Dosenbier macht nicht schlau, aber . . .

Seit 20 Jahren startet das Team „Dosenbier macht schlau“, das von Arndt Rawe (unten 2. v. re.) gegründet wurde, beim BG-Freiluftturnier in der Kategorie „Mixed“.
Seit 20 Jahren startet das Team „Dosenbier macht schlau“, das von Arndt Rawe (unten 2. v. re.) gegründet wurde, beim BG-Freiluftturnier in der Kategorie „Mixed“.

Emst..  Nähern wir uns der Frage doch mal ganz wissenschaftlich. So, als wäre das hier eine universitäre Abschlussarbeit, an deren Beginn eine gewagte These steht. Die These lautet: Dosenbier macht schlau. Ja, ganz richtig, Bier aus der Dose soll schlau machen. Wir nehmen das Fazit mal in Teilen vorweg. Dosenbier macht (leider) nicht schlau. Sonst würden in dieser Mannschaft nur Nobelpreisträger spielen. Aber der Satz „Dosenbier macht schlau“ macht etwas anderes. Er transportiert ein Gefühl. Seit 20 Jahren. Am Wochenende ist BG-Freiluftturnier auf Emst. Festtage für Basketballfreunde und für, die diesen Satz auf ihren T-Shirts tragen, ein besonderes Turnier.

Gründer, Organisator, Erinnerer

Arndt Rawe ist der Pattex, der die Truppe zusammenhält. Gründer, Organisator, Erinnerer. Ein Team, das einen wie Rawe nicht hat, wird vermutlich nie ein 20-jähriges Jubiläum feiern. Er würde sich so selbst nicht beschreiben. Es ist aber so.

Wir sitzen in Rawes Wohnzimmer und auf dem Fernseher flimmert ein Film, ein von ihm zusammengestelltes Stück über „Dosenbier macht schlau“, eines der traditionellsten und bekanntesten Teams des BG-Freiluftturniers. Wenn die Jungs und Mädels in ihren schwarz-weißen Shirts nicht am Biertisch unterm Baum sitzen, dann muss schon wirklich etwas Außergewöhnliches passiert sein oder es ist gar kein BG-Turnier. Das wäre so, als wenn BG-Klubchef Fredi Rissmann keine Wertmarken verkauft. Oder Heiligabend am 23. Dezember wäre.

Sie sind sowas wie die Brücke zwischen gestern und heute. Zwischen 1995 und 2015. Deswegen ist das Dosenbier eigentlich auch ein ganz passendes Symbol. Das kauft heute nämlich kaum noch jemand, aber jeder findet es irgendwie kultig, wenn er ein Döschen Pils in der Hand hält. Was jetzt nicht heißt, dass die Wiesners und Höhns und Longerichs alt, aber kultig wären. „Also steinalt sind wir jetzt nicht“, sagt Arndt Rawe und klickt sich durch die Kapitel des Teamvideos. Das Durchschnittsalter läge bei geschmeidigen 35 Jahren.

1995, da hat Rawe „Dosenbier macht schlau“ gegründet. Entstanden aus einem alten Brandt-Fanclub. „Die Leistungsdichte war damals noch wesentlich höher“, erinnert sich Rawe, „da wurden wir knallhart an die Wand genagelt.“ Das hat sich etwas verändert mit dem An-die-Wand-Nageln. Es reicht der Blick in den Wohnzimmerschrank von Arndt Rawe. Erster Platz, zweiter Platz, wieder erster Platz. „Dosenbier macht schlau“ hat den anderen wohl die Nägel weggenommen.

„Ja,“ sagt Rawe, als die Fotoshow auf dem Bildschirm gerade Teammitglied Marcus Höhn zeigt, wie er aus einem Pokal trinkt, „wir wollen eben immer gewinnen.“ Sein Nachsatz folgt sofort: „Aber nicht um jeden Preis.“ Dass die Dosenbiere meistens ziemlich viele Spiele gewinnen, liegt daran – ja, so einfach kann das sein –, dass sie gut sind. Was wiederum daran liegt, dass Rawe irgendwann mal einen Guten ins Team eingeladen hat, der dann andere Gute eingeladen hat. „Bei uns ist Spaß das Wichtigste. Deswegen treffen wir uns auch in der turnierfreien Zeit, grillen, quatschen und lachen.“

Dosenbier macht nicht schlau. Der Versuch macht höchstens Kopfschmerzen. „Dosenbier macht schlau“ aber macht das BG-Turnier, das am Freitagnachmittag auf Emst beginnt und bis Sonntagnachmittag läuft, zu dem, was es ist. Ein Turnier, bei dem die, die es draufhaben, mit denen Spaß haben, für die Basketball eine Herausforderung ist.