Ein Teil von Wetter fährt bei der Tour de France

Björn Thurau aus Deutschland fährt für Bora-Argon 18.
Björn Thurau aus Deutschland fährt für Bora-Argon 18.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Firma Abus sponsort die Mannschaft Bora-Argon 18, die auch an dem größten Radrennen der Welt teilnimmt. Doping ist nur noch ein Randthema.

Wetter..  Wenn in diesem Sommer die Radfahrer wieder Frankreichs Berge erklimmen, fährt diesmal auch ein Teil von Wetter mit bei der Tour de France. Die Firma Abus ist seit Kurzem technischer Partner des Profiteams Bora-Argon 18, das aufgrund einer Wildcard an dem größten Radrennen der Welt teilnimmt.

„Wir haben darauf gehofft. Für uns ist etwas Besonderes, bei diesem Sportereignis dabei zu sein“, erklärt Torsten Mendel, PR-Manager bei Abus. Er selbst will das Team bei einigen Etappen begleiten – „Am schönsten wäre es natürlich in Paris“ – und hat sich bereits auf Mallorca ein Bild von der Mannschaft gemacht. „Es sind viele junge Fahrer, die was erreichen wollen“, sagt Mendel. Das Ziel bei der Frankreich-Rundfahrt sei ein Platz unter den besten zehn: „Den sportlichen Erfolg kann man allerdings nicht planen.“

Abus-Helme sollen bekannter werden

Abus und der Radsport gehören zusammen. In Deutschland sichern viele ihre Drahtesel mit einem Schloss des Wetterschen Unternehmens. Was die meisten Hobby-Radfahrer aber nicht wissen, „wir stellen auch Helme her“, so Mendel. Dies will die Firma nun ändern, indem die Fahrer von Bora-Argon die Abus-Helme tragen. Und spätestens im Sommer bei der Tour de France weltweit im Fernsehen zu sehen sein werden.

Trotzdem ist ein Engagement eines deutschen Unternehmens bei einem Profi-Radteam keine Selbstverständlichkeit. Zu eng verknüpft wird diese Sportart mit dem Thema Doping. Spätestens seitdem bekannt geworden ist, dass der Rekordsieger der Tour de France, Lance Armstrong, systematisch verbotene Substanzen genommen hat und auch Deutschlands Idol Jan Ulrich nachträglich wegen Dopings gesperrt wurde, haben sich viele Fans abgewandt. „Doch wir glauben, dass die Wende schon eingesetzt hat“, erklärt Mendel. Die neue Generation sei sauberer, die Kontrollen strenger, außerdem habe es bei dem fünf Jahre alten Bora-Argon-Team noch nie einen positiven Befund gegeben. „Selbst eine Ausnahmegenehmigung, die manche Fahrer wegen Asthma für einige Präparate bekommen, gibt es in dieser Mannschaft nicht“, sagt der PR-Manager und bekräftigt: „Wir sind diese Partnerschaft mit sehr viel Bedacht eingegangen.“

Und tatsächlich scheint sich der Radsport in Deutschland wieder aus seinem Doping-Loch zu befreien. Auch die ARD wird in diesem Jahr wieder Livebilder von der Tour senden, die vom 4. bis zum 26. Juli stattfindet. Geplant sind etwa anderthalb Stunden von den einzelnen Etappen. 2012 hatte sich der öffentlich-rechtliche Sender noch dazu entschlossen, von dem Radrennen die Finger zu lassen. „Dass wieder übertragen wird, deutet auch auf die Wende hin“, so Mendel.

Was passiert, wenn ein Fahrer positiv getestet wird?

Trotzdem hat sich auch die Firma Abus damit beschäftigt, was passiert, wenn ein Bora-Argon-Fahrer positiv auf Doping getestet wird. Genaue Angaben macht Torsten Mendel zwar nicht, lässt aber durchblicken: „So ein Fall ist vertraglich verankert.“ Will sagen: Abus könnte die Partnerschaft vermutlich beenden.

Denn die Sponsor-Partnerschaft kostet das Wettersche Unternehmen Geld. Über den genauen Betrag wird allerdings geschwiegen. „Wir haben nicht das Budget eines Großunternehmens, deswegen ist die Summe nicht so hoch“, sagt Mendel, der aber einräumt, dass man natürlich investieren müsse, um ein Logo auf dem Helm und dem Trikot einer Top-Mannschaft platzieren zu dürfen.

Der Vertrag zwischen Abus und Bora-Argon 18 gilt zunächst für zwei Jahre. „Dann wird man sehen, wo die Reise hingeht“, erklärt Mendel. Ein Etappensieg bei der Tour de France würde die Wahrscheinlichkeit für ein längeres Engagement sicher erhöhen.