Einteilige Ringertrikots haben bald ausgedient

Ringen, 2. Bundesliga: KSV Hohenlimburg - AC Heusweiler
Ringen, 2. Bundesliga: KSV Hohenlimburg - AC Heusweiler
Foto: WP

Hohenlimburg..  Er gehört zu den Mannschaftskämpfen der Ringer vom KSV Hohenlimburg in der Turnhalle an der Realschule einfach dazu – der Zuschauerruf „Blau passiv!“. Die Gastmannschaft bei Ringerkämpfen trägt blaue Ringanzüge, die Hausherren rote.

Die Wahrscheinlichkeit besteht jedoch, dass sich die Fans etwas anderes einfallen lassen müssen. Der Weltverband hat einige optische Änderungen vorgeschlagen. So wird die Matte (seit 1972 in den Farben Gelb und Rot) künftig Dunkelblau und Orange sein, in erster Linie um dies bei Fernseh- und Internetübertragungen besser wahrnehmen zu können. Auch die einteiligen Ringertrikots in Rot und Blau haben wohl ausgedient. Zwar steht das neue Design der Wettkampfkleidung noch nicht fest, jedoch ist klar, dass man mehr Farben und ein komplett anderes Design entwickeln wird.

Diese Zeitung fragte im Interview der Woche bei KSV-Geschäftsführer Uwe Behrendt nach, ob sich die Hohenlimburger in der Oberliga auch kurzfristig auf Veränderungen einstellen müssen.

Das wird ja sehr gewöhnungsbedürftig sein, wenn Ringer vielleicht künftig in gelb und grün auflaufen. Wie stehen Sie dem gegenüber?

Uwe Behrendt: Es ist ein Vorschlag, und da muss man erst einmal abwarten, was passiert. Grundsätzlich möchte man von den einteiligen Ringeranzügen weg. An die Farben rot und blau hat man sich natürlich gewöhnt. Aber in der Vergangenheit ist Ringen in der Öffentlichkeit auch ein wenig belächelt worden. Ich finde es nicht verkehrt, wenn die Sportart mit der Zeit geht.

Wieso finden jetzt Jahr für Jahr so viele Veränderungen in der Sportart statt?

Das sind noch Folgen des Kampfes „Ringen für Olympia“, da dreht der Weltverband jetzt jeden Stein um. Man möchte die Sportart Ringen natürlich attraktiver machen. Sportlich sind aber keine gravierenden Änderungen zu erwarten. Das ist zuletzt vor zwei Jahren passiert, als das Rundensystem abgeschafft wurde.

Werden sich die optischen Veränderungen auch auf die Oberliga niederschlagen?

Wenn, dann nicht so kurzfristig. Die neue Optik wird dann erst einmal in der Bundesliga eingebaut. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sofort jeder kleine Verein mit der Anschaffung von neuen Matten und Anzügen zusätzlich belastet wird.

Auf wie viele zusätzliche Kosten müsste sich der KSV Hohenlimburg dann einstellen?

Das kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Fest steht allerdings, dass wir uns eine neue Matte anschaffen wollen. Damit warten wir zunächst noch ab, ob die optischen Veränderungen beschlossen werden. Wenn ja, werden wir uns darum bemühen, die Matte gleich im neuen Design zu kaufen.

Gibt es schon Neuigkeiten in bezug auf die erste Mannschaft in der Oberliga-Saison 2015?

Ich möchte jetzt keine Wasserstandsmeldung abgeben. Wir sind in intensiven Gesprächen, wobei die Priorität die eigenen Leute haben. Bisher hat niemand signalisiert, dass er nicht bleiben möchte. Wir haben festgestellt, dass die Bindung der Zuschauer zu einem Team mit auswärtigen Ringern nicht so da war. Das möchten wir wieder ändern, wir möchten, dass Vereinsführung, Mannschaft und die Fans zusammenwachsen und auch nach den Heimkämpfen wieder gemeinschaftlich das ein oder andere Getränk zu sich nehmen.

Wird der KSV zwei Mannschaften melden?

Das ist der aktuelle Stand. Wenn alle Unterschriften geleistet sind, melden wir zwei Mannschaften. Da wir für die Reserve in der Bezirksliga nur acht Ringer brauchen, ist das auch nicht ganz so problematisch. Vier Jugendliche können demnächst im Seniorenbereich ringen.

Wie ist Ihr Fazit nach den bisherigen Einzelmeisterschaften, was den Nachwuchs betrifft?

Allein die Teilnehmerzahlen waren schon überragend. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann wir mal mit so vielen Kindern zu Meisterschaften gefahren sind. Wir haben eine hervorragende Elternschaft, die mitzieht. Wir sind in unserem Verein multikulturell. Andere gehen auf die Straße und bekämpfen sich, in unserem Verein wird ein harmonisches Miteinander demonstriert, und darauf sind wir stolz.

Wie sind die eigens ausgerichteten Westfalenmeisterschaften verlaufen?

Auch durchweg positiv, was wir auch den Eltern und unserer Helferschaft zu verdanken haben. Von den Athleten und dem Verband haben wir ebenfalls ein Lob bekommen. Wir werden uns 2016 für eine Landesmeisterschaft bewerben.

Ist auch die Ausrichtung einer deutschen Meisterschaft denkbar?

Das wäre ein Riesen-Highlight, aber so etwas bedarf einer genauen Überlegung und Planung. Zunächst belassen wir es bei einer Landesmeisterschaft, aber es wäre natürlich schön, zu unserem 100-jährigen Vereinsjubiläum 2021 eine deutsche Meisterschaft auszurichten. Die Kapazitäten der Rundturnhalle würden dafür sogar ausreichen.