Der TuS Ende streitet um die Verantwortung

Hunderte Läufer wird es in diesem Jahr in Kirchende nicht geben.
Hunderte Läufer wird es in diesem Jahr in Kirchende nicht geben.
Foto: Mark Sonneborn
Was wir bereits wissen
Der Citylauf des Vereins wurde abgesagt. Nun meldet sich die Leichtathletik-Abteilung zu Wort.

Ende..  Der Citylauf des TuS Ende fällt aus: Diese Nachricht sorgt seit etwa einer Woche für viel Gesprächsstoff in Herdecke. Nun meldet sich die Leichtathletik-Abteilung des Vereins zu Wort. Leiter Arno Schönknecht und die Trainerinnen Christiane Seubert und Tochter Anke ärgern sich über die Absage. Vor allem Arno Schönknecht, der den Citylauf 20 Jahre lang organisiert hat, sieht sein Erbe beschädigt.


Frage: Organisator Harald Müller begründete die Absage mit beruflichen und privaten Gründen. Was genau stört Sie daran?
Arno Schönknecht: Ich finde es schlimm, dass Müller und die Vereinsspitze es so dargestellt haben, dass die Hilfe aus der Leichtathletik-Abteilung gefehlt hat. Aber das stimmt nicht. Wir haben bei jedem Lauf mitgearbeitet.
Christiane Seubert: Im letzten Jahr waren wir mit etwa 25 Leuten an der Strecke. Unsere Abteilung hat nicht viele Erwachsene, aber die Eltern der Kinder haben geholfen.


Wer hat Ihrer Meinung nach denn Schuld an der Absage?
Schönknecht: Schuld hat ganz klar Harald Müller. Das Problem ist, dass er die Strecke nicht kennt. Auch in den vergangenen beiden Jahren, beim 21. und 22. Citylauf, musste ich ihm helfen, weil er keine Ahnung von der Strecke hat. Dabei habe ich versucht, es ihm zu zeigen.


Warum hat er Ihre Hilfe nicht angenommen?
Schönknecht: Er hat die Priorität auf andere Dinge gelegt und den Lauf moderiert. Aber als Organisator muss man die Strecke genau kennen. Ich muss wissen, wann etwas geändert werden muss und dann klare Anweisungen geben.


Hätte der Lauf in diesem Jahr denn gerettet werden können?
Christiane Seubert: Wenn man rechtzeitig auf uns zugekommen wäre, vielleicht.
Schönknecht: Der Verein hätte uns eher ansprechen müssen. Jetzt habe ich dem Vorsitzenden auch geraten, den Lauf abzusagen, da es niemanden gibt, der die Strecke kennt. Das wäre zu gefährlich.


Die Teilnehmerzahlen sinken allerdings seit Jahren beim Ender Lauf. Wird die Veranstaltung nicht mehr angenommen?
Schönknecht: Das Problem ist eine Konkurrenzveranstaltung in Bochum, die haben wir gemerkt. Trotzdem sind noch einige Teilnehmer gekommen, die haben sich meistens erst am Veranstaltungstag gemeldet.
Seubert: Das haben viele Sportler auch vom Wetter abhängig gemacht.


Wie ist denn die Stimmung im Verein und in der Stadt seit der Absage?
Schönknecht: Bei mir klingelt jetzt pausenlos das Telefon. Alle sagen, ihr müsst den Lauf wieder übernehmen.

Warum haben Sie denn nach dem 20. Lauf aufgehört?

Schönknecht: Die Planung ist sehr viel Arbeit. Es geht ja im Prinzip ab Januar los. Das konnte ich nicht mehr leisten. Vielleicht hätte man damals auch schon sagen sollen, jetzt ist Schluss. Aber ich hänge an dem Lauf und finde es sehr schade, dass das, was wir 20 Jahre aufgebaut haben, nun kaputt gemacht wird.

Sehen Sie denn noch eine Zukunft für den Ender Citylauf?

Schönknecht: Wenn man uns von der Leichtathletik-Abteilung anspricht und sagt, ihr seid nur für die Strecke verantwortlich, dann wären wir nicht abgeneigt.