Herdecke rüstet sich für zwei Großveranstaltungen

Auch in diesem Jahr wird wieder viel los sein an der Ruhr.
Auch in diesem Jahr wird wieder viel los sein an der Ruhr.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Der Kanu-Club erwartet bei seiner Regatta 647 Teilnehmer. Zum City-Lauf des TSV Herdecke kommen bis zu 1000 Starter.

Herdecke..  Er ist die Stimme des Herdecker City-Laufes: Thomas Biermann. Seit der ersten Veranstaltung im Jahr 2004 peitscht er die Athleten an der Laufstrecke an.


Herr Biermann, der City-Lauf geht am Samstag in seine 12. Runde, wieder mit bis zu 1000 Läufern. Was zeichnet die Veranstaltung aus?
Thomas Biermann: Ich denke, eine besondere Sache ist, dass wir Veranstalter alle selbst aktive Läufer sind. Wir wissen deswegen, was die Athleten schätzen. Unser Lauf ist sehr familiär, es treten bis zu 500 Kinder beim Schulwettbewerb und dem Bambini-Lauf an. Die Kleinsten bekommen alle einen Pokal, die Schüler Urkunden, Medaillen und T-Shirts. Das freut den Nachwuchs.


Wie ist der Lauf denn vor über zehn Jahren entstanden?
Wir sind früher immer mit der TSV-Laufgruppe zum Olfener City-Lauf gefahren. Dann haben wir uns gedacht: Was die können, können wir auch. Wir haben zunächst alles im kleinsten Kreis geplant. Zu Beginn gab es große Bedenken, weil die Stadt ja gesperrt werden musste. Doch schließlich konnten wir den Bürgermeister für unsere Idee begeistern, und ihn überzeugen. Und so ging es im Jahr 2004 los.
Damals war sicher alles noch eine Nummer kleiner?
Ja. Zu Beginn haben wir die Strecke noch mit Flatterband abgesperrt, das Rahmenprogramm spielte kaum eine Rolle und es gab noch nicht alle Laufwettbewerbe. Aber schon damals kamen um die 700 Starter nach Herdecke.


Und wie wurden sie zur Stimme an der Ziellinie?
Ein Moderator kostet Geld, deswegen haben wir uns von Anfang an gedacht, wir machen das selbst. Ich habe es 2004 einfach mal versucht und acht Stunden durchgeredet. Abends war ich total platt, aber es hat mir einen Riesenspaß gemacht. Mittlerweile kenne ich fast jeden Läufer und so war für alle selbstverständlich, dass ich auch in den Folgejahren die Moderation übernehmen würde.


So konnten Sie aber noch nie selbst die zehn Kilometer laufen?
Nein, leider geht das nicht. Vielleicht irgendwann mal, wenn ich nicht mehr moderiere.
Der City-Lauf ist eine große Gemeinschaftsaktion. Zeichnet diese Hilfsbereitschaft den TSV aus?
Ja, wir in der Leichtathletik-Abteilung sind mittlerweile eine große Familie.Über 20 Personen sind an der Organisation der Veranstaltung beteiligt, mehr als 100 Ehrenamtliche sorgen an dem Tag für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung, da sind auch benachbarte Vereine dabei. Das ist keine Selbstverständlichkeit.


Können Sie sich an ein besonderes Erlebnis in den Jahren erinnern?
Im Jahr 2007 fand parallel zum Lauf eine Hochzeitsfeier im Rathaus statt. Da haben wir das Brautpaar auf die Bühne geholt, es gab Sekt und Blumen. Unvergessen bleibt aber unsere Regenveranstaltung 2009. Kälte und Dauerregen am Veranstaltungstag, und dennoch haben wir mit Herzblut für eine super Veranstaltung gesorgt.


Auch Sabrina Mockenhaupt wird nach 2013 wieder dabei sein. Allerdings nur am Streckenrand...
2013 war für mich das absolute Highlight als Moderator. Es gelingt nicht oft, so einen prominenten Starter nach Herdecke zu locken. Deshalb macht es uns besonders stolz, dass Sie in diesem Jahr wieder hier ist. Wir freuen uns.

333 Rennen auf der Ruhr

Während die Läufer nur am Samstag Herdecke zum Beben bringen, beginnt die 41. Kanu Regatta des Herdecker Kanu-Clubs bereits heute. Beim Hobbycanadier-Rennen werden ab 17 Uhr insgesamt 37 Teams auf der Ruhr fahren. Der Spaß steht hierbei im Vordergrund, am Samstag und Sonntag wird es hingegen ernst. 1368 Boote mit 647 Teilnehmern gehen in 333 Rennen an den Start. „Es kommen Mannschaften aus der ganzen Republik“, erklärt Thomas Spenner, der gemeinsam mit etwa zehn weiteren Sportbegeisterten die Regatta des Kanu-Clubs organisiert.

„Kurz vor Beginn werden jetzt die letzten Aufgaben erledigt, dann können wir nur noch auf gutes Wetter hoffen“, sagt Spenner, den am Wochenende lange Tage erwarten. Schon um 6.30 Uhr treffen sich die Obleute zur Besprechung – das erste Rennen startet am Samstag um 8.30 Uhr, sonntags geht es sogar schon eine Stunde eher los. Um 16.24 Uhr endet die Mammut-Veranstaltung dann mit dem letzten Endlauf.

Das Gesamtpaket stimmt

„Das Besondere an unserer Regatta ist die hervorragende Lage“, erklärt Spenner: „Unser Bootshaus liegt direkt in der Stadt, alles ist fußläufig erreichbar, deswegen kommen immer viele Besucher.“ Das Gesamtpaket Herdecke hebe sich von vielen anderen Veranstaltungen ab. Spenner: „Bei uns ist es immer rappelvoll.“

Das sieht auch Herdeckes Bürgermeisterin Katja Strauss-Köster so: „Die Regatta zählt zu den größten in unserem Land und ist sicherlich nicht nur wegen der schönen Strecke beliebt. Die beispielhafte Organisation durch die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die Gastfreundschaft und die hervorragende Stimmung am Herdecker Ruhrufer lassen die drei sportlichen Tage zu einem Erlebnis für Jung und Alt werden.“ Zum zweiten Mal wird die paralympische Kanu-Disziplin für körperlich und geistig behinderte Sportler in die Veranstaltung integriert. „Ein Paradebeispiel für gelebte Inklusion“, so Strauss-Köster.

Parkplätze werden knapp

In diesem Jahr überschneiden sich die Regatta und der Herdecker City-Lauf am Samstag. Für Thomas Spenner ist das kein Problem: „Wir werden uns nicht ins Gehege kommen. Die Regatta findet am Wasser statt, die Läufer sind in der Stadt.“ Eine Schwachstelle sieht er aber doch: „Vielleicht kann es mit den Parkplätzen eng werden. Aber das wird sich schon regeln.“

Herdecke darf sich in jedem Fall auf zwei sportliche Großveranstaltungen freuen.