Kleine Trampoline sind Tore beim Tchoukball

Ziel beim Tchoukball ist es, den Ball so gegen das „Frame“ zu werfen, dass der Abpraller nicht gefangen werden kann.
Ziel beim Tchoukball ist es, den Ball so gegen das „Frame“ zu werfen, dass der Abpraller nicht gefangen werden kann.
Foto: WP

Hagen..  Auf den ersten Blick wirkt es wie ein normales Handballtraining. Passspiele werden geübt, Laufwege einstudiert und das Spielgerät ist ein Handball. Doch wenn man länger zuschaut bemerkt man, dass nicht etwa auf Tore geworfen wird, sondern auf Mini-Trampoline, „Frames“ genannt.

Es handelt sich um die neue Trendsportart Tchoukball. Seit neun Wochen wird diese auch in Hagen betrieben, initiiert vom 1. Vorsitzenden des Jugger-Club Hagen, Kurt Kniffka. Dieser lernte den Sport während eines Trainerlehrgangs des Stadtsportbundes Hagen kennen und erkannte die Parallelen zur Hauptdisziplin des Vereins, dem Jugger. Auch beim Tchoukball liegt der Fokus auf der Fairness, die Gegner dürfen nicht aktiv angegangen werden. Die Absprache innerhalb des Teams sowie erforderliche Kondition und Schnelligkeit bieten eine gute Übung auch für das Jugger-Spiel. So gründete sich der erste Hagener Tchoukball-Club, die „Hagen Hornets“.

Wie geht Tchoukball?

Beim Tchoukball stehen sich zwei Mannschaften mit jeweils sieben Spielern gegenüber. Das Spielfeld entspricht in seiner Größe einem Basketballfeld. An beiden Enden stehen Mini-Trampolins, die so genannten Frames. Ziel des Spiel ist es, mit dem Ball das Frame so zu treffen, dass der Abpraller nicht von der gegnerischen Mannschaft gefangen werden kann. Beide Teams dürfen dabei auf beide Frames spielen, wodurch das Spiel extrem schnell wird.

Wichtig sind die Dreier-Regeln: Drei Bodenkontakte sind erlaubt, drei Pässe, der Ball darf drei Sekunden gehalten und es darf dreimal auf das gleiche Tor gespielt werden.

Erste Wettkampferfahrung konnte das Team um Kurt Kniffka unlängst in Essen beim NRW-Ligaspieltag sammeln. Auch wenn im Großteil der Spiele noch Lehrgeld gezahlt wurde, wird das Wochenende rückblickend als Erfolg verbucht. „Wir haben uns in jedem Spiel gesteigert und auch kein Spiel zu Null verloren“, ist Kapitän Kniffka stolz auf sein Team.

Halver Hochburg in Deutschland

Eine der Hochburgen des Tchoukballs in Deutschland ist der TuS Oeckinghausen in Halver, welcher die deutsche Tchoukball-Liga derzeit dominiert. Als dessen Verantwortliche von der Neugründung der Hornets erfuhren, kamen zwei ihrer Spieler nach Hagen und zeigten beim Training erste Spielzüge und Tricks.

Die kleine Tchoukball-Gemeinde hält zusammen und ist auch über soziale Netzwerke gut miteinander verknüpft. Dabei wird immer wieder deutlich, dass nicht der sportliche Wettkampf im Fokus steht, sondern das Miteinander. Deutlich wurde dies auch beim ersten NRW-Spieltag der Hornets. „Wenn Gegenspielern der Ball aus der Hand fällt und den Boden berührt, was von Schiedsrichtern öfter nicht genau erkannt wird, geben sie dies ohne Umschweife zu und sagen: ,Ist mir aus der Hand gefallen. Punkt für den Gegner’“, berichtet Kniffka.

Spiel 1970 von Schweizer erfunden

International gewinnt der 1970 vom Schweizer Hermann Brandt erfundene Sport immer mehr an Ansehen. Bei Weltmeisterschaften sind vor allem die asiatischen Länder und auch Italien sehr stark.

Ein gutes Argument, die Trendsportart in Hagen zu etablieren, sieht Kniffka vor allem in der Hagener Sportkultur: „Hagen weist einen sportlichen Mehrwert auf, der sich auch für exotische Sportarten außerhalb von Fußball und Basketball öffnet.“

Für die Zukunft richtet Kurt Kniffka den Blick nach vorn: „Wir stehen mit diesem Projekt noch komplett am Anfang, aber wir haben Lust, etwas Neues in Hagen aufzubauen und vielleicht irgendwann auch mal eine Kindermannschaft stellen zu können wie beispielsweise die Konkurrenz aus Halver.“

Neue Interessenten sind willkommen

Interessierte können sich über die Internetseite des 1. Jugger-Club Hagen über die Angebote der Hornets informieren oder einfach beim wöchentlichen Training vorbeischauen (Mittwoch, 20.30 - 22 Uhr, Turnhalle Kipperschule in Haspe). Knieschoner wären von Vorteil, sind aber nicht zwingend erforderlich.