Ferndorf nach Sieg bei VfL Eintracht Hagen auf Titelkurs

In Halbzeit eins brachten Marius Kraus und Co. den Ball vorne zu selten zum Mitspieler. Jens Reinarz wurde zudem gut abgeschirmt.
In Halbzeit eins brachten Marius Kraus und Co. den Ball vorne zu selten zum Mitspieler. Jens Reinarz wurde zudem gut abgeschirmt.
Foto: Sandra Krosa
Was wir bereits wissen
1725 Zuschauer sahen in der Enervie Arena einen Triumph des TuS Ferndorf. VfL Eintracht Hagen verpasste mit dem 25:30 die Chance auf Platz eins in der 3. Handball-Liga.

Hagen.. Am Ende ging es nur noch um Schadensbegrenzung. Diese gelang zwar im Gipfeltreffen der 3. Handball-Liga West zwischen dem Tabellenzweiten VfL Eintracht Hagen und Spitzenreiter TuS Ferndorf, aber die Mehrheit der offiziell 1725 Zuschauer (!) in der Enervie Arena war am Ende doch enttäuscht.

Ferndorf beginnt meisterlich

Mit ihrem verdienten 30:25 (15:6)-Erfolg vergrößerten die Siegerländer den Vorsprung auf fünf Plus- und drei Minuspunkte und sind jetzt klarer Titelfavorit. Der VfL Eintracht wird die Vizemeisterschaft wohl schaffen und dann im Mai in einer Relegationsrunde darum spielen, Ferndorf als Mitaufsteiger in die 2. Bundesliga begleiten zu dürfen.

War es die ungewohnte Rekordkulisse beim Handball in der Enervie Arena, die die Schützlinge von Trainer Lars Hepp regelrecht zu lähmen schien oder einfach der meisterlich aufspielende Gegner?

Drittliga-Gipfeltreffen In der ersten Halbzeit tat sich jedenfalls ein Klassenunterschied auf. Marius Kraus brachte die Gastgeber in der zweiten Minute in Führung - dann kam Ferndorf. Und zwar gewaltig. Die Abwehr stand wie eine Eins, den Eintrachtlern wurde kaum einmal ein Durchkommen gestattet. „Und das mit fairen Mitteln“, freute sich TuS-Trainer Erik Wudtke am Ende, „die Beinarbeit der Spieler war hervorragend.“

38 Minuten bis zum ersten Reinarz-Tor

Das Angriffsspiel der Eintracht-Akteure war das genaue Gegenteil. Sie fanden keine Mittel, trafen die falschen Entscheidungen und verdaddelten den Ball. Wann hat es das schon einmal gegeben, dass der Drittliga-Torschützenkönig Jens Reinarz 38 Minuten auf seinen ersten Torerfolg warten musste. Selbst sein erster Siebenmeter ging nicht ins Tor. Auch der langjährige Bundesliga-Spieler Sebastian Schneider konnte das Gesetz des Handelns nicht an sich reißen. Der 29-Jährige wurde früh mit der zweiten Zeitstrafe belegt, im Angriff wurden seine Würfe abgeblockt oder eine Beute des starken Ferndorfer Torhüters Lukas Puhl.

Nur gut, dass Eintracht-Schlussmann Almantas Savonis in der Anfangsphase noch besser war. Hätte der 45-jährige Litauer nicht zahlreiche schwierige Bälle pariert, wäre der Halbzeitstand noch schlimmer ausgefallen als er ohnehin schon war. Chance auf eine Wende in der zweiten Halbzeit sah kaum ein Eintracht-Freund in der Pause.

Ferndorf verwaltet Vorsprung

Und doch hätte sie sogar noch gelingen können. „Nicht weil wir besser, sondern weil Ferndorf schlechter wurde“, wie Andreas Griesel, Sportlicher Leiter des VfL, am Ende resümierte. „Die haben den Vorsprung nur noch verwaltet.“

Nach 45 Minuten waren die Grüngelben, bei denen Jugendkoordinator Jörn Ilper ab der 16. Minute die Abwehr verstärkte, auf 16:21 herangekommen. Und die Hepp-Schützlinge hatten bei diesem Spielstand drei Chancen, den Rückstand weiter zu verringern. Darunter ein Siebenmeter, den Peer Pütz an den linken Pfosten setzte. Danach erhöhten die Gäste wieder auf sieben Tore und schnürten den Sack damit zu, obwohl das Hepp-Team bis zur letzten Sekunde um eine Resultatsverbesserung kämpfte.

Antworten zu spät gefunden

„Wir haben in der ersten Halbzeit zu lange gebraucht, um Antworten auf die Aufgaben zu finden, die Ferndorf uns gestellt hat“, bilanzierte VfL-Kapitän Jens Reinarz abschließend. „Das war letztlich spielentscheidend.“