Das aktuelle Wetter NRW 9°C
Stefan Neff im Interview

„Erfolg entsteht aus harter Arbeit“

12.11.2012 | 18:11 Uhr
„Erfolg entsteht aus harter Arbeit“
Kreisläufer Frederik Kowalski ist der einzige Feldspieler, den der verlustpunktfreie Handball-Verbandsliga-Spitzenreiter TuS Volmetal im Sommer neu verpflichtet hat.Foto: Michael Kleinrensing

Hagen. Mit dem jüngsten Trainer aller Zeiten eilt Handball-Verbandsligist TuS Volmetal von Sieg zu Sieg. Der 38:31-Erfolg gegen Werdohl/Versetal am vergangenen Samstag war der achte Sieg im achten Spiel, der Vorsprung vor dem Tabellenzweiten Riemke beträgt bereits fünf Punkte. Unsere Zeitung führte mit dem gerade 26 Jahre alt gewordenen Volmetaler Erfolgscoach ein Interview.

Herr Neff, Sie haben nach dem Sieg am Samstag gesagt, Volmetal sei kein Aufstiegsfavorit. Da wussten Sie noch nicht, dass der schärfste Verfolger Westerholt gegen Recklinghausen verloren hat. Muss man bei fünf Punkten Vorsprung nicht nach oben blicken?

Stefan Neff: Natürlich wissen wir, wo wir stehen und wir kennen unsere Stärken. Aber wir wissen auch, wo wir herkommen. Als ich die Mannschaft Anfang November 2011 übernommen habe, stand sie nur einen Punkt vor einem Abstiegsplatz. Seitdem sind mit Frederik Kowalski und Torwart Sidney Quick nur zwei Spieler hinzugekommen. Von daher sind andere Mannschaften Favoriten. Vor allem der SV Westerholt und der OSC Dortmund, die beide aufgerüstet und erklärt haben, dass sie nach oben wollen.

Aber die Euphorie im Umfeld steigt mit jedem Sieg . . .

Natürlich freut es uns, wenn 400 Zuschauer in die Halle kommen und man spürt, dass sich die Leute mit der Mannschaft identifizieren. Der aktuelle Erfolg ist aus ehrlicher Arbeit entstanden, es gibt keinen Scheich, der dem TuS Volmetal ein paar Spanier oder Franzosen geschenkt hat. Die Mannschaft hat sich weiterentwickelt und sich den guten Start verdient. Aber mit 16 Punkten ist noch niemand aufgestiegen.

Was macht das Team so stark?

Wir haben eine gute Mischung aus Jung und Alt. Alle verstehen sich, der Zusammenhalt stimmt. Das Team ist sehr ausgeglichen und auch spielerisch stark.

Eines der gerne von Ihnen angewandten taktischen Mittel ist das Bringen eines siebten Feldspielers für den Torwart bei Angriffssituationen. Was steckt dahinter?

Viele Mannschaften in der Liga verfügen über ziemlich festgefahrene Abwehrsysteme. Wer sehr offensiv deckt, wie beispielsweise Borussia Höchsten, den zwingt man durch Überzahlspiel in eine defensivere Rolle. In Höchsten haben wir diese Variante 60 Minuten durchgezogen und damit Erfolg gehabt. In Hattingen, wo wir das Spiel umgebogen haben, in den letzten 20 Minuten ebenfalls.

Sie sind deutlich jünger als einige Ihrer Spieler und kamen aus dem Jugendbereich. War das nie ein Problem?

Da muss ich gerade den Routiniers ein Kompliment machen, sie haben mich sehr gut aufgenommen. Man muss als Trainer mit fachlicher Kompetenz überzeugen, das ist mir gelungen. Es gab auch Momente, in denen mich anpassen musste, aber wir haben ziemlich schnell eine gerade Linie gefunden, die gut funktioniert. Natürlich muss ich dem Verein danken, dass er mir das Vertrauen geschenkt hat.

Was ist Ihr Nah- und Fernziel?

Ich würde mich nicht gegen den Aufstieg in die Oberliga wehren - aber Hochmut kommt vor dem Fall. Mittelfristig möchte ich in die dritte Liga, das weiß der Verein. Aber wenn ich das mit 31, 32 Jahren schaffe, bin ich ja immer noch ein junger Trainer. Jetzt will ich erst einmal die A-Lizenz erwerben, das kann man erst ab 25.

Zur Person

Stefan Neff, geboren am 3. November 1986, beendete seine aktive Handball-Laufbahn nach zwei Kreuzbandrissen bereits im Alter von 17 Jahren.

Als Jugendtrainer waren seine größten Erfolge die westdeutsche C-Jugendmeisterschaft mit dem VfL Eintracht Hagen und die deutsche Vizemeisterschaft mit der B-Jugend des VfL Gummersbach.

Hauptberuflich ist der Hagener, der der Handballjugend der SG TuRa/Halden entstammt, als Fachangestellter für Arbeitsförderung tätig.

Rainer Hofeditz



Kommentare
Aus dem Ressort
Bittere 83:122-Niederlage - Phoenix Hagen geht unter
Spielbericht
Am sechsten Spieltag der Basketball-Bundesligasaison 2014/15 ging Phoenix Hagen gegen die EWE Baskets Oldenburg mit 83:122 (40:59) unter - das war eine Vorführung, die für die Zukunft Schlimmes befürchten lässt.
Florian Hanakam trotzt Wellen, Gegenwind und Grillhitze
Triathlon
Der Temperatursturz von rund 25 Grad am vergangenen Wochenende auf gefühlte 5 Grad zuletzt in der Nacht ließ viele Zeitgenossen frösteln. Wer gerade erst aus dem sonnigen Hawaii zurückgekehrt ist, dem fällt die Umstellung besonders schwer. Andererseits sind für Florian Hanakam, der nach seinem Start...
Eintracht-Gastspiel in Lemgo ist der Tages-Hit
3. Handball-Liga West
Für die Drittliga-Handballer des VfL Eintracht Hagen begann das Jahr 2014 mit einer Niederlage. Im Pokal gab es am 5. Januar eine 30:38-Abfuhr bei HSG Handball Lemgo II, damals noch in der 3. Liga Nord beheimatet. Im Sommer zog die Truppe von Trainer Florian Kehrmann in die West-Staffel um. Hier...
Hasper SV braucht einen Sieg gegen die Sorgen
Fußball-Landesliga
Ein Punkt aus den letzten fünf Spielen, das ist die Ausbeute von Mannschaften, die sich Sorgen machen müssen. Nach ihrem zuletzt mauen Abschneiden sind die Landesliga-Fußballer des Hasper SV nur noch einen Zähler vom ersten Abstiegsplatz entfernt. Mit dem SV Hilbeck ist am Sonntag um 15 Uhr ein...
Neuss nächste hohe Auswärtshürde für Phoenix Ladies
Damenbasketball
Nach der knappen und „unnötigen Niederlage in Wuppertal“, wie Ladies-Chefin Sabine Kaminski findet, sind Zweitliga-Basketballerinnen von Phoenix Hagen am Samstag wieder auswärts gefordert. Um 19 Uhr tritt die Truppe von Trainer Tobit Schneider bei der TG Neuss an.
Umfrage
Wo landet Phoenix Hagen am Ende der Saison in der Basketball-Bundesliga?

Wo landet Phoenix Hagen am Ende der Saison in der Basketball-Bundesliga?

So haben unsere Leser abgestimmt

Keine Frage, Phoenix schafft erneut den Sprung in die Play-offs. Keine Frage, Phoenix schafft erneut den Sprung in die Play-offs.
18%
In dieser Saison wird es für Phoenix nicht für einen Platz in den Play-offs reichen. In dieser Saison wird es für Phoenix nicht für einen Platz in den Play-offs reichen.
10%
Diesmal spielt Phoenix nur gegen den Abstieg. Diesmal spielt Phoenix nur gegen den Abstieg.
73%
2219 abgegebene Stimmen
 
Fotos und Videos
Phoenix Hagen gegen Bayern München
Bildgalerie
Basketball
FC schlägt TuS im Derby
Bildgalerie
Fußball
Eisbären siegen in Hagen
Bildgalerie
Basketball
Phoenix Hagen gegen Leeuwarden
Bildgalerie
Basketball