sehen, wie zum Beispiel gegen Herdecke und Witten II. Gegen Herdecke war die Halle immer voll. Ich freue mich auf die Saison, weil ich zehn Kämpfe in der Oberliga machen soll. Die übrigen Kämpfe mache ich für die zweite Mannschaft, dafür werde ich zusammen mit Björn Pulla wieder verantwortlich sein.

Wie lauten die Saisonziele für die erste und zweite Mannschaft?

Wir wollen mit der ersten Mannschaft Platz drei oder vier belegen. Die Reserve ringt zwar in der untersten Liga, aber wir müssen nicht aufsteigen. Wichtig ist, dass wir unseren eigenen Nachwuchs dort einbauen. Vier von meinen Jugendlichen dürfen jetzt Senioren ringen, das ist ab dem 14. Lebensjahr erlaubt.

Könnte es Probleme geben, dass in der Umbruchphase mit Rolf Behrendt und Günter Bauch zwei gestandene Leute nicht mehr im geschäftsführenden Vorstand sind?

Rolf ist ja noch als Beisitzer dem Vorstand erhalten geblieben. Er wird sich weiter so engagieren wie bisher auch. Und Günter hat zugesagt, dass er dem neuen Marketingleiter Corbinian Peters hilft. Er wird uns weiterhin als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

Wie läuft die Jugendarbeit?

Sehr gut. Die Jugendmannschaft geht in ihr zweites Jahr in der NRW-Liga. Beim Training sind immer 20 Jugendliche da, insgesamt haben wir etwa 25 bis 30 Nachwuchsringer. Arslan Kulakac ist der Cheftrainer und macht die Koordination, Eugen Giesbrecht und ich helfen. Es macht Spaß, ich bin immer dabei, auch bei Turnieren, sofern sich das beruflich einrichten lässt. Wir bringen den Kindern spielerisch das Ringen bei, machen also nicht ausschließlich Technik.

Wie sieht Ihre sportliche Zukunft aus?

Wie gesagt, zehn Kämpfe mache ich in der Oberliga, aber ich freue mich auch auf die zweite Mannschaft. In der vergangenen Saison war der Zusammenhalt gut, wir hatten viel Spaß. Auch die Saison lief gut, bis das Team zurückgezogen wurde, weil wir die erste Mannschaft unterstützen mussten.

Bleibt Ihnen eigentlich noch ein wenig Freizeit?

Meine Freizeit nimmt hauptsächlich der Verein ein. Der KSV ist mein Herz und meine Seele. Aber ich trainiere selbst und trainiere die Jugendlichen, hinzu das Vorstandsamt, das nimmt alles viel Zeit in Anspruch. Aber ich treffe mich natürlich noch gerne mit Freunden und fahre ab und zu noch Kanu beim HKV.