Die Blicke der Basketballer gehen nach Hagen

Wollen es am Samstag ins deutsche Finale schaffen. Vladimir Pinchuk, Florian Fischer und Jasper Günther von den Phoenix Youngsters.
Wollen es am Samstag ins deutsche Finale schaffen. Vladimir Pinchuk, Florian Fischer und Jasper Günther von den Phoenix Youngsters.
Foto: WP Michael Kleinrensing

Hagen..  Alle Bundestrainer - angeführt von Herren-Coach Chris Fleming - werden da sein, Talentscouts und Spieleragenten aus ganz Deutschland auch. Die Jugend-Nationalspieler von U15 bis U18 - sie trainieren in Eilpe - sind schon in Hagen, die Teilnehmer der Coachclinic ebenso. Und die eigentlichen Protagonisten der Top4-Endrunde der Nachwuchs-Bundesligen, die acht besten Jugendmannschaften des Landes, trainieren bereits auf dem frisch verlegten Parkett der Enervie Arena. Dass darunter mit Juniors und Youngsters gleich zwei Teams von Phoenix Hagen vertreten sind, macht die Verantwortlichen des Gastgebers besonders stolz. „Hagen wird am Wochenende die Basketball-Metropole sein“, weiß Phoenix-Aufsichtsrat Dietmar Günther. Und Geschäftsführer Oliver Herkelmann betont, dass der Austragungs-Aufwand den eines Länderspiels weit übersteigt: „Auch unabhängig vom Sportlichen ist das schon eine riesige Sache.“

Mehr als 4000 Tickets für beide Turniertage hatte Phoenix bereits im Vorverkauf abgesetzt, die Kulisse am Ischeland wird bundesliga-reif sein. Und eher ungewohnt für die meisten Jugendspieler. Dass die Phoenix Juniors im NBBL-Halbfinale gegen Eintracht Frankfurt (Samstag, 17.30 Uhr) als Gastgeber wie in ähnlicher Rolle vor drei Jahren deshalb übernervös sein werden, davon geht Falk Möller - damals wie heute Trainer - nicht aus. „Einige meiner Jungs haben schon Bundesliga-Luft schnuppern dürfen oder in den ProB-Playoffs vor 1000 Leuten gespielt“, sagt er, „die kennen das und werden souverän damit umgehen.“ Enorme Vorfreude hat der Coach bei seinem Team ausgemacht, was sich auch in der Übungsarbeit auswirkte: „Seit zwei Wochen trainieren wir herausragend gut. Wenn wir alles abrufen, wird es schwer, uns zu schlagen.“

Gehörigen Respekt vor den Frankfurtern, die erstmals den Sprung zum Top4 geschafft haben, hat er gleichwohl. In 2,07-m-Mann Niklas Kiel verfügen die Hessen über einen der herausragenden deutschen Spieler des Jahrgangs, der englische U18-Nationalspieler Jules Dang Akodo besorgt den Aufbau. „Ein sehr physisches Team, das hart verteidigt“, hat Möller beobachtet. Ins deutsche Finale tags darauf will der Phoenix-Coach bei seinem dritten Anlauf unbedingt: „Ich bin es leid, immer nur das Halbfinale zu spielen, und will endlich Sonntag noch dabei sein.“

Hollersbacher fällt aus

Das ist auch das Ziel des JBBL- Teams der Phoenix Youngsters, das am Samstag um 15 Uhr die Porsche BBA Ludwigsburg empfängt. „Wir werden alles in das Spiel investieren, zuhause will man auch ins Finale“, sagt Trainer Matthias Grothe, dessen Team allerdings einen Rückschlag verkraften musste. Marco Hollersbacher zog sich im Training eine Knorpelabsplitterung im Knie zu und wurde bereits operiert. „Das wirft uns schon zurück, denn Marco ist ein absoluter Leistungsträger“, weiß Grothe, „das müssen wir als Team auffangen. Und ein bisschen spielen wir jetzt auch für ihn.“

Gegner Ludwigsburg, der auf dem Weg ins Top4 den FC Bayern München bezwang, schätzt er als „athletisches Team mit sehr aggressiver Verteidigung“ ein, das viel über Fastbreaks kommt und zum Korb zieht. Tim Auerbach ist Topwerfer in der Mannschaft, von Trainer Ross Jorgusen, die in dieser Saison bisher nur einmal verlor. „Wir müssen den Korb kontrollieren und vorne den Ball gut bewegen“, erwartet Grothe von seinen Schützlingen. „Und die Jungs müssen ihre Nervosität in den Griff bekommen. Aber das gilt für Ludwigsburg ja auch.“