Ehrenamt schafft Verbindung zur Stadt Wetter

Der Sportehrentag der Stadt in der Elbschehalle war für Dickmann ein voller Erfolg.
Der Sportehrentag der Stadt in der Elbschehalle war für Dickmann ein voller Erfolg.
Foto: Jürgen Theobald
Mike Dickmann, Vorsitzender vom Stadtverband für Leibesübungen (SfL), spricht im Interview über Vergangenheit, Zukunft und die Ziele für 2015. Und er erklärt, warum er jedem zu einem ehrenamtlichen Engagement raten würde.

Wetter..  In den letzten Wochen haben wir die Vereinsvorsitzenden gefragt, was für ihren Verein unter dem Weihnachtsbaum liegen soll. Nun ist Weihnachten zwar vorbei, die Zeit des Wünschens aber keineswegs. Mit Mike Dickmann, dem Vorsitzenden des Stadtverbandes für Leibesübungen (SfL) sprechen wir über Ziele, Vergangenheit und Zukunft.


Herr Dickmann, für Weihnachtswünsche ist es nun zu spät, doch in Kürze beginnt das neue Jahr. Was wünscht sich denn der SfL?

Mike Dickmann: Wir wünschen uns weiterhin eine rege Zusammenarbeit mit den Vereinen. Das klappt bei vielen Vereinen sehr gut, aber manche erreichen wir leider gar nicht. Für die Betreuung des Sportkarussells würde ich mir auch mehr Entlastung wünschen, da hier der Arbeitsaufwand schon recht hoch ist und sich so manches ehrenamtlich irgendwann nicht mehr leisten lässt.


Was sind die Gründe für diese Entwicklung?
Bei der Zusammenarbeit ist es problematisch, die Situation treffend zu analysieren. Die Vereine haben ja auch viele eigene Termine, die sie wahrnehmen müssen. Und gerade im Bereich des Ehrenamtes wird es nicht leichter. So müssen immer mehr Termine auf immer weniger Schultern verteilt werden. Das ist sicherlich ein Grund. Aber es gibt bestimmt noch viele andere.


Was war im ausklingenden Jahr 2014 denn positiv?
Natürlich der Sportehrentag, der noch einmal mehr Besucher in die Elbschehalle locken konnte als 2013. Somit sollte dieser Termin immer eine besondere Stellung in dem Kalender der Vereine finden.

Auch mit der Abschlussveranstaltung vom Sportkarussell auf dem Harkortberg und der Entwicklung dieses Projektes können wir zufrieden sein. Und sicherlich sind wir froh, mit dem Vereinsbüro im Gebäude der Stadtsparkasse eine neue Heimat gefunden zu haben.


Wir war es denn früher ohne Büro?

Die Unterlagen waren zum Teil bei mir und den ehemaligen Vorsitzenden untergebracht und auch bei der Geschäftsführung. Das war dann schon ein gewisses Problem. Uns ist so unter anderem leider auch unsere Gründungsurkunde abhandengekommen, die wir natürlich gerne wieder haben würden. Jetzt haben wir alles zentral gelagert und neben einer primären Anlaufstelle auch noch die Möglichkeit, koordinierter arbeiten zu können. Das hilft uns sehr.


Schwindende Ehrenämtler und Vereinsmitglieder waren schon im Interview im vergangenen Jahr ein Thema. Auch 2014 klagen Vereine über diese Probleme. Wie kann man das ändern?

An den Problemen oder auch Herausforderungen hat sich seitdem nichts geändert. Die demografische Entwicklung macht eben auch vor dem Sport nicht halt. Gewisse Sportarten sind einfach nicht mehr so gefragt, einige dafür aber mehr, gerade im Alten- und Behindertensport.

Darauf müssen und werden sich die Vereine einstellen. Heute gibt es so viele Faktoren, warum gerade die Jüngeren irgendwann den Verein verlassen. Da müssen die Vorstände gegenwirken und versuchen, diese Leute einzubinden. Wer eine starke Identifikation mit seinem Verein hat, der wird ihn so schnell nicht verlassen.


Und wenn es mehr Geld geben würde als die 39 000 Euro, die die Sparkasse den Vereinen zur Verfügung stellt?

Zuerst einmal müssen wir ganz klar sagen: Diese 39 000 Euro sind eine ganz starke Summe, und wir können uns als Vereine unheimlich glücklich schätzen. Sicherlich bleibt Geld ein wesentlicher Bestandteil, und gerade im Bereich des Sportkarussells werden wir weiterhin nach Sponsoren suchen müssen. Aber mehr Finanzmittel helfen auch nicht, um den Rückgang an Ehrenämtlern oder Vereinsmitglieder zu erklären. Da muss, wie bereits erwähnt, an anderen Stellschrauben gearbeitet werden.


Wie motiviert man sich denn für eine ehrena
m tliche Tätigkeit?
Ich habe 1994 mit 19 Jahren angefangen, mich ehrenamtlich einzusetzen. Damals noch in einer politischen Jugendorganisation. Auch danach habe ich immer ehrenamtlich gearbeitet. Gar nichts mehr zu machen, kann ich mir nicht vorstellen. Es ist schön, bei den Veranstaltungen viele Menschen zu kennen. Man hat dadurch eine ganz andere Verbindung zu seinem Ort und den tollen Leuten, die in Wetter leben. Ich kann es nur jedem empfehlen, sich ehrenamtlich zu engagieren.


Was sind die Ziele des SfL für das Jahr 2015?

Wir müssen beim Sportkarussell regeln, wie es weitergehen soll. Wir wollen wieder einen wunderbaren Sportehrentag am 22. Februar 2015 veranstalten. Dafür laufen die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren.

Mit unserer neuen Veranstaltungsreihe „Vereine treffen Vereine“ wollen wir erreichen, dass sich die Clubs untereinander besser kennenlernen. Dann planen wir auch noch einen Wochenendausflug, für den wir die Vereinsvorstände begeistern wollen. Außerdem stehen für 2015 wieder Vorstandswahlen an.