Im Schlussabschnitt verliert Phoenix völlig die Kontrolle
12.02.2012 | 21:47 Uhr 2012-02-12T21:47:00+0100
Hagen.Der Meister von 2009 schien wieder schlagbar. Doch dazu hätte Basketball-Bundesligist Phoenix Hagen nicht nur über drei Viertel eine gute Leistung benötigt. Diesmal im Schlussabschnitt brachen bei den Gastgebern, sonst am Ischeland eher zum Start indisponiert, alle Dämme. Und so blieb eine Wiederholung des Heimsiegs aus der Vorsaison gegen die EWE Baskets Oldenburg Wunschdenken, mit 66:79 (38:36) musste man dem Favoriten die Punkte lassen.
Fünfmal in der aktuellen Saison war T.J. Carter bisher der Phoenix-Topwerfer, fast immer punktete er zweistellig und zählt zu den Top-Korbjägern der Liga. Doch am 25. Spieltag wurde der 26-jährige US-Amerikaner - mehr noch als alle anderen Teamkollegen - zum Spielverderber, als der achte Saisonsieg näher zu rücken schien. „Carter spielt eine Supersaison“, schickte Phoenix-Trainer Ingo Freyer bei seiner Analyse vorweg: „Aber gegen ein solch offensiv orientiertes Team hat er gute Chancen, seine Eins-gegen-eins-Qualitäten durchzusetzen und nutzt sie nicht.“ Auch Geschäftsführer Oliver Herkelmann fragte sich: „Warum nimmt T.J. am Ende fünf Dreier, statt zu ziehen? Wir brauchen ihn mit dem, was ihn stark macht.“
Beide bezogen sich auf die entscheidende Spielphase zu Beginn des Schlussviertels, als die Gastgeber den möglichen Sieg aus der Hand gaben. Mit einer 56:54-Führung gingen sie in den finalen Abschnitt - und verloren dann völlig die Kontrolle. Es begann mit einem Ballverlust Carters, der bis dahin nur zwei Freiwurfpunkte erzielt hatte, ein Offensivfoul von Patrick Sparks - bis dahin durchaus verbessert und in gutem Zusammenspiel mit dem erneut starken Adam Constantine - zwei Fehler von Brandon Brooks und ein Airball Carters folgten. Oldenburg, bis dahin uninspiriert wirkend, nahm die Geschenke dankbar an, beim 56:62 (33.) bat Freyer schon zur zweiten Auszeit im Schlussabschnitt.
Zu seinen Spielern drang er mit den Anweisungen indes offenbar kaum noch durch, nun mut- und konzeptlos spielten diese den abgezockten Gästen ins Blatt. Erst nach sechs korblosen Minuten traf Constantine - wer sonst - mit Freiwürfen wieder, der US-Center war es auch, dem später zum 64:74 (38.) der einzige Phoenix-Feldkorb in diesem Viertel gelang. Da hatte Oldenburgs Spielmacher Bobby Brown, zuvor gerade defensiv eher mit überschaubarem Elan, Hagens Schwächen längst ausgenutzt. Spätestens beim Dreier des Ex-NBA-Akteurs zum 60:69 (37.) war die Partie gelaufen.
Eine frühe Entscheidung, die drei Viertel so nicht absehbar war. Mit viel Emotionen und Kampfgeist hatte Phoenix zuvor die körperliche Überlegenheit der Gäste am Brett wettgemacht, beim 33:24 (16.) durch einen Dreier des guten Zygimantas Jonusas sogar etwas höher geführt. Das, obwohl Carter, Jordan Hasquet, der seine Berücksichtigung anstelle von Edward Seward nicht rechtfertigen konnte, Tristan Blackwood und Brandon Brooks offensiv herzlich wenig beitrugen. Als dann plötzlich die Fehlerzahl nach oben schnellte und die Köpfer heruntergingen, hatte Oldenburg leichtes Spiel. Und Freyer bedauerte: „Über drei Viertel haben wir taktisch eine Menge richtig gemacht, aber dann die falschen Entscheidungen getroffen.“
Statistik:
Phoenix Hagen - EWE Baskets Oldenburg
66:79 (38:36)
Phoenix Hagen: Brooks (9, 3 Ballverluste), Jonusas (16, 4/7 Dreier, 13 Rebounds), Blackwood (3), Spohr (3), Carter (2, 0/9 aus dem Feld), Kruel (2), Hasquet (3, 1/4 Dreier), Constantine (22, 9 Rebounds), Sparks (6, 1/4 Dreier, 6 Assists). EWE Baskets Oldenburg: Brown (24, 3/7 Dreier), Bahiense de Mello (7), Majstorovic. Chubb (11, 10 Rebounds), Smeulders (5), Sehovic (4), Paulding (2), Burrell (20, 10 Rebounds), Hasbrouck (6).
Spielviertel: 19:22, 19:14, 18:18, 10:25
Teamstatistik: 29:42 % Wurfquote, 7/29:5/21 Dreier, 27/36:20/22 Freiwürfe, 40:45 Rebounds, 16:9 Assists, 11:10 Ballverluste, 3:4 Ballgewinne, 2:3 Blocks. 2973 Zuschauer.
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