Kleine Vereine sind wichtig für die Gesellschaft

U17 SV Hohenlimburg 1910
U17 SV Hohenlimburg 1910
Foto: WP

Hohenlimburg..  Das Jahr 2014 geht dem Ende zu. So wird auch ein weiteres Jahr Hohenlimburger Sportgeschichte geschlossen. Wie immer zieht diese Zeitung in der Silvesterausgabe mit Mark Krippner, Vorsitzender des Verbandes für Sport in Hohenlimburg, Bilanz.

Herr Krippner, wie haben Sie die Weihnachtsfeiertage verbracht?

Mark Krippner: Traditionell, ruhig und harmonisch. Am Heiligen Abend im engsten Familienkreis, am ersten Feiertag habe ich gekocht, am zweiten Tag war die Familie meiner Frau, die aus Bochum und Dortmund kommt, bei uns zu Gast. Das war eine schöne Zeit, weil endlich mal alles still stand. Keine SMS, kein Anruf, kein Termin.

Was waren für Sie die Hohenlimburger Sport-Highlights 2014?

Vorzeigbar sind auf jeden Fall die Erfolge und die Arbeit der Frauen- und Mädchenfußball-Abteilung des SV Hohenlimburg 1910. Die U17-Mädels sind in die Westfalenliga aufgestiegen und sind in Hagen zusammen mit Westfalia die klassenhöchste Mannschaft. Das ist aller Ehren wert. Aber es ist auch generell positiv, wie sich die einzelnen Vereine entwickeln. Im Jugendbereich enorm zugelegt haben die Handballer der HSG, die Schwimmer des HSV sowie die Fußballer des SC Berchum/Garenfeld. Was die Badminton-Spieler und die KSV-Ringer leisten, macht einen nach wie vor stolz. Die Vereine ATS Nahmer, TuS Oege und ATS Nahmer spielen zwar keine Bundesliga, sind aber sehr wichtig für die Gesellschaft und auch gut organisiert. Außerhalb Hohenlimburgs war für mich die Fußball-Weltmeisterschaft der deutschen Nationalmannschaft das Highlight.

Was konnte der VfS aus den Stadtfest-Erlösen an Zuschüssen für die Vereine weiterleiten?

Insgesamt 5100 Euro. Das ist eine beachtliche Summe, wenn es auch etwas weniger war als im vergangenen Jahr. Das liegt daran, dass wir für das Stadtfest nicht so viele Sponsoren akquirieren konnten. Ebenfalls haben wir auch nicht so viele Lose verkauft. Des Weiteren sind die Kosten für die Brauerei gestiegen, außerdem mussten wir uns in diesem Jahr Becher leihen. So müssen wir uns im Vorstand im kommenden Jahr die Frage stellen, ob wir es uns weiter leisten können, ohne Becherpfand beim Stadtfest auszukommen.

Bei der Jahreshauptversammlung haben Sie die schroffe Handhabung des Hagener Ordnungsamtes beim Stadtfest 2013 kritisiert. Lief das 2014 besser?

Zunächst einmal war das Stadtfest 2014 ein voller Erfolg. Es war sehr schön, vor allem weil wir unsere österreichischen Freunde aus Bruck als Gäste hatten. Mit dem Ordnungsamt lief es besser und entspannter. So kann es weitergehen.

Hohenlimburger Vereine agieren hochklassig im Ringen, Badminton und Wasserball, was deutschlandweit aber Randsportarten sind. Würden Sie sich hier auch deutschlandweit mehr Beachtung wünschen, am Beispiel Wahl zum Sportler des Jahres, die stark kritisiert wurde?

Selbstverständlich, da haben die überregionalen Medien auch die Macht zu. Bei olympischen Spielen war das Interesse an diesen Sportarten groß, besonders am Beispiel Ringen. Da müssen die Medien eigentlich Platz für lassen, aber leider hält in die Sportübertragungen mehr und mehr der Kommerz Einzug. Das beste Beispiel dafür ist das Skispringen. Jahr für Jahr haben die Leute die Vierschanzentournee verfolgt, aber als RTL das übernommen hat, ebbte das Interesse ab, weil nur noch Werbung zu sehen war.

Hohenlimburg erhält eine Kanu-Strecke auf internationalem Standard. Auf was für Veranstaltungen würden Sie sich freuen?

Der Kanu-Club Hohenlimburg ist gut organisiert, die kriegen hochkarätige Veranstaltungen hin. Bereits im nächsten Jahr ist ja die deutsche Juniorenmeisterschaft geplant. Wenn es gelingen sollte, Welt- und Europameisterschaften zu bekommen, ist das ein gutes Flair für Hohenlimburg. Und darauf freue ich mich.

Die Pläne von Erich Berlet, auf dem ehemaligen Kirchenberggelände ein Fitnesscenter und einen Kunstrasen zu bauen, haben ja auch viel mit Sport in Hohenlimburg zu tun. Wie stehen Sie dem gegenüber?

Ich freue mich, wenn sich Leute für den Sport in Hohenlimburg einsetzen. Man muss es sich anschauen. Wenn es für beide Seiten eine Win-Win-Situation ergibt, kann ich das nur begrüßen.

Die Rundturnhalle und das Kirchenbergstadion sind Top-Sportstätten, auch ein Verdienst des VfS. Die Sporthalle an der Wiesenstraße hat jedoch gelitten, dort gibt es Reparatur- und Sanierungsbedarf. Dürfen die ansässigen Sportler dort auch auf Sanierungsmaßnahmen hoffen?

Die Sporthalle an der Wiesenstraße ist ja noch relativ jung. Es ist richtig, dass Reparaturen nötig sind, die Halle stand eigentlich 2014 ganz oben auf der Prioritätenliste, jedoch musste das verschoben werden. Ich hoffe, dass wir 2015 das Thema angehen können.

Zur großen Erleichterung der heimischen Vereine wurde die Sportstätten-Nutzungsgebühr im Rat der Stadt abgelehnt. Ist es zu befürchten, dass dieser Punkt irgendwann erneut auf die Tagesordnung kommt?

Jeder kennt die finanzielle Situation der Stadt Hagen, jeder kennt die Beharrlichkeiten des Kämmerers Christoph Gerbersmann. Irgendwann wird das wieder auf die Tagesordnung kommen. Aber jetzt ist die Entscheidung gefallen und es müssen Alternativen her.

Was sind Ihre sportlichen und persönlichen Wünsche für das Jahr 2015?

Persönlich möchte ich einen Halbmarathon laufen, entweder in Köln oder in Hamburg. Ich wünsche mir, dass die Vereine in Hohenlimburg weiter gut arbeiten. Ich hoffe auch wieder auf spannende Ringkämpfe und Handballspiele.

Letzte Frage - haben Sie sich bei der Wahl zu Hagens Sportler des Jahres 2014 beteiligt oder sind Sie neutral?

Bei dieser Wahl verhalte ich mich neutral.