Kein heimischer Verein bleibt in der Liga

Nicht nur das Lokalderby gewann der FC Wetter (in schwarz) gegen den TuS Wengern (in grün). Am Ende der Saison stieg der FC in die Landesliga auf, während die Wengeraner vorzeitig als Absteiger feststanden.
Nicht nur das Lokalderby gewann der FC Wetter (in schwarz) gegen den TuS Wengern (in grün). Am Ende der Saison stieg der FC in die Landesliga auf, während die Wengeraner vorzeitig als Absteiger feststanden.
Foto: Valentin Dornis
Was wir bereits wissen
Ein Saisonrückblick: Der FC Wetter wird Meister der Fußball-Bezirksliga, der TuS Wengern und die TSG Herdecke steigen ab.

Wetter/Herdecke..  Kein heimischer Verein bleibt nach dieser Saison in der Fußball-Bezirksliga: Der FC Wetter steigt in die Landesliga auf, der TuS Wengern und die TSG Herdecke steigen in die Kreisliga A ab. Wir schauen im großen Bezirksliga-Saisonrückblick auf die wichtigsten Momente der Spielzeit 2014/15.

Vor der Saison

Die TSG Herdecke ging als Vorjahres-Fünfter in die Saison und verstärkte sich mit Spielern wie Thomas Ludwig und Michael Wandji, die vorher mit dem SV Hohenlimburg 1910 in der Westfalenliga spielten. Doch es deutete sich schon an: Bei der TSG gab es auch in dieser Saison Unstimmigkeiten. Kurz vor Saisonbeginn warf der Sportliche Leiter Achim Heinrichsmeier frustriert hin und wechselte in gleicher Funktion zum FC Wetter.

Dort sah er bessere Entwicklungsmöglichkeiten, schließlich hatte der Aufsteiger vom Harkortberg schon in seiner ersten Bezirksliga-Saison um den Aufstieg gespielt. Auch wenn es zu Saisonbeginn noch nicht so deutlich gesagt wurde: Der Aufstieg war das klare Ziel bei FC.

Davon war der TuS Wengern weit entfernt. Unter Trainer Wolfgang Hamann musste die Mannschaft in der vorigen Saison gegen den Abstieg kämpfen, mit dem neuen Übungsleiter Christian Tarrach wollte man in dieser Saison wieder angreifen. Tarrach kannte die Mannschaft gut und war schon lange im Verein aktiv, die Hoffnungen auf dem Brasberg waren also groß.

Die Hinrunde

Schon nach wenigen Spieltagen trennte sich aber die Spreu vom Weizen: Während der FC Wetter nach vier Wochen die Tabelle anführte, war der TuS Wengern auf dem Weg in den Keller. Am siebten Spieltag war die Mannschaft das Schlusslicht der Liga, verlor Spiele mit 3:6, 2:6 oder gar 1:6. Als Konsequenz legte Tarrach sein Amt im November nieder, nun sollte es Wolfgang Degener richten. Doch er verstand sich nicht mit der Mannschaft, und schon nach zwei Wochen war auch dieses Kapitel wieder erledigt. Es übernahm Kapitän Kevin Stürzekarn, der seine Jungs künftig als Spielertrainer coachte.

Zwischen den beiden Extremen aus Wetter dümpelte die TSG Herdecke eher im oberen Mittelfeld herum. Doch die Unstimmigkeiten am Bleichstein setzten sich fort, Trainer Karl-Heinz Kiewitt schmiss in der Winterpause hin – der Rücktritt seines Co-Trainers Marcel Brandenstein, der Wechsel von Heinrichsmeier nach Wetter, eine verkorkste Vorbereitung und die dauernd brodelnde Gerüchteküche waren dann doch zu viel.

Die Rückrunde

Der TuS Wengern wurde durch Stürzekarn noch einmal belebt, holte mehr als doppelt so viele Punkte wie in der Hinrunde. Doch bis zuletzt konnten die Wengeraner nur einen Platz gut machen und stiegen vorzeitig ab. „Wir haben alles gegeben. Die Jungs haben noch einmal gezeigt, dass diese Mannschaft eigentlich auch in die Bezirksliga gehört“, sagte Stürzekarn am Saisonende. Andere Töne gab es in Herdecke, wo der neue Trainer Oliver Gottwald noch während der Vorbereitung ähnlich schnell wie zuvor Degener in Wengern wieder von der Bildfläche verschwand. Es übernahm Zoltan Hülsberg, der den Abwärtstrend aber nicht aufhalten konnte. Gegen Saisonende beklagte er die mangelnde Einsatzbereitschaft einiger Spieler, nur wenige Tage vor Saisonende rutschte die TSG noch auf einen Abstiegsplatz.

Richtig gut lief es dagegen beim FC Wetter, der seit dem vierten Spieltag den ersten Tabellenplatz nicht mehr verlassen musste. Dabei profitierte der Verein zwar auch von einer schwachen Rückrunde des Verfolgers SpVg Hagen 1911, doch 21 Saisonsiege der Wetteraner sprechen für sich.

Die Lehren aus dieser Saison

Der Verlauf dieser Spielzeit zeigt, wie geordnete Strukturen den Sport beeinflussen. Wengern und Herdecke müssen nach Trainerwechseln, Unstimmigkeiten im Vorstand und anderen Problemen nun für die Kreisliga planen. Der FC Wetter hat sogar den Weggang von Heinrichsmeier nach wenigen Monaten wegstecken können und mit Marco Slupek und Fatih Esbe ein Trainerduo, das eine klare sportliche Linie hat – was nicht heißt, dass es nicht auch auf dem Harkortberg Reibereien gegeben hätte. Doch so etwas wurde dort stets intern geklärt, so dass am Ende die Stimmung in der Mannschaft und auch die Leistung auf dem Platz stimmte.