Kaum bekannte Geldquelle für Sportvereine

Impressionen von der 40. Kanu-Regatta des Herdecker Kanu Clubs.
Impressionen von der 40. Kanu-Regatta des Herdecker Kanu Clubs.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Deutsche Sportlotterie beteiligt Vereine an ihren Losverkäufen. Doch aus Wetter und Herdecke hat sich bisher nur ein Verein registrieren lassen.

Wetter/Herdecke..  Eigentlich ist Sportförderung eine gute Sache: Vereine und Sportler werden unterstützt, damit sie sich ohne finanzielle Sorgen auf ihren Sport konzentrieren können. So zumindest die Theorie.

Doch viele Sportler und Vereine sind mit der Sportförderung in Deutschland unzufrieden. Die Deutsche Sportlotterie (DSL) will das ändern; sie beteiligt Spitzensportler, aber auch kleine Vereine an den Erlösen. Das ist in Wetter und Herdecke allerdings noch nicht überall angekommen: Bisher hat sich nur der Herdecker Kanu Club bei der DSL registrieren lassen. „Wir haben zufällig über das Internet davon erfahren und uns dazu entschlossen, das auszuprobieren. Denn das ist ein interessantes Projekt“, sagt Vereinssprecher Thomas Spenner.

Robert Harting ist Initiator

Die Deutsche Sportlotterie wurde unter anderem von Diskus-Weltmeister und Olympiasieger Robert Harting gegründet. Der erfolgreiche Leichtathlet gehört seit Jahren zu den Kritikern der Sportförderung in Deutschland. Mit der DSL soll das Geld direkt wieder in den Sport fließen: Rund ein Drittel der Einnahmen geht in die Förderung für olympische und paralympische Spitzensportler und an die Nationale Anti Doping Agentur (NADA). Die anderen zwei Drittel sind für laufende Kosten und die Gewinnausschüttung vorgesehen. Außerdem geht davon die Lotteriesteuer (16,67 Prozent) ab.

Für Sportvereine gibt es aber noch eine besondere Möglichkeit, von der Lotterie zu profitieren: Registrierte Vereine bekommen eine individuelle Nummer. Wenn ein Loskäufer diese Nummer beim Kauf angibt, bekommt der Verein acht Prozent des Lospreises von 2,50 Euro. „Der Verein der bekommt also 20 Cent pro Los“, erklärt Ulrike Spitz von der DSL. „Diese 20 Cent werden auf einem Guthabenkonto registriert, und einmal einem Jahr wird der gesammelte Betrag entweder in bar oder in Form von Sachleistungen ausgezahlt.“ Wie das geschieht, entscheidet der Verein selbst. Für ihn entstehen keine Kosten. Natürlich könnten die Loskäufer ihre 2,50 Euro auch direkt an den Verein spenden – doch die Sportlotterie ist mit der wöchentlichen Gewinnchance auf 500 000 Euro eher ein zusätzlicher Anreiz, überhaupt etwas zu tun. „Wir wissen nicht, wie viel am Ende tatsächlich dabei herumkommt. Aber jeder kleine Zuschuss tut uns gut“, sagt Thomas Spenner.

Förderung ist kompliziert und selten

Denn die Förderungen für Sportvereine werden weniger – das ist zumindest der Eindruck der Verantwortlichen. Helge Heisters, Vorsitzender des TuS Wengern, bringt es überspitzt auf den Punkt: „Wirklich gefördert fühlt man sich als Verein nicht.“ Das soll nicht heißen, dass es keine Unterstützung gibt – aber die kommt meist von privaten Sponsoren oder Unternehmen, die den Vereinen finanziell unter die Arme greifen. Für das Projekt „Sportkarussell“ wurde der TuS außerdem mit 1000 Euro vom Landessportbund gefördert. „So etwas gibt es aber oft nur für konkrete Projekte. Was fehlt, ist eine regelmäßige Unterstützung“, so Heisters. „Es ist für Vereine sehr aufwendig, überhaupt an Fördermittel zu kommen.“

Das ist nicht nur im Breitensport so, auch Spitzensportler haben damit häufig Schwierigkeiten: Thomas Spenners Sohn Kai ist Mitglied der Kanu-Nationalmannschaft. Da er aber nur im B-Kader ist, bekommt er nicht die volle Förderung: „Die Regelungen sind da manchmal sehr undurchsichtig und oft auch in den Verbänden unterschiedlich“, hat Thomas Spenner festgestellt.

Mehr Werbung geplant

Die Deutsche Sportlotterie ist für Vereine also eine Möglichkeit, relativ unkompliziert an zusätzliche Mittel zu kommen. Doch eine kleine Stichprobe in Wetter und Herdecke ergibt, dass kaum ein Verein davon weiß. „Wir haben versucht, über die Verbände Werbung zu machen. Das werden wir aber in Zukunft noch intensivieren“, sagt DSL-Sprecherin Ulrike Spitz.