Jugendamt droht Herdecker Vereinen mit Geld-Entzug

Beim Jugendtraining müssen Übungsleiter ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen.
Beim Jugendtraining müssen Übungsleiter ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen.
Foto: WAZ FotoPool
Die Klubs aus Herdecke sollen kein Geld erhalten, wenn sie die erweiterten Führungszeugnisse nicht kontrollieren. Manche Vereine machen dies schon lange.

Wetter/Herdecke..  In Wetter wird noch diskutiert. In Herdecke müssen die Vereine bereits die erweiterten Führungszeugnisse ihrer Ehrenamtler kontrollieren – immer dann, wenn sie im Kinder- und Jugendbereich tätig sind. Doch elf Klubs wollen sich an dem Bundeskinderschutzgesetz nicht beteiligen. Sie befürchten beispielsweise, dass ein Generalverdacht aufgebaut wird. Renate Stöver von der Jugendhilfeplanung macht deswegen ernst: „Diese Vereine bekommen von uns keine Fördergelder mehr.“

Für Stöver ist dieser Schritt notwendig: „Es ist geltendes Recht. Wir vom Jugendamt haben dafür zu sorgen, dass die Vereine teilnehmen.“ Sie ergänzt: „Es geht um den Kinderschutz.“

Es gibt aber Klubs in Herdecke, die bereits seit längerer Zeit die erweiterten Führungszeugnisse ihrer Übungsleiter kontrollieren. So zum Beispiel der FC Herdecke-Ende. „Wir haben von dem Gesetz schon vor drei Jahren gehört – und haben gesagt: Das machen wir auch“, erklärt Norbert Ramm. Der Vorsitzende des Vereins hat seitdem gute Erfahrungen gemacht: „Wir denken schon gar nicht mehr darüber nach. Auch alle neuen Jugendtrainer müssen das Zeugnis vorzeigen. Da diskutieren wir gar nicht.“ In einem Fall wollte eine Person die Dokumente nicht überprüfen lassen. „Aus persönlichen Gründen, der war einfach nur bockig. Aber wir haben uns dann von ihm getrennt“, so Norbert Ramm.

Alle Personen werden überprüft

Auch die TSG Schwerathletik Herdecke kontrolliert die erweiterten Führungszeugnisse – und zwar von allen Personen. „Alle Trainer, Betreuer und auch der Vorstand haben ihre Zeugnisse gezeigt“, erklärt der Vorsitzende Frank Meyer: „Das lief bei uns problemlos.“ Bei der TSG Schwerathletik überprüfen Frank Meyer und der zweite Vorsitzende Ingo Elsterkamp die erweiterten Führungszeugnisse. „Wir lassen sie uns zeigen, abheften dürfen wir die Unterlagen ja nicht“, so Meyer. Von den Vereinsmitgliedern habe es keinen Widerstand gegeben. „Wir betreiben eine Sportart mit Körperkontakt, deswegen waren wir schnell dabei“, erklärt der TSG-Vorsitzende. Frank Meyer ist auch Jugendreferent des Ringerverbandes NRW. In dieser Funktion will er die Kontrolle des erweiterten Führungszeugnisses ebenfalls forcieren: „Auch alle Landes- und Stützpunkttrainer sollen es vorzeigen.“

Renate Stöver will nun die Vereine, die das Gesetz bislang nicht umsetzen, noch einmal per Post informieren: „In der Hoffnung, dass sie dann mitmachen.“