Karl-Heinz Kiewitt tritt als Trainer der TSG Herdecke zurück

Da war die Welt bei der TSG Herdecke noch in Ordnung: Der nun scheidende Trainer Karl-Heinz Kiewitt  (Bildmitte) im Kreise von  Achim Heinrichsmeier, Dirk Lehmann, Harald Beinsen und Klaus Biermann (von links).
Da war die Welt bei der TSG Herdecke noch in Ordnung: Der nun scheidende Trainer Karl-Heinz Kiewitt (Bildmitte) im Kreise von Achim Heinrichsmeier, Dirk Lehmann, Harald Beinsen und Klaus Biermann (von links).
Foto: Haumann
Was wir bereits wissen
In seiner zweiten Saison für den Fußball-Bezirksligisten TSG Herdecke räumt „Kalla“ Kiewitt seinen Posten. Das Jahr 2014 sei unglücklich gelaufen.

Herdecke..  Die Wege von Karl-Heinz Kiewitt und Fußball-Bezirksligist TSG Herdecke trennen sich. Direkt nach der Niederlage gegen Rot-Weiß Eilpe beim Turnier von Fichte Hagen am 2. Weihnachtstag teilte der Trainer dem Vorstand mit, dass er mit sofortiger Wirkung aufhören wolle. Die sportliche Situation war – auch mit Blick auf den guten fünften Tabellenplatz – aber kein Grund.

Doch „in diesem Jahr gab es viele Querelen, mit denen ich gehadert habe“, so Kiewitt. Der Rücktritt seines Co-Trainers Marcel Brandenstein, der Wechsel des Sportlichen Leiters Achim Heinrichsmeier zum FC Wetter, eine verkorkste Vorbereitung auf die Rückrunde 2014 und die dauernd brodelnde Gerüchteküche hätten seine Entscheidung maßgeblich beeinflusst, so Kiewitt.

„Da wirst du in der letzten Saison Herbstmeister, und zum nächsten Training der Rückrundenvorbereitung erscheinen zehn Mann. Das habe ich für die nun anstehende Vorbereitung erneut kommen sehen, darauf habe ich keine Lust mehr.“

Er kritisiert einige Spieler wegen ihrer sportlichen Moral, kreidet ihnen fehlenden Ehrgeiz und Faulheit an. „Sobald draußen etwas Schnee liegt, es nass und kalt ist, kommen die ja schon nicht mehr“, sagt Kiewitt. Natürlich betreffe das bei weitem nicht alle. „Einige ziehen richtig durch, und mit den meisten komme ich auch gut zurecht. Die werden mich sicher auch vermissen. Aber die Mentalität im Verein hat mir insgesamt nicht gefallen.“ Es gebe genügend Trainerkollegen mit den gleichen Problemen, weiß Kiewitt. „Einige Spieler haben ja nicht mal Ziele. Die nehmen die Niederlagen überhaupt nicht ernst und machen da noch ihre Späßchen. So kann ich einfach nicht arbeiten.“

Laut Kapitän ist „Kalla alte Schule“

Für TSG-Kapitän Kevin Beinsen ist der „Kalla“ ein „super Typ, menschlich top. Aber eben alte Schule. Das ist auch eine Generationsfrage: „Es machen eben nicht mehr alle so mit, wie er es von früher gewohnt war.“

Kiewitt glaubt, dass er selbst „alles richtig gemacht“ habe. Auch mit der Platzierung zum Ende der Hinrunde sei er zufrieden gewesen. „Und mit Jan Bednarczyk hatte ich sogar noch einen Trumpf im Ärmel.“ Einen, der die gute Platzierung hätte festigen oder gar ausbauen können. Doch die Motivation, die eigenen Spieler ständig zu motivieren, sei nicht mehr da. „In der Mannschaft fehlen Einstellung und Charakter“, so Kiewitt.

„Ich finde es total in Ordnung, dass er so entschieden hat“, sagt Kevin Beinsen. „Wenn der Trainer nicht mehr möchte, hilft das der Mannschaft auch nicht weiter.“

Karl-Heinz Kiewitt geht zurück zu Schwarz-Weiß Silschede; den Verein, bei dem er schon einmal sechs Jahre auf der Trainerbank saß und wo er sich immer wohl gefühlt hat. „In Herdecke hat in diesem Jahr, anders als im letzten, das Gefühl nach oben und unten nicht mehr gestimmt“, so Kiewitt. Er habe kein Team mehr um sich herum gehabt, „keinen Betreuer und nichts“. Im Oktober war auch Betreuer Patrick Nahus zurückgetreten. „Vieles ist in letzter Zeit unglücklich gelaufen, aber böses Blut ist keines geflossen“, erklärt Kevin Beinsen.

Der Vorstand indes wollte mit Kiewitt bis zum Saisonende weitermachen. „Wir hätten ihn nicht entlassen“, sagt Harald Beinsen, 2. Vorsitzender. Um Kiewitts Nachfolger kursieren wilde Gerüchte, bei der TSG wollte man aber keinen Namen bestätigen. Man sei „in Verhandlungen“ und werde „einen tollen Trainer verpflichten“, so Harald Beinsen.