Entscheidende Wochen für Wassersportler

Die Ruder-Regatta der SG Demag könnte durch die Bauarbeiten an der Brücke in Gefahr sein.
Die Ruder-Regatta der SG Demag könnte durch die Bauarbeiten an der Brücke in Gefahr sein.
Foto: Valentin Dornis
Was wir bereits wissen
Jetzt geht es plötzlich ganz schnell: Der Bautermin für die Brücke zwischen Ruhr-Obergraben und Harkortsee steht fest, doch für die Wassersportler gibt es noch immer keine Lösung.

Wetter..  Nachdem es fast ein Jahr still um die Brücken-Sanierung am Ruhr-Obergraben war, beginnt für die heimischen Wassersportler nun die entscheidende Phase.

Wie das Landes-Straßenbauamt auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilte, steht der Baubeginn nämlich bereits fest: Ab der 17. Kalenderwoche, also dem 20. April, sollen die Bauarbeiten an der maroden Brücke zwischen Obergraben und Harkortsee beginnen. Sprecher Michael Overmeyer konnte allerdings noch nichts Genaues sagen: „Wie genau die Bauarbeiten durchgeführt werden, müssen wir mit der zuständigen Baufirma besprechen.“ Anfang März soll es eine öffentliche Informationsveranstaltung geben.

Trainingsstrecken in Gefahr

Für die betroffenen Vereine, vor allem für die Ruderer der SG Demag und des RC Mark Wetter, könnte das schon zu spät sein. Denn sie sorgen sich um den Ruderbetrieb: Der betroffene Abschnitt zwischen See und Obergraben wird von den Sportlern nicht nur bei Wettkämpfen stark frequentiert. „Für uns ist das der einzige Zugang zum Harkortsee, auf dem wir auch viel trainieren“, sagt Walter Diehl von der SG Demag. Auch die Regatta, die in diesem Herbst zum 14. Mal stattfinden würde, ist in Gefahr: „Wenn die Ruderer während des Wettkampfes nicht in zwei Richtungen aneinander vorbeifahren können, muss die Regatta ausfallen.“ Denn dann könnten die Langstrecken-Wettbewerbe nicht stattfinden, geordnete Starts zur Kurzstrecke wären ebenfalls unmöglich. Durch die Krümmung des Obergrabens kann die Startlinie auch nicht weiter nach Süden, also den Obergraben hinunter, verlegt werden – dann bliebe nicht mehr genug gerade Strecke für die Wettbewerbe.

Wie genau die Bauarbeiten an der Brücke die Ruderer und Kanuten beeinträchtigen werden, ist noch immer nicht klar. Ein erster Entwurf für eine schwimmende Ponton-Brücke wurde inzwischen wieder verworfen, dann hätte gar kein Trainingsbetrieb mehr stattfinden können. Nun könnten Kräne die nächste Herausforderung darstellen, schließlich wird die Brücke komplett abgerissen und neu errichtet. Für Straßen NRW eine heikle Situation: „Wir wissen momentan noch nicht, ob es Sicherheitsbedenken geben könnte. Auch das müssen wir mit der zuständigen Baufirma besprechen“, so Sprecher Overmeyer, „und dann festlegen, ob überhaupt auf dem Wasser an der Baustelle vorbei gefahren werden kann.“ Ein angekündigtes Gespräch zwischen dem Landes-Straßenbauamt und den Vereinen hatte im vergangenen Jahr nicht stattgefunden, weil keine der beiden Seiten die Initiative dazu ergriff. Das soll sich nun ändern: „Wir klären die offenen Punkte so schnell wie möglich und setzen uns dann gezielt mit den betroffenen Vereinen zusammen“, kündigte Overmeyer an. Im Falle eines Durchfahrtsverbotes könne man so eventuell eine Ausnahmelösung für das Regattawochenende finden, deutete Overmeyer an.

Die SG Demag trifft sich allerdings bereits an diesem Sonntag zu einer Abteilungsversammlung, um über die Regatta-Pläne für 2015 zu beraten.