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Halbfinal-Aus für Phoenix Hagen Juniors gegen Bremerhaven

20.05.2012 | 20:11 Uhr

Hagen.   Schwere Köpfe unter schweißnassen Handtüchern, hängende Schultern, traurige Blicke: Die Phoenix Juniors waren im Halbfinale ausgeschieden, sie hatten nicht ihren besten Tag erwischt. Am Ende mussten sie mitansehen, wie Bremerhavens überragender Bazoumana Kante von der Freiwurflinie eiskalt den 79:67 (39:31)-Sieg klar machte - und ihr Traum vom Titel in eigener Halle zerplatzte. Die Eisbären gingen nicht nur dank ihres bärenstarken Topscorers als verdienter Sieger vom Platz. „Sie waren strukturierter und hatten immer die passende Antwort“, musste Coach Falk Möller anerkennen.

Unbeeindruckt von der fantastischen Kulisse streuten die Gäste gleich zu Beginn fünf Distanzwürfe ein, schnell war Phoenix mit 12:25 (9.) im Hintertreffen. Die Juniors sammelten sich, in der Verteidigung stand man nun kompakter und in der Offensive war Ruben Dahmens Dreier zum 21:29 (14.) der dringend benötigte Weckruf. Vier Punkte von Fabian Bleck und ein Dreier von Niklas Geske ließen den Rückstand nach der Pause schmelzen (38:42, 23.), doch nun leisteten sich die Jungfeuervögel eine verheerende Schwächephase. Unter dem eigenen Korb offenbarten sich eklatante Lücken, in der Rückwärtsbewegung schliefen die Hausherren mehrmals. „Kopf einschalten!“, mahnte Dahmen lautstark seine Mitspieler. Doch die Worte fanden keinen Anklang. Zwei weitere freie Korbleger ließen Bremerhaven auf 44:60 (29.) davonziehen.

Im letzten Viertel versuchte es Coach Möller mit einer kleinen Aufstellung, die für mehr Bewegung sorgen sollte. Die Taktik fruchtete: Geske und Sören Fritze drückten nun aufs Tempo, Moritz Krume und Fabian Bleck beherrschten zudem die Zone. Die Phoenixe warfen jetzt alles in die Waagschale, mit zwei blitzschnellen Korblegern von Fritze war man auf einmal auf 63:66 (37.) dran. Der Traum vom Finale, vom deutschen Titel vor eigenem Publikum, er lebte wieder. Allerdings war ein Spieler an diesem Abend einfach nicht zu stoppen: Bremerhavens Bazoumana Kante erzielte 15 seiner 29 Punkte in den letzten fünf Minuten, wie ein Profi zog der dynamische Guard immer wieder zum Korb und schloss entweder ab oder zog das Foul, während die Juniors im Angriff keine guten Optionen mehr fanden und haarsträubende Ballverluste produzierten. Den Gastgebern war die Nervosität deutlich anzumerken, es war angesichts der Bedeutung des Spiels und der großen Kulisse nachzuvollziehen. Mit Beifall und tröstenden Worten wurden die Juniors gebührend verabschiedet.

„Ich habe den Jungs nach dem Spiel gesagt, dass sie eine Bomben-Saison gespielt haben. Das werden sie aber noch nicht begreifen, erst wenn man sich ausgeweint und die Wunden geleckt hat“, zeigte sich Möller stolz. Und auch Phoenix-Aufsichtsratschef Thomas Hansel befand: „Es war beeindruckend, wie die Jungs nie aufgesteckt haben.“ Eins steht fest: Die Juniors brauchen ihre Köpfe nicht unter Handtüchern zu verstecken, sie können erhobenen Hauptes nach vorne blicken.

Halbfinale: Phoenix Hagen Juniors - Eisbären Bremerhaven 67:79 (31:39)

Phoenix Juniors: Sykownik (2), Fritze (6), Nolte (dnp), Geske (18, 3/4 Dreier, 10 Rebounds, 5 Assists), Lange 80), Dahmen (11, 1/6 Dreier). Bleck (19, 3/8 Dreier, 2/8 Freiwürfe), Dukatz (-), Krume (5, 7 Rebounds), Winterberg (3), Judtka (1), Radtke (2). Eisbären Bremerhaven: Thomany (3), Tienarend (4), Preval (0), Kante (29, 11 Rebounds), Karmand (0), Breitschuh (3),Baues (12), Breitlauch (14), Mampuya (0), Malu (9), Tittel (5).

Dominik Brendel

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