Gute Chancen auf den EM-Endlauf
08.02.2012 | 18:33 Uhr 2012-02-08T18:33:00+0100
Hagen/Halle.(aki) In ausgezeichneter Frühform präsentiert sich gegenwärtig Jessica Urbanski. Die 18-jährige Hagener Leichtathletin gewann drei Goldmedaillen bei den deutschen Gehörlosen-Hallenmeisterschaften in Halle/Saale und hat nun gute Chancen zumindest auf die Endlauf-Teilnahme über 60 m bei der Hallen-Europameisterschaft Mitte März in Tallinn/Estland.
Neben der Saisonvorbereitung standen für Jessica Urbanski zum Jahresbeginn Ehrungen im Fokus. Beim Neujahrsempfang in ihrer Heimatstadt wurde sie in der Sporthalle Wehringhausen zu Hagens Sportlerin des Jahres gekürt, dann durfte die Juniorsportlerin 2011 der Stiftung Deutsche Sporthilfe in Essen eine weitere Auszeichnung entgegennehmen: Im Rahmen der Sportgala des Gehörlosen-Sportverbandes NRW wurde sie von Staatssekretär Klaus Schäfer für ihre sportlichen Höchstleistungen als NRW-Sportlerin des Jahres 2011 ausgezeichnet. Jessica Urbanski hatte unter anderem bei den Gehörlosen-Europameisterschaften in Kayseri (Türkei) die Goldmedaille über 100 Meter in Juniorinnen-Weltrekordzeit von 12,30 Sekunden gewonnen.
NRW-Sportlerin 2011
Ende 2012 könnten weitere Ehrungen für die junge Hagenerin, die für die Gehörlosen-Sportgemeinschaft (GSG) Hagen und seit ihrem Wechsel vom TSV Hagen 1860 für die LG Olympia Dortmund startet, folgen. Als Dritte im B-Finale über 60 m bei den Westfalenmeisterschaften der Frauen in 7,92 Sekunden hat sie sich in Dortmund früh für die deutschen U20-Hallenmeisterschaften am 18./19. Februar in Sindelfingen qualifiziert. Auch die Qualifikation für die nächste internationale Begegnung im Gehörlosensport, die Hallen-Europameisterschaften im estnischen Tallinn (15. bis 18. März), war damit bereits geschafft.
Die guten Leistungen bestätigte sie nun bei den deutschen Gehörlosen-Meisterschaften in Halle/Saale: Die Sprinterin lief bei ihrem Sieg über 200 Meter mit 26,17 Sekunden nicht nur eine neue persönliche Bestleistung, sondern verbesserte zugleich den deutschen Hallenrekord der Gehörlosen von Sabine Hoven aus dem Jahr 1985 um zwei Hundertstel. Zudem steigerte sie sich auch über 60 Meter zur Bestleistung von 7,86 Sekunden und gewann hier ebenso Gold wie im Weitsprung, wo sie sich auf 5,15 Meter steigerte. Der dreimaligen deutschen Meisterin werden nun gute Chancen eingeräumt, in Tallinn zumindest das Finale im 60-m-Sprint zu erreichen. Bereits 2008 hatte sie als 14-Jährige ganz überraschend den EM-Titel gewonnen.
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