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Haspe 70 verlässt die 1. Regionalliga

22.05.2012 | 17:08 Uhr
Haspe 70 verlässt die 1. Regionalliga
Der SV Haspe 70 verabschiedet sich aus der 1. Basketball-Regionalliga

Hagen. Das Abenteuer „1. Basketball-Regionalliga“ ist für die erste Herren-Mannschaft des SV Haspe 70 vorerst beendet. Die Vereins-Offiziellen haben sich trotz sportlichen Ligaerhalts gegen eine weitere Saison in der höchsten Spielklasse in NRW entschieden und werden nun eine Ebene tiefer antreten. Die Zusammenarbeit mit Trainerin Marsha Owusu Gyamfi wurde beendet, Nachfolger wird Ex-Kapitän Martin Wasielewski.

Ein kurzer Rückblick: Die 70er schafften 2010/2011 ungeschlagen den Aufstieg in die vierthöchste Spielklasse, dort gelang mit dem wohl kleinsten Etat der Liga überraschend souverän das Ziel „Klassenerhalt“ mit dem neunten Platz. Warum also nun der Rückzug? „Wir wollen, dass unsere Jugendkonzeption mehr in den Fokus rückt und diese weiter Früchte trägt. Und wir mussten abwägen, ob es mehr Sinn macht, unbedingt 1. Regionalliga zu spielen oder ob wir in die Jugend investieren“, erklärt Klubvize Uwe Plonka. Immerhin stelle die vierte Liga einen finanziellen Kraftakt dar, das Geld fehle folglich an anderen Stellen. Zudem waren die Zuschauereinnahmen in der vergangenen Spielzeit vergleichsweise bescheiden und bildeten letztendlich „keine solide finanzielle Basis“, wie Klubchef Karl-Heinz Langer zugibt.

Außerdem sahen sich die Verantwortlichen auch in anderer Hinsicht vor große Herausforderungen gestellt: Neben Martin Wasielewski gaben auch Martin Gummersbach und Fabian Wolf (berufliche Gründe) ihren Rücktritt bzw. Wechsel von den 70ern bekannt, andere Personalien (wie etwa von Marcus Ligons und Karol Jozefiak) waren ungewiss. Dass man diese Lücken mit Jugendspielern füllen könnte, davon waren Langer und Plonka nicht überzeugt. Mit einem Team in der 2. Regionalliga sieht man sich in Sachen Integration von Perspektivspieler besser aufgestellt. Wirtschaftlich übernommen habe man sich aber keineswegs, wie Langer unmissverständlich klar stellt: „Wir haben kein finanzielles Loch, davon konnte man sich auf unserer Jahreshauptversammlung überzeugen.“

Trainerin und Jugendkoordinatorin Marsha Owusu Gyamfi hatte von der Vereinsführung bis zum 31. März Zeit erhalten, sich für oder gegen eine Fortführung der Zusammenarbeit zu entscheiden - eine Rückmeldung gab es indes nie. „Wir brauchten Planungssicherheit“, erklären Langer und Plonka, die sich in der Folge umorientierten und SV-Urgestein Martin Wasielewski zum Cheftrainer der 1. Mannschaft machten. Bereits im Laufe der Spielzeit deutete etwas auf einen Abgang der Trainerin hin: „Der Coach von Recklinghausen fragte uns nach unserem Ligaspiel, wie es mit uns und Marsha weiterginge, denn sie habe sich bereits bei Wulfen beworben. Da mussten wir erst einmal schlucken, wir wussten von nichts“, berichten die Vorstände, die trotzdem die (Nicht-)Entscheidung der ehemaligen Erstligaspielerin respektieren und sich für über zehn Jahre erfolgreicher Zusammenarbeit zu Dank verpflichtet fühlen.

Und wie soll nun die verbesserte Jugendarbeit aussehen? Zunächst wurde mit Uli Overhoff ein renommierter Übungsleiter (Phoenix Ladies, TSV 1860 I Damen) für die U18 verpflichtet und die Zusammenarbeit mit den Brüdern Michael (Jugendtrainer) und Martin Wasielewski (Jugendwart) gesichert. Außerdem wolle man die Trainer besser entlohnen und schließlich eine Integration in die erste Mannschaft fördern, die in der 2. Regionalliga mehr Spielanteile für junge Basketballer bietet. Bereits kommende Saison sollen sechs bis sieben junge Hasper in den Kader aufgenommen werden. All dies soll mehr „Nachhaltigkeit und Identifikation“ mit dem Verein fördern. Bei einem Treffen mit den Eltern der Jugendspieler erhielt man durchweg positive Resonanz. Ein Zeichen für Langer und Plonka, dem Richtungswechsel grünes Licht zu geben, denn: „Man muss nicht um jeden Preis in der 1. Regionalliga spielen.“

Dominik Brendel

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