Harte Arbeit macht Vorhaller Fußballfrauen ganz stark

Trainer Uwe Schanzenbächer, Co-Trainer Salvatore Donnici und Betreuerin Sabrina Elberfeld rahmen das Vorhaller Frauenfußball-Erfolgsteam ein.
Trainer Uwe Schanzenbächer, Co-Trainer Salvatore Donnici und Betreuerin Sabrina Elberfeld rahmen das Vorhaller Frauenfußball-Erfolgsteam ein.
Foto: WP

Hagen..  In der Fußball-Kreisliga 9 sorgen die Damen der SG Vorhalle 09 für Furore. Nach der Hinrunde führen die Vorhallerinnen die Tabelle ganz souverän an. Alle 15 Spiele wurden gewonnen, dabei hat der Herbstmeister 112:3 Tore erzielt.

Dementsprechend begeistert zeigt sich SG-Trainer Udo Schanzenbächer: „Meine Spielerinnen tun alles für den Erfolg, zeigen sich immer sehr engagiert und diszipliniert. Sie arbeiten Woche für Woche sehr hart an sich. Bei den Trainingseinheiten trainieren wir meist mit 15 Spielerinnen. Das alles zahlt sich letztlich aus.“

Trotz eines Achtpunkte-Vorsprungs vor dem ersten Verfolger FSV Gevelsberg (37 Zähler), dem der SC Berchum/Garenfeld (35), die TSG Herdecke (35) und die TSG Sprockhövel (33) dicht auf den Fersen sind, wähnt der Vorhaller Übungsleiter sich und sein Team auf dem Weg in die Bezirksliga noch lange nicht in Sicherheit. „Wir haben die Saison bei weitem noch nicht abgehakt und werden weiterhin hart arbeiten“, sieht Schanzenbächer die Verfolger noch als ernsthafte Konkurrenten an. Er schätzt die Spitzengruppe deutlich stärker ein als in der Vorsaison.

In dieser waren die Vorhallerinnen auch nicht weit weg vom Aufstieg. Letztlich waren jedoch zwei Niederlagen in 28 Spielen zu viel, um den späteren Meister SW Breckerfeld von der ersten Position zu verdrängen. „Damals haben wir noch zu viele Gegentore bekommen. Jetzt stehen wir deutlich kompakter in der Defensive und haben mit unserer Torhüterin Desiree Maier einen sicheren Rückhalt“, führt Schanzenbächer einen Grund für die makellose Bilanz an.

Ein weiterer ist die starke Offensive mit einem Schnitt von knapp acht Toren pro Spiel. Einen wesentlichen Anteil daran haben Nina Fritsche-Kroll (19 Tore), Desiree Schreiber (16), Anja Dittert (13), Heike Henneberg (11) und Nadine Borg (10). Allein die fünf Spielerinnen haben mit 69 Toren zusammen mehr Tore als der Tabellenzweite FSV Gevelsberg geschossen. Zudem verfügen die Vorhallerinnen nun laut Schanzenbächer im Gegensatz zur Vorsaison, in der manche Spiele nach verletzungsbedingten Ausfällen in Unterzahl beendet werden mussten, über einen breiteren Kader, so dass auch Ausfälle gut kompensiert werden können. Dies liegt vor allem an den drei externen Neuzugängen Laura Stützer und Nina Fritsche-Kroll vom TSV Fichte Hagen sowie Anja Dittert vom SV Höntrop.

Team ist eine gute Mischung

Darüber hinaus hat Schanzenbächer zusätzlich drei eigene B-Juniorinnen in sein Team integrieren können. Somit besteht die Mannschaft nun aus einer Mischung aus erfahrenen Spielerinnen, die bereits in höheren Ligen aktiv waren, und jungen Talenten, die von der Erfahrung der Älteren profitieren können. Co-Trainer Salvatore Donnici und Betreuerin Sabrina Elberfeld komplettieren das Trainerteam und unterstützen Schanzenbächer bei seiner Arbeit.

Insgesamt stimmt aktuell scheinbar alles im Verein, zumal die SG mit dem Kunstrasenplatz am Vossacker auch eine entsprechende Spielstätte zur Verfügung hat. An dem Erfolg des Frauenteams, so Schanzenbächer, habe der gesamte Klub seinen Anteil, der viel Wert auf den Damen-Fußball lege: „ Wir sind froh, dass wir einen solch tollen Verein mit einem extrem engagierten Vorstand im Rücken haben.“

Hobbyturnier als Geburtsstunde

Diese Wertschätzung haben die Vorhaller Fußballerinnen bereits im Juni 2013 gespürt. Damals hatten sich die Damen-Mannschaften von Eintracht Hohenlimburg und der SpVg Witten gerade aufgelöst. Da sich einige Spielerinnen beider Teams untereinander kannten, nahmen sie kurz darauf gemeinsam mit weiteren vereinslosen, aber talentierten Freundinnen mit großem Erfolg an einem Hobbyturnier teil. Motiviert durch das gute Abschneiden schmiedeten sie den Plan, in der Saison 2013/14 eine Mannschaft zu stellen und gingen mit diesem Vorhaben auf den Vorhaller Vorstand zu. Dieser zeigte sich gleich begeistert von dem Angebot und bemühte sich ohne Zögern um einen passenden Trainer.

Bei Aufstieg macht Trainer weiter

Schnell fiel die Entscheidung zugunsten von Uwe Schanzenbächer, der zuvor die Damen von Eintracht Hohenlimburg trainiert hatte. Der Coach hatte zwar seine Trainerkarriere offiziell für beendet erklärt, aber die perfekt passende Zusammenstellung des Teams ließ ihn rückfällig werden. Jedoch erklärte Schanzenbächer bei seinem Einverständnis auch, dass er dieses Projekt mit dem Ziel Bezirksliga-Aufstieg nur für zwei Jahre unterstützen wolle, um anschließend wieder mehr Zeit für sein Privatleben und seine zweite sportliche Leidenschaft, dem Golfsport, zu haben.

Inzwischen hat Udo Schanzenbächer seine Aussage relativiert und möchte das junge Team auch in der nächsten Saison weiterhin als Trainer führen. Dieses Versprechen gilt jedoch nur für den Fall eines Aufstiegs in die Bezirksliga. Bei Betrachtung der Hinrunde scheint das Golfen auch in der kommenden Saison eher zu kurz kommen.