Hagens Jonas Grof spielt sich mutig in nationalen Fokus

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In der Basketball-Bundesliga überraschte Jonas Grof bei Phoenix Hagen mit couragierten Auftritten. Am Wochenende hat der 19-Jährige mit den Phoenix Juniors den deutschen Titel als Ziel.

Hagen..  Diese Courage beeindruckte auch den Bundestrainer. Mit seiner ersten Ballberührung überhaupt stürmte Jonas Grof gegen Ex-NBA-Akteur Coby Karl zum Korb und holte Freiwürfe heraus, die Offensiv-Aktionen zwei und drei schloss er mit Körben ab. Selten hat ein Debüt in der Basketball-Bundesliga so nachhaltig beeindruckt wie das des damals 18-Jährigen im letzten November in Ludwigsburg. Wo er - unter den Augen von Herren-Nationalcoach Chris Fleming - maßgeblich zum Sieg von Phoenix Hagen beitrug. Ein halbes Jahr später steht Grof wieder im Fokus, diesmal mit Altersgenossen. Als Kapitän will er mit den Phoenix Juniors am Wochenende in der Hagener Enervie Arena deutscher Meister werden. „Vor Saisonbeginn wollten wir das Top4 erreichen“, sagt er, „jetzt ist für jeden das Ziel, es auch zu gewinnen.“

Das Debüt über gut fünf Minuten im Herbst, fünf weitere, längere Erstliga-Einsätze im März und April: Im Phoenix-Bundesligateam bekam Jonas Grof gerade zum Saisonende - nach dem Ausscheiden mit Noma Iserlohn in den ProB-Playoffs - mehr und mehr Einsatzzeit. Und verdiente sich das Vertrauen von Trainer Ingo Freyer mit mutigen Auftritten. „Nur wenige in der Liga schaffen das schon in ihrem letzten NBBL-Jahr“, sagt Phoenix-Geschäftsführer Oliver Herkelmann, „der letzte, der da bei uns so viele Minuten gesehen hat, war Per Günther. Und das war noch in der ProA.“ Auch Grof selbst zeigte sich vom Saisonverlauf überrascht: „Ich hätte nicht gedacht, dass ich schon so viel spiele.“ Nicht zuletzt deshalb hat sich der 19-Jährige, der erst im letzten Sommer vom Auslandsjahr an der Lee Academy im US-Bundesstaat Maine nach Hagen zurückgekehrt ist, gegen einen möglichen Wechsel an ein amerikanisches College entschieden: „Auch weil es sportlich hier so gut gelaufen ist.“

Die Erfahrung aus der Bundesliga soll nun in der Jugend-Endrunde, in der die Juniors zunächst im Halbfinale am Samstag Eintracht Frankfurtempfangen (17.30 Uhr), helfen. Als einziger im Phoenix-Team hat Grof 2013 in Bamberg bereits ein Top4 gespielt, weiß um die ungewohnt große Kulisse. „Gerade zuhause wird das eine Riesensache und komplett anders als sonst. Das macht einige Spieler vielleicht nervös“, vermutet Grof, andererseits seien er und manche Kollegen auch gewohnt, vor relativ vielen Leuten zu spielen.

Gemeinsam vor allem mit Haris Hujic und Marcel Keßen - mit denen er schon vor fünf Jahren in Boeler Jugendteams zusammenspielte - müsse er da Verantwortung übernehmen. Wobei gerade die Aufgabenteilung des vielseitigen und angesichts seiner 2,01 m Körpergröße auch auf dem Flügel einsetzbaren Grof im Spielaufbau mit Hujic die Juniors so stark macht. „Bei den Systemen, die wir in der NBBL spielen, ist es eigentlich egal, wer auf der Position eins und wer auf der zwei spielt“, sagt Grof, „bei wem es besser läuft oder wer den leichteren Gegenspieler hat, der bringt den Ball.“

Das gilt für die Nachwuchs-Bundesliga, grundsätzlich aber sieht der Boeler seine Zukunft auf der Spielmacher-Position. Und wird darin von Freyer und Iserlohns Coach Matthias Grothe bestärkt. „Perspektivisch sehe ich deutlich bessere Chancen auf der eins, weil es nicht so viele große Aufbauspieler gibt“, sagt Grof. Auch der Phoenix-Geschäftsführer hält das für den richtigen Karriere-Plan. „Jonas verfügt über das Ballhandling und die Übersicht“, sagt Herkelmann, „groß, athletisch, ein starker Verteidiger: Er hat das, was die griechischen und spanischen Top-Pointguards haben.“ Und soll so zubnächst - wie Vorgänger Günther vor acht Jahren - mit den Juniors um den deutschen Titel spielen.