Ein letzter „Hilferuf“ des TTC Hagen

Foto: WP Michael Kleinrensing

Hagen..  Einen Konkurrenten um den Platz gibt es nicht, der Lizenzantrag ist gestellt. Doch ob der TTC Hagen ein drittes Jahr in der Tischtennis-Bundesliga bestreiten wird, ist ausgesprochen fraglich. Nur noch knapp zwei Wochen haben die Verantwortlichen Zeit, die im knappen Etat noch fehlenden 20 000 Euro zu beschaffen, Ende Mai müssen auch die Spieler verpflichtet sein. „Quo vadis TTC Hagen?“, hat Manager Horst Bartelmeß einen „Hilferuf“ des TTC überschrieben.

Seit Wochen sei das TTC-Management damit beschäftigt, auch in der kommenden Saison Tischtennis-Sport auf höchstem Niveau bieten zu können. Dafür spreche der um 20 Prozent - auf etwa 230 Besucher im Schnitt - gestiegene Zuschauerschnitt, das Publikums-Interesse reiche vom Ruhrgebiet bis zum Sauerland. Bei einer seriösen Finanzierung der dritten Erstliga-Spielzeit allerdings hat der TTC Probleme, obwohl man den Etat gegenüber dem Vorjahr noch mal auf ein Minimum von etwa 80 000 Euro abgespeckt hat.

„Die fixen Kosten sind klar umrissen“, sagt Bartelmeß - und zählt Ligagebühren, Nachwuchsförderung im DTTB, Spielfeld, Livestreaming-Gebühren, Gema-Gebühren und Kosten für Schiedsrichtereinsätze auf. Plus natürlich die Kosten für die noch zu verpflichtenden Spieler (Steuern, Sozialversicherungen, Reisekosten), wobei der TTC hier noch mehr als zuletzt ausschließlich auf hungrige Talente setzen würde: „Wir wollen wie in den vergangenen Jahren mit jungen hochtalentierten Spielern in der Bundesliga antreten“, sagt der Manager: „Bei diesen steht nicht das Geld sondern die sportliche Entwicklung im Vordergrund.“

Bisher sei es allerdings nicht gelungen, den dazu notwendigen Etat zusammen zu bringen, auch wenn es noch Kontakte zu potenziellen Werbepartnern gibt. Bis zum 15. Mai muss der TTC von der Liga geforderte Nachbesserungen am Lizenzantrag erledigen, bis Ende des Monats müssen alle Spieler verpflichtet sein. „Es ist ein vergleichsweise kleiner Betrag notwendig, um Spitzensport in dieser Stadt zu erhalten“, wirbt Bartelmeß um Unterstützung. Für einige Sportarten sei eine solche Summe von 20 000 Euro kaum erwähnenswert, aber „für Tischtennis leider nicht einfach zu stemmen“.

Ein Team um Spielertrainer Andreas Feyer-Konnert zusammenzustellen, wäre das geringere Problem. Auch wenn mit Ricardo Walther (TTC Schwalbe Bergneustadt) und Ovidiu Ionescu (Post SV Mühlhausen) die beiden nach dem frühen Abgang des Taiwanesen Chiang Hung-Chieh verbliebenen Tischtennis-Profis die Hagener zur Liga-Konkurrenz verlassen haben. Kontakt zu potenziellen Kandidaten hat der TTC bereits aufgenommen. Bartelmeß: „Es wird nicht daran scheitern, Spieler mit Bundesliga-Spielstärke zu bekommen.“