„Englischkenntnisse haben sich verbessert“

Dennis Zuhmann vor der Universität von Nikosia.
Dennis Zuhmann vor der Universität von Nikosia.
Foto: WP

Hohenlimburg..  Etwas mehr als vier Monate ist es her, da startete der Hohenlimburger Dennis Zuhmann (21) nach Zypern, um auf der European University Cyprus in Nikosia ein Auslandssemester zu absolvieren. Diese Uni legt den Fokus auf seinen Studiengang Sport- und Eventmanagement – andere Alternativen wie USA oder Australien waren zu weit weg und zu kostenintensiv.

Jetzt ist Dennis Zuhmann wieder in seiner Heimat zurück. Der Kicker möchte gerne seinen Verein SC Berchum/Garenfeld am morgigen Sonntag im letzten Saisonspiel der Bezirksliga beim TuS Wengern unterstützen. Dieser Zeitung hat er etwas über seinen Aufenthalt in Zypern verraten.

Willkommen zurück, Dennis. Das war ja etwas früher als geplant...

Dennis Zuhmann: Danke! Ja, ich habe in der ersten Klausurwoche alle Klausuren geschrieben. Dann haben ich einen früheren Flug gebucht, weil ich meine Leute in Hagen wiedersehen wollte.

Ging bei der Ankunft in Nikosia alles glatt?

Ja, die Wohnung hatten wir zum Glück eine Woche vorher abgeklärt, ich habe mit einem Studienkollegen zusammengewohnt. Der Sohn des Vermieters hat uns vom Flughafen abgeholt, das hat alles sehr gut funktioniert.

Wie verlief der erste Tag an der Universität?

Da mussten wir die Kurse wählen. Die Universität ist sehr groß, aber wir haben uns schnell zurecht gefunden, zumal wir weitere Austauschstudenten kennengelernt haben, zum Beispiel aus Österreich. Die Verständigung hat sehr gut geklappt, alle haben Englisch gesprochen. Erst mussten wir uns konzentrieren, weil die Zyprioten Englisch mit einem starken Akzent gesprochen haben, aber das hat hinterher gut geklappt.

Wie war es in Nikosia selbst?

Teuer (lacht). Wir sind sehr oft auf die türkische Seite der Insel gefahren, dort ist alles preiswerter. Das Fleisch ist auf der griechischen Seite wahnsinnig teuer. Mein Kollege hat einmal sechs Eier für fünf Euro gekauft. Auch wenn das die Premium-Klasse war, war das schon heftig. In Nikosia selbst war immer viel Trubel, am frühen Morgen ging auf den Straßen schon das Gehupe los. Auf der türkischen Seite war es viel ruhiger.

Was sind im zypriotischen System die Unterschiede zu deutschen Universitäten?

Die Vorlesungen in Deutschland dauern 90 Minuten, in Nikosia drei Stunden mit 25 Minuten Pause. Das ist schon hart. Auch die Klausuren sind anders gewichtet. In Deutschland schreibt man am Semesterende eine Klausur, und wenn man die vergeigt, hat man ein Problem. Auf Zypern zählt die erste Klausur 30 Prozent der Endnote, die Klausur am Semesterende 40 Prozent, 20 Prozent eine Hausarbeit und zehn Prozent die Anwesenheit. Das Studieren in Nikosia ist einfacher, dafür ist dort ein Abschluss nicht ganz so hoch angesehen wie der in Deutschland.

Wie ist die Mentalität der Zyprioten?

Im Supermarkt oder in der Bank sind sie sehr wortkarg und wirken unmotiviert. Aber auf der Straße oder in der Uni sind sie sehr offen und hilfsbereit. Das hat man schon gemerkt, als uns der Sohn vom Vermieter vom Flughafen abgeholt hat. Oder bei einigen Medizinstudenten, mit denen wir immer Fußball gespielt haben. Sie haben uns angeboten, uns abzuholen und wieder nach Hause zu bringen.

Was haben Sie in Ihrer Freizeit gemacht?

Zum Strand war es eine Stunde Entfernung mit dem Auto, da sind wir nur dreimal hingefahren. Wir haben auf unserer Terrasse oft gegrillt, uns auch mit Freunden getroffen. Bei uns in der Nähe war eine Bar, ein Irish Pub. Da sind wir auch oft hingegangen.

Was nehmen Sie aus dem Auslandssemester mit?

Die Erfahrung, wie in anderen Ländern studiert wird. Außerdem haben sich meine Englischkenntnisse sehr stark verbessert, sowohl durch die Kommunikation als auch durch die Klausuren, die ich auch auf Englisch schreiben musste. Ich würde wieder nach Zypern fahren, ich habe mich mit den Leuten sehr gut verstanden. Mir persönlich hat das sehr viel gebracht.

Letzte Frage zur Zukunft beim SC Berchum/Garenfeld. Was erhoffen Sie sich für die kommende Saison?

Wir bekommen mit Anziz Mbae einen neuen Trainer, da werden wir uns erst alle finden müssen. Aber die Mannschaft spielt ja schon eine Weile zusammen. Wir müssen wieder zusehen, dass wir möglichst schnell von den Abstiegsplätzen wegkommen und dann nach oben schauen. Der Ehrgeiz ist auf jeden Fall da. Ich persönlich hoffe, dass ich mir wieder einen Stammplatz erkämpfen kann. Zudem möchte ich etwas mehr Verantwortung übernehmen und Jugendspielern helfen, die zur Mannschaft stoßen. Ich weiß ja selbst wie das ist, als A-Jugendlicher in den Seniorenbereich zu wechseln.