Im wahren Sinne des Wortes viel „aufgebaut“

Wolfgang Frank, Hohenlimburg, SV Hohenlimburg 1910,
Wolfgang Frank, Hohenlimburg, SV Hohenlimburg 1910,
Foto: WP

Hohenlimburg..  „Nehmt euch Zeit. Es gibt viel zu erzählen.“ Das sagt Wolfgang Frank vor dem Besuch in unserer Redaktion mit einem Schmunzeln. Und er hat recht. Im wahren Sinne des Wortes hat er in seinem Leben viel „aufgebaut“ – ob nun Häuser, beim SV Hohenlimburg 1910, im Gaststätten-Gewerbe oder in der LenneArena. Heute wird der Ur-Hohenlimburger 70 Jahre jung.

Im Elseyer Krankenhaus erblickt „Der Lange“, wie er häufig genannt wird, das Licht der Welt, macht 1959 eine Maurerlehre bei der Firma „Benito de Marcio“, wird 1962 Geselle und arbeitet in dem Betrieb bis 1968. „Danach wollte ich mal etwas anderes sehen“, so Wolfgang Frank, ehe er im Januar 1972 als Polier zur Firma „de Marcio“ zurückkehrt. „Unser erstes großes Bauvorhaben war die Sparkasse in Elsey. Da gab es große Terminschwierigkeiten“, erzählt Wolfgang Frank, der 40 bis 50 Mitarbeitern auf den Zahn fühlen musste. Weitere Gebäude, bei denen Frank als Polier vorsteht, sind das Hasper Gymnasium oder das Ärztehaus in Elsey.

Am 14. August 1968 heiratet er seine Frau Ulla. „Wir feiern in diesem Jahr Goldene Hochzeit. Ich habe Ulla sehr viel zu verdanken“, so Wolfgang Frank.

Ulla Frank übernimmt 1980 das „Haus Hördemann“ an der Elseyer Straße. „Als es Ulla zu viel wurde, habe ich meine Arbeit als Polier aufgegeben und bin mit eingestiegen“, so Wolfgang Frank. Später leiten sie zusammen die Gaststätte „Mäckinger Bach“, ehe Ulla Frank 1986 im „Limmeg“ am Hohenlimburger Marktplatz heimisch wird. Wolfgang Frank leitet von 1989 bis 2009 das „Hoasper Bierhus“. „20 Jahre habe ich voll gemacht. Seit 2010 bin ich Rentner und stehe Ulla mit Rat und Tat zur Seite“, so Wolfgang Frank.

Den Fußball entdeckt

1960 entdeckt Wolfgang Frank sein Hobby – den Fußball und den SV Hohenlimburg 1910. Bis 1970 kickt er selbst aktiv, dann erleidet er einen Unfall. Die Folge: Sportinvalidität! „Zehn Monate lag ich im Klinikum Hellersen“, so „Der Lange“. Fast hätte er sein rechtes Bein verloren, was zum Glück nicht geschehen ist.

Danach trainiert er ein Jahr die Reserve der „Zehner“ und feiert erstmalig in der Vereinsgeschichte den Aufstieg einer zweiten Mannschaft in die Kreisliga A. Nach der Saison tritt er zurück. „Wenn es am schönsten ist, muss man aufhören.“

Aber er bleibt dem SV 1910 verbunden – zunächst als Abteilungsleiter Fußball und 18 Jahre als zweiter Vorsitzender.

Präsident wird gesucht

Im Jahr 1983 ist es seine Aufgabe, einen Nachfolger für Alfred Flockert als Vorsitzenden zu finden. „Erich Berlet kenne ich seit der Zeit an der Weinhofschule. Er ist einer meiner wenigen konstanten Freunde“, sagt Wolfgang Frank. Aber es vermag viel Überredungskunst, den erfolgreichen Unternehmer für das Amt zu begeistern. Aber es gelingt ihm, Erich Berlet nach etwa drei Monate dauernden Gesprächen – und dem ein oder anderen Bierchen – zu überzeugen. Am 20. Januar 1984 stellt sich Berlet zur Wahl und führt die Zehner bis heute.

Wolfgang Frank erweist sich immer wieder als Organisationstalent. Er holt Teams wie Borussia Dortmund, Schalke 04, Gornik Zabrze oder die Uwe-Seeler-Elf ins Kirchenbergstadion, verpflichtet Top-Stars wie Roy Black oder Roberto Blanco für die ehemalige Berlet-Halle am Alemannenweg oder stellt Veranstaltungen in der LenneArena auf die Beine.

Mittlerweile hat Wolfgang Frank keine Funktion mehr beim SV Hohenlimburg 1910, verfolgt aber das Geschehen rund um den Verein sehr interessiert. Regelmäßig besucht er die Heimspiele der ersten Herrenmannschaft im Kirchenbergstadion. „Die Jungs sind auf dem Feld sehr fleißig und spielen guten Fußball, aber es fehlt jemand, der die Tore macht“, sagt Wolfgang Frank. „Schade, dass sie gegen Meschede zwei Punkte liegen gelassen haben. Aber ich hoffe, dass sie den zweiten Platz noch packen.“

„Der Verein hat in den letzten Jahren eine positive Entwicklung genommen“, so der ehemalige Gastronom weiter. Ein gutes Beispiel sei das schöne Vereinsheim. „Aber wenn Erich nicht gewesen wäre, hätte ich schwarz gesehen.“

Am 31. August ist Schluss

Am 31. August werden auch im „Limmeg“ die Zapfhähne hochgeklappt. Ulla und Wolfgang Frank wollen die Freizeit nutzen, um viel zu reisen. Mitte September geht es für drei Wochen nach Italien.

Am heutigen Donnerstag wird mit vielen geladenen Gästen der 70. Geburtstag gefeiert. „Ich freue mich, viele Leute aus früheren Jahren wieder zu sehen“, so Wolfgang Frank. Zwei Besucher aus seiner Lehrzeit werden heute zu den zahlreichen Gratulanten zählen, denen sich natürlich auch unsere Zeitung anschließt.