Ein Sportprofi kehrt zurück zu den Wurzeln

In diesem Gebäude an der Stennertstraße will Rouven Schirp ein Trainingszentrum eröffnen.
In diesem Gebäude an der Stennertstraße will Rouven Schirp ein Trainingszentrum eröffnen.
Foto: Michael Schuh

Hohenlimburg..  Aus sportlicher Sicht ist Rouven Schirp zweifellos ein Tausendsassa. Der Hohenlimburger kam über den Elseyer TV zur Leichtathletik, wechselte später zu Bayer Leverkusen, gehörte der U23-Nationalmannschaft an und stand bei mehreren Deutschen Meisterschaften in den Endläufen. Eine 100-Meter-Zeit von 10,68 Sekunden spricht Bände. Doch Schirp blieb seiner Heimat stets treu – und eröffnet an der Lenne nun ein ganz besonderes Trainingszentrum.

Längst hat der 39-Jährige seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Der Diplom-Sportwissenschaftler und Inhaber von Trainerscheinen in den Bereichen Leichtathletik, Fußball und Tennis sorgte als Konditionscoach unter anderem für die nötige Fitness der Profis von Schalke 04, mit denen er 2007 deutscher Vizemeister wurde und ein Jahr später das Viertelfinale der Champions League erreichte. Vor fünf Jahren machte er sich als Experte in der Trainingsbetreuung und der Leistungsdiagnostik selbstständig und betreut seitdem Sportler und Vereine in ganz NRW. „Doch es ist mir eine Herzensangelegenheit, in Hohenlimburg zu bleiben“, sagt der Mann, der einst die Weltmeister Manuel Neuer, Mesut Özil und Benedikt Höwedes fit machte.

Eine Zusammenarbeit mit Fitnessstudios, in denen stets auch andere Menschen trainieren, bot sich für sein Projekt nicht an: „Denn da fehlt es an der nötigen Ruhe und Flexibilität.“

Also begab er sich auf die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten und stieß dabei auf das Gebäude neben der Sparkasse an der Stennertstraße, das im Erdgeschoss früher einmal eine Kneipe sowie eine Diskothek beheimatete. Schirp machte Nägel mit Köpfen, mietete die Räume und begann Anfang des Jahres mit der Renovierung. Die Eröffnung ist bereits für den kommenden März vorgesehen.

Betreuung von Leistungssportlern

Allerdings unterscheidet sich sein Trainingszentrum grundlegend von den gängigen Studios. Der 39-Jährige zeichnet nämlich für die individuelle Betreuung von Leistungssportlern verantwortlich. Im Mittelpunkt steht dabei die Trainingsform „Life Kinetik“, die das Gehirn mittels nicht alltäglicher Aufgaben fördern soll.

„Es wird keine Übung so lange trainiert, bis eine Automatisierung eintritt“, erläutert der Sportwissenschaftler, „da sie dann keine Herausforderung mehr für unser Gehirn darstellt.“ Aber nicht nur äußerst ambitionierte Aktive nutzen die koordinativen und visuellen Aufgaben, um neue Vernetzungen im Gehirn herzustellen und so die Verarbeitungsgeschwindigkeit zu steigern. „Mit speziellen Übungen, die wenig Materialeinsatz erfordern, lässt sich schnell auch die Leistungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen erhöhen“, weiß Schirp. „Die Kinder werden so konzentrierter und aufnahmebereiter.“

Ein besonderes Konzept verdient auch einen besonderen Start, scheint sich der Hohenlimburger gedacht zu haben. Denn für die offizielle Eröffnungsfeier des Zentrums kündigt er hochkarätige Referenten aus dem Bereich des Profifußballs an. Als Gäste eingeladen sind unter anderem Trainer, Sportler und Funktionäre, mit denen Schirp in seiner Karriere zusammenarbeitete. Um wen es sich dabei handelt? „Das wird noch nicht verraten“, sagt er schmunzelnd.