Kein besserer Platz für Borussia als für SC B/G

Christian Jackson (re.) hat seine Laufbahn beendet. Er ist jetzt Co-Trainer.
Christian Jackson (re.) hat seine Laufbahn beendet. Er ist jetzt Co-Trainer.
Foto: WP

Berchum/Garenfeld..  Seit dieser Saison fungiert Christian Jackson (26) als Co-Trainer von Frank Henes beim Fußball-Bezirksliga-Team des SC Berchum/Garenfeld. Nach dem Klassenerhalt in der vergangenen Spielzeit legte der SC eine hervorragende Hinrunde hin und steht momentan auf dem sechsten Tabellenplatz. Jackson steht aber in gewisser Weise gezwungenermaßen an der Seitenlinie. Früher spielte er aktiv für die „Zehner“-Reserve, doch riss er sich zweimal das Kreuzband. Beim Sportclub gab er sein Comeback, dann stellte bald fest, dass sein Knie nicht mehr ausreichend belastbar ist. Im Interview mit dieser Zeitung sprach Jackson über seinen Werdegang zum Trainer, seine Zukunft und die momentane Situation bei Borussia Dortmund.

Christian, Sie haben einst mit großer Begeisterung Fußball gespielt. Wie sehr haben Sie die beiden Kreuzbandrisse zurückgeworfen?

Sportlich extrem weit. Bei jedem Kreuzbandriss musste ich sechs bis sieben Monate pausieren. Meine Menisken und Innenbänder waren auch betroffen. Privat leider auch, da ich während meines ersten Kreuzbandrisses meine Malerausbildung verloren habe. Mit dem kaputten Knie bin ich lange ausgefallen.

Wie kamen Sie zu dem Entschluss, den Fußballschuh an den Nagel zu hängen?

Ich habe es in Garenfeld noch mal versucht, da ich extrem ehrgeizig bin und Fußball einfach mein Leben ist. Jede freie Minute hat sich bei mir um Fußball gedreht. Aufgehört habe ich dann irgendwann, als ich gemerkt hatte, dass es einfach nicht mehr ging. Andauernd kamen Schmerzen im Knie zurück und als Resultat hatte ich obendrein dann noch einen Knorpelschaden.

Zu dieser Saison sind Sie als Nachfolger von Thorsten Nierhoff Co-Trainer von Frank Henes beim Bezirksliga-Team des Sportclubs geworden. Wie kam es dazu?

Ich habe zunächst ein halbes Jahr die C-Jugend vom SC übernommen, weil die jemanden gesucht haben. Eigentlich wollte ich mal ein Jahr komplett Abstand vom Fußball nehmen. Doch dann hat Thorsten aufgehört und die „Erste“ suchte einen Nachfolger. Und wer Frank Henes kennt, der weiß, dass er ein Überredungskünstler ist und stets gute Argumente hat. Der hat es mir dann sehr schmackhaft gemacht, und ich wollte auch bei der Mannschaft bleiben. Das sind meine Freunde.

Wie bewerten Sie die Zusammenarbeit mit Frank Henes?

Sehr gut. Ich war sehr überrascht, dass er mich doch so intensiv in die Entscheidungen einbezieht, beispielsweise bei der Aufstellung für die jeweiligen Partien. Wir sind in ständigem Austausch miteinander.

Haben Sie schon eine Trainerlizenz?

Nein, noch nicht. Ich habe es bisher noch nicht in Betracht gezogen, weil ich die erwähnte Pause machen wollte. Das kam dann alles sehr kurzfristig.

Welche Lizenzen streben Sie an?

Große Gedanken habe ich mir darüber noch nicht gemacht. Wenn ich irgendwann einmal solche Trainerlehrgänge besuche, möchte ich es natürlich auch richtig machen. Bis hin zur A-Lizenz.

Also können Sie sich vorstellen, auch zukünftig als Trainer zu arbeiten? Eventuell sogar mal als Cheftrainer?

Ja, schon. Obwohl es sehr viel Arbeit ist. Aber es macht einfach unheimlich viel Spaß.

Möchten Sie irgendwann einmal zum SV 1910 zurückkehren?

Ich sage dazu erstmal gar nichts. Ich fühle mich in Garenfeld momentan sehr wohl.

Wofür können Sie sich abseits des Sportplatzes begeistern?

Natürlich dreht sich da viel um meine Freunde und meine Familie. Dazu besuche ich viele Spiele von Borussia Dortmund.

Was sagen Sie zur momentanen Situation beim BVB?

Es sieht zurzeit sehr bescheiden aus. Ich hoffe, dass sich die Jungs in der Winterpause aufraffen. An Jürgen Klopp liegt es nicht, sondern eher an den Akteuren auf dem Feld. Eventuell fehlt momentan einfach die Einstellung. Ein kompletter Kader, bei dem jeder Spieler Sebastian Kehl heißt, würde der Mannschaft wohl guttun.

Was wäre ein realistisches Saisonziel?

Gute Frage. Dortmund wird definitiv keinen besseren Tabellenplatz erreichen als der SC Berchum/Garenfeld (lacht).