Deutschen Meisterschaften in Wetter begeistern Fußgänger

Marcel Hörenbaum (Hintergrund) vom TuS Wengern wurde gemeinsam mit Gertrud Salewski Vierter im Mixed
Marcel Hörenbaum (Hintergrund) vom TuS Wengern wurde gemeinsam mit Gertrud Salewski Vierter im Mixed
Foto: Mark Sonneborn
Was wir bereits wissen
Beim TuS Wengern sind die Titel ausgespielt worden. Der Wetteraner Marcel Hörenbaum wird Zweiter im Doppel.

Wengern..  Weltmeister, spannende Wettkämpfe, verdiente Sieger: bei den Deutschen Meisterschaften im Para-Badminton war alles dabei. Zwei Tage lang sausten die Badmintonbälle in der Sporthalle Oberwengern durch die Lüfte, geschlagen von der Elite der deutschen Para-Badminton-Spieler. Darunter auch Marcel Hörenbaum vom TuS Wengern, für den das Turnier allerdings nicht ganz nach Plan verlief.

Ziel verpasst

Hörenbaum wollte Deutscher Meister im Doppel der Rollstuhlfahrer werden. Gemeinsam mit Young-Chi Mi musste er sich aber den Siegern Georg Jansen und Thomas Wandschneider beugen. Mit Platz vier im Mixed war der Wetteraner dagegen zufrieden. Hier war Hörenbaum mit 20 Jahren als jüngster Rollstuhlfahrer mit Gertrud Salewski angetreten, die mit ihren 65 Jahren die Älteste war. Knapp verloren die beiden das Spiel um Platz drei. „Sie wussten vorher, dass sie nicht ganz vorne mitspielen können. Sie haben aus Spaß teilgenommen. Und sie hatten ihren Spaß“, meinte Marcels Vater Holger Hörenbaum, der nach der Veranstaltung die Siegerehrung vornahm.

Auch der TuS-Vorsitzende Helge Heisters, dessen Badminton-Abteilung das Turnier ausgerichtet hatte, stand begeistert am Spielfeldrand:. „Ich war platt, als ich in die Halle kam. Die Deutschen Meisterschaften sind ein großer Gewinn für unseren Verein, aber auch für die Stadt Wetter.“ Dem schloss sich auch Wengerns Badminton-Abteilungsleiter Björn Winter an: „Alles hat reibungslos geklappt. Toll, wie Holger und Marcel Hörenbaum sich in die Aufgabe gestürzt haben, die Deutschen Meisterschaften nach Wengern zu holen. Wir haben hier spannende Spiele gesehen.“

Beim Para-Badminton gewinnt man seine Partien nicht über Schnelligkeit. Die Wege zum Erfolg sind die Kontrolle und auch Täuschungen. Die Handicaps der Spieler sind dabei unterschiedlich. „Es gibt Einser und Zweier. Das wird nach der Schwere der Behinderung eingeteilt. Das Vorhandensein der Muskulatur spielt dabei eine ganz entscheidende Rolle“, erklärte der ebenfalls anwesende Bundestrainer Michael Mai.

Bei dem Turnier in Wengern wollte Mai Talente sichten und wurde sogar fündig. „Nils Böning hat zwar im Finale verloren, ist aber sehr talentiert und kommt zudem aus einem sehr professionellem Umfeld in Saarbrücken. Ich freue mich, dass hier in Wetter drei oder vier völlig neue Gesichter dabei sind.“

Eine gelungene Veranstaltung also, für die Wetters Bürgermeister Frank Hasenberg die passenden Worte fand: „Inklusion ist erst gelungen, wenn man sich nicht mehr darüber unterhalten muss. Das Turnier war ein großer Schritt in diese Richtung.“