Im Nationaltrikot vor 15 000 Zuschauern

Patricia de Graat, hier noch im Trikot des TSV Herdecke, startete beim Diamond League Meeting.
Patricia de Graat, hier noch im Trikot des TSV Herdecke, startete beim Diamond League Meeting.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
Die 16-Jährige Mittelstreckenläuferin Patricia de Graat aus Herdecke startete beim IAAF Diamond League Meeting in Lausanne.

Herdecke/Lausanne..  „Diamond League Meeting“ – schon der Name klingt nach großem Sport. Und die Herdecker Nachwuchs-Läuferin Patricia de Graat war mitten drin: Bei dem großen Leichtathletik-Wettkampf in Lausanne (Schweiz) startete sie im U20-Rennen über 1500 Meter. Es war ihr erstes Rennen im Nationaltrikot, und dann gleich vor so einer Kulisse: Um 19.54 Uhr fiel der Startschuss im ausverkauften Stade de la Pontaise, das über 15 000 Zuschauer fasst.

Tempo nicht mitgegangen

De Graats Ziel war es eigentlich, ihre Bestzeit aus Mannheim Ende Juni zu bestätigen (4:26,86 Minuten). Mit einer Zeit von 4:38,34 Minuten blieb die 16-Jährige allerdings deutlich hinter ihren Erwartungen zurück – immerhin weiß sie genau, woran es lag: „Nach 200 Metern hat sich eine Spitzengruppe abgesetzt, die eigentlich genau mein Tempo gelaufen ist. Aber da bin ich nicht mitgegangen“, berichtet de Graat. Deshalb musste sie den Rest der Strecke bei starkem Gegenwind Tempoarbeit in der Verfolgergruppe leisten – „und das ist überhaupt nicht mein Ding.“ So blieb ihr am Ende Platz sieben, im Schlussspurt setzte sie sich mit nur drei Zehntelsekunden Vorsprung noch gegen die Schweizerin Lara Alemanni durch. Das Rennen gewann die Britin Bobby Clay mit einer Zeit von 4:16,88 Minuten vor ihrer Landsfrau Rosie Johnson (4:28,67 Minuten) und der Norwegerin Ingrid Halvorsen Folvik (4:28,82 Minuten).

Von den restlichen Wettkämpfen beim Diamond League Meeting in Lausanne bekam de Graat allerdings eher weniger mit. Erst am Mittwochabend kam sie in Lausanne an, am Donnerstag bereitete sie sich auf ihr Rennen vor. „Als wir ins Stadion kamen, musste ich mich im Prinzip schon warm machen“, erzählt de Graat, „aber immerhin konnte ich nach meinem Lauf noch einige Rennen sehen.“ Unter anderem die Disziplinen, in denen sie selbst auf Starts im Seniorenbereich hinarbeitet: Die 800 und 1500 Meter der Frauen.

„Wir mussten allerdings auch recht schnell wieder ins Hotel, weil ich am Freitag schon wieder zurückgeflogen bin“, erzählt de Graat. Nun hat sie aber erst einmal Ruhe, der nächste Wettkampf ist die 3x800m-Staffel der U20 bei den Deutschen Meisterschaften in Nürnberg (25./ 26. Juli). „Bis dahin habe ich Zeit, zu regenerieren und noch ein bisschen was aufzuarbeiten“, sagt sie.

Von ihrem nicht optimalen Ergebnis möchte sich Patricia de Graat aber nicht aus der Bahn werfen lassen: „Für mich war es eine neue Erfahrung, vor so vielen Zuschauern zu laufen. Vielleicht habe ich mich davon auch ein bisschen einschüchtern lassen und bin deshalb nicht mutig genug das Tempo mitgegangen. Das kann ich in Zukunft aber besser machen.“ Zumal die Saison bisher eigentlich sehr gut verläuft: Bis auf den 5km-Straßenlauf stellte sie bisher in allen ihren Laufdisziplinen neue persönliche Bestzeiten auf, lief zuletzt mit der 3x800m-Staffel auf Platz drei bei den Deutschen U23-Meisterschaften.

Wechsel zur LGO der richtige Schritt

Für de Graat (Jahrgang 1998) und ihre Staffelkolleginnen Katharina Loska (1998) und Laura-Christin Kring (1996) war das ein beachtlicher Erfolg, waren sie doch zum Teil deutlich jünger als die Konkurrenz.

Der bisherige Saisonverlauf zeigt auch, dass ihr Wechsel vom TSV 1863 Herdecke zur LG Olympia Dortmund im vergangenen Jahr der richtige Schritt war. In Dortmund trainiert de Graat nun bei Mittelstrecken-Spezialist Pierre Ayadi, der sie auch in Lausanne begleitete.